Gesundheit

Trump nennt Corona Kung Flu – trotz Rassismus-Kritik

Die Covid-19-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Mehr als 9 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 190.956 davon in Deutschland – wo es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen kommt.

Trotz Rassismus-Vorwürfen hält US-Präsident Donald Trump an seiner Bezeichnung "Kung Flu" für das Coronavirus fest – während die Neuinfektionen in den USA bei Experten die Alarmglocken schrillen lassen. Trump sagte am Dienstag (Ortszeit) bei einem Auftritt vor Anhängern in Phoenix (Arizona), er kenne "19 oder 20 Namen" für das Virus, das zunächst in China festgestellt worden war und sich dann über die Welt verbreitete. "Es gab noch nie etwas, wofür es so viele Namen gab", sagte Trump.

Als aus dem Publikum in Phoenix "Kung Flu"-Rufe ertönten, sagte der Präsident: "Kung Flu, ja, Kung Flu." Daraufhin bekam er tosenden Applaus. In den USA steigen die Zahlen der Neuinfektionen durch das Virus in zahlreichen US-Bundesstaaten an. Trump hat das Coronavirus damit entgegen der Einschätzung von Experten wiederholt mit einer Grippe verglichen – auf Englisch "Flu". AP

Zudem sah er sich nach dieser Namensgebung daraufhin Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt, denen das Weiße Haus widersprach. Sprecherin Kayleigh McEnany sagte vor Trumps Auftritt in Arizona, Trump habe nur auf die Herkunft des Virus aufmerksam machen wollen.

EU könnte US-Bürgern wegen Corona weiterhin Einreise verweigern

Die Europäische Union erwägt einem Medienbericht zufolge, US-Bürgern nach einer schrittweisen Öffnung der EU-Außengrenzen ab dem 1. Juli wegen der Coronavirus-Krise weiterhin die Einreise zu verwehren. Die "New York Times" berichtete am Dienstag, auf einer vorläufigen Liste mit Ländern, für die ab Anfang Juli weiter Einreiseverbote gelten sollten, stünden unter anderem die USA, Russland und Brasilien.

Grund für die Überlegungen ist demnach die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus in den USA. In den Vereinigten Staaten sind bereits mehr als 2,3 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 120.000 Tote registriert worden – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Während die Corona-Beschränkungen bereits wieder gelockert werden, steigt die Zahl der Infektionen in zahlreichen US-Bundesstaaten derzeit stark an.

US-Präsident Donald Trump hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie ein Einreiseverbot für Reisende aus Europa verhängt. Einige Tage später verhängte die Europäische Union ebenfalls weitreichende Einreisebeschränkungen an den EU-Außengrenzen. Derzeit prüft die EU, zu welchen Drittstaaten die Grenzen ab dem 1. Juli geöffnet werden können. Innerhalb Europas sind die meisten Grenzen seit dem 15. Juni wieder für Reisende offen.

Das Krisenmanagement von US-Präsident Trump im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie wird seit Monaten scharf kritisiert. Zuletzt sorgte Trump mit der Aussage für Verwirrung, er habe seine Mitarbeiter aufgefordert, beim Testen "langsamer" zu machen. Tests seien ein "zweischneidiges Schwert", weil mehr Tests zu mehr bestätigten Coronavirus-Infektionen führen würden.

Das Weiße Haus erklärte zwar umgehend, der Präsident habe einen Witz gemacht. Trump betonte am Dienstag aber, er mache keine Witze. Der US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci sagte gleichwohl am Dienstag bei einer Kongressanhörung, niemandem aus der Corona-Taskforce sei aufgetragen worden, das Testen zu verlangsamen.

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