Gesundheit

Pfefferminzöl soll Kopfschmerzen lindern – stimmt das?

Es pocht, hämmert, dröhnt oder drückt – knapp 40 Prozent der erwachsenen Deutschen leiden mehrmals im Monat unter Kopfschmerzen. Expert:innen unterscheiden gar über 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Nicht jede und jeder will sofort zu einer Schmerztablette greifen, wenn der Kopf wieder einmal schmerzt. Auch Hausmittel wie ein nasser Waschlappen auf der Stirn oder Pfefferminzöl versprechen Linderung. Doch hilft das ätherische Öl wirklich bei Kopfschmerzen?

Pfefferminzöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern der Pfefferminzpflanze gewonnen. Das ätherische Öl setzt sich hauptsächlich aus Menthol und Menthon zusammen. Das Menthol verleiht der Pfefferminze ihren typischen Geruch. Die grüne Pflanze wird bei verschiedenen Krankheiten als Hausmittel eingesetzt. Auch bei Spannungskopfschmerzen kann das ätherische Öl die Schmerzen lindern. Dabei handelt es sich um die häufigste Form von Kopfschmerzen. Sie zeichnen sich durch dumpf-drückende Schmerzen aus. Sie treten beidseitig auf – meist in der Stirn auf oder am Hinterkopf. Der Kopfschmerz kann nach einer halben Stunde vergehen oder sogar bis zu einer Woche andauern.

Chronische Kopfschmerzen


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Pfefferminzöl lindert Kopfschmerzen wirksam

Bereits Mitte der 1990er-Jahre hat der Schmerzforscher Hartmut Göbel die Wirkung von Pfefferminzöl auf Spannungskopfschmerzen untersucht. Dabei hat er herausgefunden, dass eine zehnprozentige Pfefferminz-Alkohol-Lösung Schmerzen genauso wirksam gelindert hat wie 1000 Milligramm herkömmliches Schmerzmittel. Das Pfefferminzöl wurde in der Studie großflächig auf Stirn und Schläfen verteilt. Die Proband:innen bekamen das Pfefferminzöl zweimal im Abstand von 15 Minuten aufgetragen. Bereits nach 15 Minuten linderte das ätherische Öl die Kopfschmerzen.

Wird das Pfefferminzöl auf die Haut aufgetragen, kann es Kopfschmerzen lindern, weil die Inhaltsstoffe vermutlich kälteempfindliche Nerven in der Haut stimulieren und so der kühlende Effekt ausgelöst wird, informiert die European Medicines Agency. Wer Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen anwenden will, sollte es nie unverdünnt auf die Haut auftragen – es kann sonst zu Hautreizungen kommen. Das verdünnte Öl kann direkt auf die schmerzenden Stellen, Nacken, Schläfe und Stirn aufgetragen werden. Vorsicht: Es darf nicht in die Augen geraten! Auch bei Säuglingen und Kleinkindern sollte Pfefferminzöl nicht verwendet werden, da das enthaltene Menthol zu Atemnot führen kann, wenn es in die Nähe von Mund oder Nase gerät.

Kopf hoch!

Treten Kopfschmerzen häufig auf oder sind die Schmerzen sehr stark, sollten die Probleme mit einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben beispielsweise unregelmäßiger Schlaf, Stress, Flüssigkeitsmangel oder auch Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus. Sie können auch ein Symptom von Viruserkrankungen wie einer Grippe oder Erkältung sein.

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