Gesundheit

Rund 100 Neuinfektionen weniger als noch vor einer Woche – Fallzahlen stagnieren

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiterhin fest im Griff. Zwar gehen die Neuinfektionen zurück, doch die Mutationen aus Südafrika und Großbritannien breiten sich weiter aus. Die Inzidenz sinkt derweil auf 57. Alle wichtigen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Corona-Pandemie vom 20. Februar

  • DAK: Krankschreibungen wegen psychischer Probleme in Pandemie auf Höchststand (8.48 Uhr)
  • RKI meldet 9164 Corona-Neuinfektionen und 490 neue Todesfälle (7.18 Uhr)
  • Zwei Hamburger Katzen nach positivem Corona-Test in Quarantäne (5.45 Uhr)
  • Schulen, Friseure, Geschäfte: Hier sehen Sie, welche Regeln nun in Ihrem Bundesland gelten

Corona-Pandemie-News im Überblick:

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

DAK: Krankschreibungen wegen psychischer Probleme in Pandemie auf Höchststand

8.46 Uhr: Die Zahl der bei der DAK versicherten Beschäftigten, die wegen einer psychischen Erkrankung im Job fehlen, hat 2020 einen Höchststand erreicht. Im Schnitt hatte jeder Versicherte rund 2,65 Fehltage aufgrund von etwa Depressionen oder Anpassungsstörungen, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit mitteilte. Mit Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis, zum Beispiel einen Trauerfall, gemeint. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es rund 2,6 Fehltage pro versicherten Beschäftigten, 2010 etwa 1,7 Fehltage.

"Unsere aktuelle Analyse zeigt, wie gerade Menschen mit psychischen Problemen unter den Pandemie-Einschränkungen und -Belastungen leiden", sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Ein psychischer Krankheitsfall dauerte im Schnitt 39 Tage – so lange wie noch nie seit Beginn der jährlichen Datenerhebung 1997.

Bei psychischen Leiden handelte es sich 2020 laut DAK um die zweitwichtigste Erkrankungsgruppe. Nur aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen fehlten versicherte Erwerbstätige 2020 noch häufiger – etwa 3,3 Fehltage waren es in dieser Gruppe.

Frauen meldeten sich im Job häufiger wegen psychischer Probleme krank als Männer. So fehlten DAK-versicherte Arbeitnehmerinnen 2020 im Schnitt an 3,4 Tagen, bei Männern waren es 2,0 Tage.

Für die Analyse wurden Daten von mehr als 2,4 Millionen bei der Kasse versicherten Beschäftigten ausgewertet. Berücksichtigt wurden alle Fehlzeiten, für die eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung mit einer psychischen Diagnose an die Kasse geschickt wurden.

RKI meldet 9164 Corona-Neuinfektionen und 490 neue Todesfälle

7.18 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 9164 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 490 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8354 neue Fälle und 551 neue Todesfälle registriert. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 57,8 – und damit etwas höher als am Vortag (56,8). Schon in den Tagen zuvor hatte es keinen deutlichen Rückgang der Inzidenz mehr gegeben. Vor vier Wochen, am 21. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 119,0 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,01 (Vortag 0,94). Der Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Zwei Hamburger Katzen nach positivem Corona-Test in Quarantäne

Samstag, 5.45 Uhr: Zwei Katzen einer an Corona verstorbenen Hamburgerin sind ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe die Infektion der Katzen bestätigt, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Bislang seien in Deutschland insgesamt fünf Corona-Fälle bei Katzen und zwei bei Hunden gemeldet worden. Es lägen aber keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden und Katzen mit Sars-CoV-2 infiziert hätten. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere wie Schweine und Hühner seien nicht infizierbar.

"Es geht den beiden Katzen gut", sagte die Leitende Tierärztin des Hamburger Tierheims, Urte Inkmann. Sie hätten einen leichten Schnupfen und niesten ein bisschen. Die beiden kastrierten Kater seien getrennt in der Isolationsstation untergebracht worden und hätten jeder einen größeren Käfig mit zwei Boxen zur Verfügung. "Wir sind guter Hoffnung, dass sie nächste Woche aus der Quarantäne entlassen werden", sagte Inkmann. Darüber werde das Bezirksamt Harburg nach einem weiteren Test entscheiden. dpa/Karolin Krämer/dpa-tmn Zwei Katzen in Hamburg sind nach positiven Corona-Tests in Quarantäne.

