Gesundheit

Schweiz lockert den Heimlieferservice für OTC-Arzneimittel

Während die Coronakrise für die Menschen in Europa insgesamt zahlreiche Beschränkungen mit sich bringt, führt sie in den Apotheken eher zu Lockerungen. Vielerorts wurden Heimlieferservices erleichtert, so jetzt auch in der Schweiz. Dort dürfen Kunden OTC-Arzneimittel jetzt telefonisch bestellen und bekommen diese dann nach Hause gebracht – und zwar ohne Rezept. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die strengen Regeln zum OTC-Versand bald gekippt werden.

„Jetzt kannst du dir Aspirin und Voltaren nach Hause liefern lassen“, schreibt das Schweizer online-Portal „20min.ch“. Brechen damit alle Dämme für den freien Versandhandel mit OTC-Arzneimitteln? Wohl eher nicht, jedenfalls nicht sofort. Zwar dürfen Apotheken und Drogerien im Alpenland jetzt rezeptfreie Arzneimittel nach telefonischer Fachberatung auch an Menschen nach Hause liefern, die sie nicht kennen, aber das gilt nur während der Coronakrise. Bisher durften lediglich Stammkunden den Heimlieferservice in Anspruch nehmen. Nun hat die Kantonsapothekervereinigung (KAV) das Konzept eines „erweiterten Hauslieferdiensts während der Corona-Pandemie“ genehmigt. Näheres dazu erläutern der Apothekerverband pharmaSuisse und der schweizerische Drogistenverband (SDV) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Hauptsächlich für Corona-Gefährdete

Den neuen Hauslieferdienst darf jeder in Anspruch nehmen. Gedacht ist er aber vornehmlich für die rund 2,3 Millionen Menschen im Land, für die eine Ansteckung mit dem Coronavirus aufgrund von Vorerkrankungen oder wegen ihres Alters mit höheren Risiken verbunden ist. Ihnen soll nun der Gang in die Apotheke wegen eines rezeptfreien Medikaments erspart werden. „Damit kann sichergestellt werden, dass alle Menschen, auch solche mit Vorerkrankungen oder in Quarantäne, rasch Zugang zu rezeptfreien Arzneimitteln erhalten, inklusive Fachberatung, aber ohne Ansteckungsrisiko“, begründet Apothekerpräsident Fabian Vaucher den Service.

PharmaSuisse und der Drogistenverband haben hierfür gemeinsam ein Konzept erarbeitet. Es beinhaltet die Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen, um den Dienst anbieten zu dürfen. Dazu gehört vor allem eine umfassende telefonische Fachberatung. Außerdem soll über eine persönliche Aushändigung der bestellten Medikamente sichergestellt werden, dass kein Medikamentenmissbrauch stattfindet. „Mit diesem Konzept kann die Person in Quarantäne durch den Kontakt vor der Haustür eindeutig identifiziert werden“, erläutert der Präsident des Drogistenverbands, Jürg Stahl. „So ist die Hauslieferung durch Apotheken und Drogerien schnell und dennoch sicher.“

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