Gesundheit

RKI meldet 78.698 neue Fälle – Inzidenz sinkt weiter

Das Robert-Koch-Institut meldet am Dienstag 78.698 neue Corona-Infektionen in Deutschland. Die Inzidenz sinkt weiter. Dennoch könnte die Dunkelziffer höher sein. Nach einem Corona-Ausbruch sitzen zehntausende Touristen auf einer chinesischen Insel fest. Alle News finden Sie hier im Corona-Ticker auf FOCUS online.

News zu Corona vom 9. August 2022

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RKI registriert 78.698 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 381,5

Dienstag, 9. August, 07.18 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 381,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 389,3 gelegen (Vorwoche: 516,1; Vormonat: 700,3). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 78.698 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 102.698) und 170 Todesfälle (Vorwoche: 171) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 31.307.020 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Grünen-Fraktionschef Petersdotter für lageangepassten Umgang mit Corona

Montag, 8. August 2022, 08.24 Uhr: Schleswig-Holsteins neuer Grünen-Landtagsfraktionschef Lasse Petersdotter hat sich für einen an die veränderte Lage angepassten Umgang mit der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Die begründete Vorsicht muss zwar weiterhin eine Richtschnur für uns sein“ , sagte Petersdotter der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wir sollten nicht an bestimmten Maßnahmen krampfhaft festhalten, wenn sie nicht mehr die Richtigen sind.“

Die Grünen galten in der früheren Landesregierung mit CDU und FDPeher als vorsichtig „Wir müssen bereit sein, auch mal Überzeugungen aufzugeben oder neue zu entwickeln“, sagte Petersdotter. Das bedeute aber keine Abkehr vom vorherigen Kurs. „Den finde ich komplett richtig.“ Es sei jedoch wichtig, sich auf neue Argumente einzulassen.

Die Lage verändere sich derzeit, sagte Petersdotter. „Einige Experten sprechen bereits von einer endemischen Phase, andere sind da noch skeptischer.“ Deshalb bleibe es notwendig, vor künftigen Entscheidungen der Landesregierung weiter den Rat der Experten aus unterschiedlichen Bereichen einzuholen. „Damit sind wir in der Pandemie im Norden bislang immer gut gefahren.“

Die Pflicht zur Isolation nach einer Corona-Infektion sei vorerst jedoch weiter notwendig, sagte Petersdotter. „Wir sind noch nicht so aufgestellt, dass wir sagen können, es ist egal, ob jemand Corona hat oder nicht.“Denn es gibt immer noch Risiken für bestimmte Gruppen und zum Teil lange Krankheitsverläufe. Laut einer repräsentativen Infratest-dimap-Erhebung für den ARD-Deutschlandtrend wollen derzeit 69 Prozent an der Regelung einer mindestens fünftägigen Isolation festhalten. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) sprach sich dagegen für eine Aufhebung der Isolationspflicht aus.

Nach Corona-Ausbruch sitzen zehntausende Touristen auf chinesischer Insel fest

Sonntag, 7. August, 07.46 Uhr: Zehntausende Touristen sind wegen eines Corona-Ausbruchs im chinesischen Urlaubsparadies Sanya auf der Insel Hainan gestrandet, die als „Chinas Hawaii" bekannt ist. Flüge und Bahnverbindungen wurden gestoppt, nachdem einige hundert Infektionen auf der Insel entdeckt worden waren und sich das Virus offenbar weiter ausbreitet, wie Staatsmedien am Sonntag berichteten.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, verfolgt China unverändert eine strikte Null-Covid-Politik und verhängt auf jeden Ausbruch weitgehende Beschränkungen. Nach Angaben des Vizebürgermeisters halten sich 80000 Touristen in Sanya auf, von denen 30000 in Hotels seien. Viele Chinesen unterhalten in Sanya auch eigene Ferienapartments, wo sie vorübergehend wohnen.

Foto: imago images/VCG Touristen auf der Insel Hainan.

Hotels hätten Preisabschläge von 50 Prozent für fest steckende Reisende angeboten, berichtete die Zeitung „Global Times“. Touristen dürften Sanya erst nach einer siebentägigen Risikoabschätzung verlassen. Der öffentliche Transport sei am Samstag eingestellt worden. Der Flughafen von Sanya hat nach Angaben des Staatsfernsehens am Sonntag alle Flüge gestrichen – am Vortag waren es 164 Maschinen.

In einem Video in sozialen Medien war zu sehen, wie Reisende am Flughafen „Wir wollen nach Hause!“ riefen, während sich ein Offizieller über ein Megafon mühte, ihnen zu erklären, dass sie in Hotels zurückkehren müssten. Seit Montag waren mehr als 500 Fälle auf Hainan gemeldet worden. Weitere 297 Fälle auf der Insel berichtete die Gesundheitskommission in Peking am Sonntag. Es ist der Großteil der chinaweit 337 Neuinfektionen, die am Vortag entdeckt wurden. Ferner wurden im Land 399 asymptomatische Fälle festgestellt.