Katzen würden wie Menschen mit einem Tupfer im Hals getestet, erklärte die Tierärztin. Bei den beiden Katern hätten Mitarbeiter des Tierheims das ohne Narkose machen können. «Das sind ganz, ganz liebe Katzen», sagte Inkmann. Es seien schon mehrfach Katzen und Hunde mit Corona-Verdacht in der Isolationsstation gewesen. Jetzt seien es die ersten bestätigten Fälle im Hamburger Tierheim. Die Mitarbeiter achteten wie bei Menschen auf Distanz zu den Tieren und trügen bei der Versorgung die gleiche Schutzkleidung wie im Krankenhaus. Nach dem Abholen der Katzen aus der Wohnung der verstorbenen Frau hätten alle beteiligten Mitarbeiter einen Schnelltest bei sich machen lassen.

Hoffnung für Urlauber: Spanien kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

22.50 Uhr: Wegen sinkender Corona-Neuinfektionszahlen wird Spanien ab Sonntag von der Bundesregierung nicht mehr als Hochrisikogebiet angesehen. Das Robert Koch-Institut gab am Freitag im Internet bekannt, dass das beliebteste Urlaubsland der Deutschen dann nur noch "normales" Risikogebiet ist. Das bedeutet, dass bei der Einreise aus Spanien kein negativer Test mehr vorgezeigt werden muss. Man muss sich allerdings 48 Stunden nach Einreise testen lassen. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, von der man sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren Test befreien kann, bleibt.

Die praktischen Auswirkungen für Spanien-Urlauber halten sich also noch in Grenzen. Allerdings dürfte die Entscheidung der Bundesregierung mit Blick auf den Osterurlaub Hoffnungen bei Fans der Ferieninsel Mallorca oder der Kanaren wecken.

Die Corona-Lage in Spanien hat sich seit Ende Januar nach strengen Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit stark verbessert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 111. Damit ist diese sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz zwar noch fast doppelt so hoch wie in Deutschland (aktuell rund 57), liegt aber unter dem Grenzwert von 200 für die Einstufung als "Hochinzidenzgebiet".

Aktuelle Corona-Zahlen: 2.373.936 bestätigte Fälle, 67.484 Todesfälle

21.42 Uhr: Die Bundesländer haben am Freitag binnen 24 Stunden 9143 weitere Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Dabei gab es etwas weniger neue Corona-Fälle wie am selben Tag der Vorwoche, als aus den Ländern 9258 Corona-Fälle gemeldet worden waren. Die Zahl der seit Pandemie-Beginn verzeichneten Corona-Fälle stieg somit auf 2.373.936.

Außerdem meldeten die Länder der Auswertung von FOCUS Online zufolge 532 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle insgesamt stieg auf 67.484 seit Beginn der Pandemie. Der wichtige 7-Tage-R-Wert lag am Donnerstag laut dem Robert-Koch-Institut aber leicht erhöht bei 1,01 (Vortag 0,94).

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 309.937 (+999), 7.909 Todesfälle (+34)
  • Bayern 425.926  (+1291), 12.039 Todesfälle (+91)
  • Berlin 126.573 (+372), 2720 Todesfälle (+18)
  • Brandenburg 74.358 (+289) 2.893 Todesfälle (+19)
  • Bremen 17.343 (+94), 324 Todesfälle (+3)
  • Hamburg 49.915 (+154), 1210 Todesfälle (+4)
  • Hessen 183.111 (+726), 5633 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern 23.217 (+198), 685 Todesfälle (+5)
  • Niedersachsen 157.272 (+837), 4058 Todesfälle (+73)
  • Nordrhein-Westfalen 517.004 (+2087), 12.519 Todesfälle (+96)
  • Rheinland-Pfalz 99.545 (+348), 2987 Todesfälle (+27)
  • Saarland 28.061 (+114), 857 Todesfälle (+11)
  • Sachsen 189.929 (+522), 7.431 Todesfälle (+92)
  • Sachsen-Anhalt 58.301 (+362), 2311 Todesfälle (+32)
  • Schleswig-Holstein 40.788 (+276), 1206 Todesfälle (+8)
  • Thüringen: 72.656 (+474), 2702 Todesfälle (+19)

Vortag Stand (18.02.2021, 20.03 Uhr): 2.364.793 (+9833), 66.971 Todesfälle (+512)

