Kinder Gesundheit

Zytomegalie

SPIEGEL: Herr Hamprecht, die ganze Welt beschäftigt sich gerade mit Coronaviren. Sie sagen, wir dürfen dabei eine andere wichtige Gruppe von Erregern nicht aus dem Blick verlieren: die Zytomegalieviren. Warum?

Klaus Hamprecht ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie an der Universität Tübingen und beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Zytomegalievirus-Infektionen (CMV). Er ist Ansprechpartner des Konsiliarlabors für CMV mit Schwerpunkt Schwangerschaft und Stillperiode des Robert Koch-Instituts, berät Patientinnen und Ärzte und führt wissenschaftliche Studien durch.

Klaus Hamprecht: Zytomegalieviren, kurz CMV, sind weltweit verbreitet und die häufigsten Erreger einer kindlichen Infektion während der Schwangerschaft. Wenn sich eine Frau im ersten Drittel der Schwangerschaft infiziert, kann das mitunter schwerwiegende Folgen für das Kind haben: eine Hörschädigung etwa, Wachstums- und Entwicklungsverzögerung, kognitive Störungen, schwere Epilepsie oder Netzhautdefekte. In diesem Zusammenhang sind die rechtzeitige Erkennung und Vermeidung der Infektion von Mutter und Kind von hoher Bedeutung nicht nur für die Familien, sondern auch für das öffentliche Gesundheitswesen. Angeborene CMV-Infektionen können zu lebenslanger Behinderung und Pflegebedürftigkeit der Kinder führen. Diesen Kindern – und ihren Eltern – kann geholfen werden, wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird. Allerdings ist das Bewusstsein für die angeborene CMV-Infektion noch nicht verbreitet genug.

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