Amtsärzte: Zwei- bis dreimal so viele Corona-Fälle in Deutschland wie offiziell angegeben

16.38 Uhr: Die offiziellen Corona-Zahlen für Deutschland bilden laut dem Amtsärzteverband nur einen Teil der tatsächlichen Infektionsfälle ab. Er schätze die Corona-Dunkelziffer auf etwa zwei- bis dreimal so hoch, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖDG), Johannes Nießen, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. Die Hausärzte riefen Risikogruppen dazu auf, sich ein viertes Mal impfen zu lassen.

Die amtliche Zahl der Corona-Fälle ergibt sich aus den gemeldeten positiven PCR-Tests abzüglich der Verstorbenen. Zunehmend sei es aber so, „dass Personen sich einem Antigentest unterziehen und keinen PCR-Test mehr durchführen.“ , erläuterte Amtsärzte-Funktionär Nießen. „Dies führt zu einer Untererfassung der Infektionen.“ Das Corona-Monitoring von Abwasser und Antikörperstudien von Blutspenden gäben Hinweise auf diese Untererfassung.

Nicht jeder lässt nach positivem Schnelltest PCR-Test machen

„Nur ein Teil derjenigen, die einen positiven Schnelltest haben, machen zur Bestätigung auch einen PCR-Test“, bestätigte auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. „Allein deswegen schon ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen“, sagte er den Zeitungen. Dem Bericht zufolge registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) in der Woche ab dem 18. Juli lediglich 890.000 PCR-Tests. Zu Spitzenzeiten im Januar und März dieses Jahres seien es rund 2,5 Millionen Tests pro Woche gewesen. Das RKI verzeichnet derzeit täglich mehrere zehntausend Corona-Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei mehr als 400.

Vierte Corona-Impfung für Pflegepersonal, Menschen über 70 Jahre und Vorerkrankte

Die Hausärzte werben derweil für die vierte Corona-Impfung gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Sie rät Menschen über 70, Vorerkrankten und Pflegepersonal zu einer zweiten Auffrischungsimpfung. Von diesen hätten sich „bisher deutlich zu wenige“ zur vierten Impfung entschlossen, sagte Verbandschef Weigeldt der „Rheinischen Post“.

Es müsse immer die individuelle Situation des einzelnen Patienten betrachtet werden, fügte der Mediziner hinzu. „Ob jemand 69 oder 70 ist, wird dabei natürlich nicht die alles entscheidende Frage sein, denn am 70. Geburtstag wird ja kein Schalter umgelegt." Ein jüngerer Patient mit Vorerkrankungen könne stärker gefährdet sein als ein 70-Jähriger, „der topfit ist.“

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, riet allerdings dazu, auf die an die neuen Corona-Varianten angepassten Impfstoffe zu warten. „Da die angepassten Impfstoffe hoffentlich nächsten Monat kommen, kann man jetzt auch warten, wenn man die vierte Impfung bisher noch nicht gemacht hat“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Denn wenn man sich jetzt zum vierten Mal mit den bisherigen Impfstoffen impfen lässt, sollte man mindestens drei bis sechs Monate warten bis zur nächsten Impfung.“

Gesundheitsminister: Angepasste Impfstoffe sollen bald kommen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Ende Juli erklärt, im September würden angepasste Impfstoffe zur Verfügung stehen. Diese würden das Risiko einer Corona-Ansteckung „deutlich“ senken.

Robert Koch-Institut sieht weiterhin millionenfachen Impfbedarf

14:53 Uhr: Das RKI sieht eine leichte Verbesserung bei der Belastung des Gesundheitssystems. Von einer Entwarnung in der Corona-Pandemie kann aber keine Rede sein.

In der Corona-Sommerwelle sieht das Robert Koch-Institut trotz zuletzt sinkendem Trend weiter große Herausforderungen. Zwar seien Inzidenzen und weitere Werte zuletzt teils deutlich gesunken, der allgemeine Infektionsdruck bleibe aber hoch, heißt es im Wochenbericht des Instituts zu Covid-19 vom Donnerstagabend. „Auch die damit assoziierte Belastung des Gesundheitssystems bleibt hoch, auch wenn sich die Betriebssituation in der vergangenen Woche leicht verbessert hat.“ Zugleich sieht das RKI bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nun deutlich um insgesamt 21 Prozent gesunken, geht aus dem Wochenbericht hervor. Die Inzidenzen seien im Wochenvergleich in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig.

In Deutschland steigt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 59.506 auf über 31,17 Millionen. Das sind 25.292 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 84.798 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 432,2 von 451,3 am Vortag. Das RKI meldet 165 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 144.717.

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