Gesamt Stand (19.02.2021, 20.41 Uhr): 2.373.936 (+9143), 67.484 Todesfälle (+532)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.176.300 (+10.400). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 130.122.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,01 (Vortag: 0,94)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3121 (Vergleich zum Vortag: -56)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1762 (Vergleich zum Vortag: -44)

Israel: Junge Menschen werden in Bars geimpft – danach gibt es einen Drink

18.27 Uhr: Im israelischen Tel Aviv öffneten am Donnerstag (19. Februar) in einer vorerst einmalig angelegten Aktion Pop-Up-Bars, in denen sich junge Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen konnten. Dies berichtet die Zeitung "Jerusalem Post". Dabei wurde der Impfstoff den Teilnehmenden ganz ohne Terminvereinbarung und Kosten verabreicht. Als zusätzlichen Anreiz erhielten die jungen Menschen einen kostenlosen, alkoholfreien Drink.

 

"Wenn die Jungen nicht zur Impfung kommen, kommt die Impfung zu ihnen", erklärt Maya Nouri vom Stadtrat Tel Aviv der "Jerusalem Post" die Aktion. Diese wurde in Zusammenarbeit mit der örtlichen Regierung sowie dem Verband der Restaurants und Nachtclubs ins Leben gerufen. "Nun wird jeder verstehen, dass der schnellste und sicherste Weg zurück in das normale Leben die Impfung ist", sagt ein Vertreter des Verbandes.

Um zehn Tage: Testpflicht bei Ausreise aus Tirol wird verlängert

17.54 Uhr: Die Corona-Testpflicht bei der Ausreise aus dem österreichischen Bundesland Tirol wird um zehn Tage bis 3. März verlängert. Das habe das Gesundheitsministerium entschieden, teilte das Land am Freitag mit. Seit 12. Februar müssen alle Ausreisenden wegen der in Tirol vermehrt aufgetretenen Südafrika-Variante des Coronavirus einen negativen Coronatest vorweisen, wenn sie in die angrenzenden Bundesländer Salzburg und Vorarlberg oder nach Deutschland wollen. dpa/Peter Kneffel/dpabild Polizisten kontrollieren Pkw.

An den 44 Kontrollstellen wurden in der ersten Woche laut Polizei knapp 100 000 Reisende kontrolliert. Fast 2000 Personen wurde die Weiterfahrt untersagt, weil sie keinen gültigen Coronatest
bei sich hatten. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein. Es  drohen Strafen von bis zu 1450 Euro. Ausgenommen von der Testpflicht ist die Durchreise ohne Zwischenstopp. Auch Kinder bis zu zehn Jahren brauchen keinen Test.

dpa/Matthias Balk/dpa Bundespolizisten kontrollieren die Dokumente von aus Österreich kommenden Autofahrern an der Autobahn A93 bei Kiefersfelden in Richtung Deutschland.

Die Corona-Situation in Tirol ist weiterhin stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 73. Das ist der zweitbeste Wert unter den Bundesländern in Österreich.

In Teilen Italiens: Schärfere Corona-Regeln – Sorge um Virus-Mutationen

17.51 Uhr: In Italien kommen auf die Menschen in einigen Teilen des Landes wegen der Corona-Lage wieder strengere Regeln zu. Die Regionen Kampanien und Molise im Süden sowie Emilia Romagna im Norden werden ab Sonntag wieder in die Orangene Zone eingeteilt, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag in Rom mitteilte. Restaurants und Bars dürfen dann nur Essen und Trinken zum Mitnehmen verkaufen. Museen haben wieder dauerhaft geschlossen. 12 Regionen bleiben in der Gelben Zone mit den lockersten Corona-Regeln.

In ihrem wöchentlichen Corona-Lagebericht zeigten sich die Experten des Gesundheitsministeriums besorgt über die kursierenden Corona-Varianten. Es gebe einige Infektionsherde an der Adriaküste, die wohl auf die ansteckendere Variante aus Großbritannien zurückzuführen seien, hieß es. Die brasilianische Variante zirkuliere vor allem in der mittelitalienischen Provinz Perugia und in der Toskana. Auch die Südafrika-Variante wurde den Angaben zufolge bereits entdeckt. dpa/Vincenzo Livieri/ZUMA Wire/dpa Ein Restaurant in Rom.

Italiens Corona-Trend ist dem Bericht zufolge weiter stabil auf einem ähnlich hohen Niveau. Der Reproduktionswert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, sei für den zurückliegenden Zeitraum vom Ende Januar bis Anfang Februar mit 0,99 berechnet worden und damit leicht gestiegen.

Großbritannien reduziert Personal zur Verfolgung von Corona-Kontakten

16.13 Uhr: Angesichts sinkender Corona-Fallzahlen reduziert Großbritannien bereits das Personal, das mit der Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten beauftragt ist. "Wir arbeiten daran sicherzustellen, dass unsere Dienstleistungen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, und beobachten dabei auch die Fallzahlen, die Einfluss auf unsere Tätigkeiten haben", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage. dpa/Dominic Lipinski/PA Wire/dpa/Symbolbild Eine menschenleere Shopping-Straße in London.

Zuvor hatte der Sender "Sky News" über die bevorstehenden Stellenstreichungen berichtet, die den Recherchen zufolge bereits in Anfang März anstehen könnten. Wie man beim Anstieg der Fallzahlen neue Stellen für Tests und Nachverfolgung geschaffen habe, so reagiere man nun auf den Rückgang der Neuinfektionen, hieß es vom Gesundheitsministerium. Wie viele Stellen eingespart werden sollen, blieb unklar. dpa/Jeremy Selwyn/Evening Standard/PA Wire/dpa Der britische Premier Boris Johnson (l) bei einem Besuch eines Corona-Impfzentrums in London.

Das britische Testsystem war seit Beginn der Pandemie immer wieder mit Pannen aufgefallen, etwa weil Menschen zeitweise Hunderte Kilometer für einen Test zurücklegen mussten. Zuletzt sollen jedoch offiziellen Angaben zufolge mehr als 93 Prozent der Kontakte von Infizierten identifiziert und benachrichtigt worden sein.

Urteil: Versicherung muss Wirt Corona-Ausfall erstatten

13.50 Uhr: Ein Düsseldorfer Altstadt-Wirt hat laut einem Urteil Anspruch auf die Erstattung eines coronabedingten Umsatzausfalls in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro von seiner Versicherung. Am Düsseldorfer Landgericht gab Richter Rainald Rambo am Freitag dem Wirt recht. Der Betreiber mehrerer Düsseldorfer Bars und Clubs hatte Jahre vor der Corona-Pandemie eine Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen und geklagt, weil die Zurich Versicherung sich weigerte, seine Lockdown-Kosten in Höhe von 764.000 Euro zu erstatten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann vor dem Oberlandesgericht angefochten werden. dpa/Henning Kaiser/dpa Seit dem 2. November gelten verschärfte Corona-Verordnungen. So müssen etwa Restaurants, Bars und Clubs wieder geschlossen bleiben.

Das Argument der Versicherung, mit dem andere Assekuranzen zuvor Erfolg hatten: Die Versicherung decke nur Folgen aus Krankheiten ab, die im Infektionsschutzgesetz genannt wurden. Covid-19 habe es bei Vertragsschluss aber nicht gegeben und gehöre daher nicht zu den versicherten Krankheiten.

Der Gastronom hatte dagegen argumentiert, seine Versicherungspolice enthalte eine Öffnungsklausel für neue Krankheiten. Und da sei Covid-19 schon im Januar 2020 aufgenommen worden. Sein Anspruch sei erst danach entstanden und von ihm geltend gemacht worden. Eine ähnliche Klage eines Neusser Gastwirts hatte das Landgericht kürzlich abgewiesen. Denn dessen Versicherung hatte laut Gericht nur Krankheiten abgedeckt, die es schon vor Jahren gab. Covid-19 war nicht dabei.

Merkel verteidigt vor Kommunalpolitikern vorsichtigen Corona-Kurs

12.54 Uhr: Trotz der vielerorts sinkenden Infektionszahlen setzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter auf einen vorsichtigen Kurs bei weiteren Lockerungen von Corona-Auflagen. Nur bei niedrigen Inzidenzen seien mehr Öffnungen zu vertreten, sagte sie am Freitag nach dpa-Informationen in einer nicht öffentlichen Videoschalte mit rund 100 bayerischen Kommunalpolitikern. Bei Lockerungen habe für sie Schule weiterhin Priorität, sagte Merkel den Angaben aus Teilnehmerkreisen zufolge. Danach könnten dann weitere Öffnungen in den Bereichen Einzelhandel, Veranstaltungen, Kultur und Sport klug kombiniert werden. dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa Kanzlerin Angela Merkel sucht das Gespräch über die Corona-Pandemie mit Kommunalpolitikern in Bayern.

Seitens der Landräte und Oberbürgermeister waren bereits vor der Schalte Hoffnungen und auch konkrete Erwartungen für weitere Lockerungen geäußert worden. Dem Vernehmen nach hielten sich die Kommunalpolitiker aber mit allzu großer Kritik – etwa über die nur langsam fließenden Finanzhilfen des Bundes – an Merkel zurück. Auch konkrete Öffnungsschritte oder gar Termine forderte zunächst niemand.

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  • Im Corona-Jahr verliert Gastgewerbe mehr als ein Drittel Umsatz

    12.00 Uhr: Die Betriebsbeschränkungen in der Corona-Krise und vorsichtige Kunden haben Hoteliers und Wirte im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel ihrer Umsätze gekostet. Die Erlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 36,6 Prozent zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Ohne Berücksichtigung von Preiserhöhungen hat das Gastgewerbe sogar 39 Prozent weniger Geschäft gemacht. Die Ergebnisse fielen damit noch um rund einen Prozentpunkt schlechter aus als bereits im Januar vom Bundesamt geschätzt.

    Guido Zöllick, Präsident des Branchenverbands Dehoga, verlangte schnelle Hilfszahlungen und einen Fahrplan zur Öffnung der Branche. "Nach einem Jahr Pandemie mit fast vier Monaten Lockdown und weitreichenden Reise- und Kontaktbeschränkungen ist die Not in der Branche riesig", erklärte er in Berlin. "Angesichts ausbleibender wie nicht ausreichender Hilfen und fehlender Perspektiven machen sich Verzweiflung und Existenzängste breit."

    dpa/picture alliance / Paul Zinken/dpa Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) steht in Berlin bei einem Pressetermin vor dem Brandenburger Tor. Die aufgelaufenen Umsatzverluste für die Gesamtbranche in den Corona-Monaten bezifferte der Dehoga auf fast 40 Milliarden Euro. Auch für den Jahresauftakt 2021 seien keine besseren Zahlen zu erwarten. "Die wirtschaftliche Situation der Betriebe verschlechtert sich von Monat zu Monat", sagte Zöllick. Die Konten seien leer, Rücklagen aufgebraucht. Für den Corona-Zeitraum von März bis Jahresende nannte Dehoge einen realen Umsatzrückgang von 45,5 Prozent.

    Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

    • Baden-Württemberg 309.937 (+999), 7.909 Todesfälle (+34)
    • Bayern 425.926  (+1291), 12.039 Todesfälle (+91)
    • Berlin 126.573 (+372), 2720 Todesfälle (+18)
    • Brandenburg 74.358 (+289) 2.893 Todesfälle (+19)
    • Bremen 17.343 (+94), 324 Todesfälle (+3)
    • Hamburg 49.915 (+154), 1210 Todesfälle (+4)
    • Hessen 183.111 (+726), 5633 Todesfälle (+0)
    • Mecklenburg-Vorpommern 23.217 (+198), 685 Todesfälle (+5)
    • Niedersachsen 157.272 (+837), 4058 Todesfälle (+73)
    • Nordrhein-Westfalen 517.004 (+2087), 12.519 Todesfälle (+96)
    • Rheinland-Pfalz 99.545 (+348), 2987 Todesfälle (+27)
    • Saarland 28.061 (+114), 857 Todesfälle (+11)
    • Sachsen 189.929 (+522), 7.431 Todesfälle (+92)
    • Sachsen-Anhalt 58.301 (+362), 2311 Todesfälle (+32)
    • Schleswig-Holstein 40.788 (+276), 1206 Todesfälle (+8)
    • Thüringen: 72.656 (+474), 2702 Todesfälle (+19)

    Vortag Stand (18.02.2021, 20.03 Uhr): 2.364.793 (+9833), 66.971 Todesfälle (+512)

    Gesamt Stand (19.02.2021, 20.41 Uhr): 2.373.936 (+9143), 67.484 Todesfälle (+532)

    Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

    Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.176.300 (+10.400). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 130.122.

    Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,01 (Vortag: 0,94)

    Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3121 (Vergleich zum Vortag: -56)

    Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1762 (Vergleich zum Vortag: -44)

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