Gesundheit

Nur eine Dosis nötig – das kann der Impfstoff von Johnson & Johnson

Mit dem Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson kann in den USA künftig ein drittes Corona-Vakzin eingesetzt werden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte am Samstag (Ortszeit) eine Notfallzulassung für das Präparat. Es entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss – anders als die übrigen genutzten Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca – nicht zweimal gespritzt werden. US-Präsident Joe Biden sprach von "begeisternden Nachrichten für alle Amerikaner und einer ermutigenden Entwicklung in unserem Bemühen, die Krise zu beenden".

Die vorliegenden Daten zum Johnson & Johnson-Impfstoff zeigten, "dass die bekannten und potenziellen Vorteile des Vakzins seine bekannten und potenziellen Risiken überwiegen", hieß es in der FDA-Mitteilung. Basis dafür seien Tests mit Zehntausenden Probanden in mehreren Ländern. 

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Die Notfallzulassung gilt für den Einsatz des Wirkstoffs bei Menschen ab 18 Jahren. Daten zur Dauer des Impfschutzes lägen noch nicht vor, erklärte die FDA. Auch gebe es keine belastbaren Erkenntnisse dazu, ob Geimpfte das Virus Sars-CoV-2 übertragen.

EU bestellt Dosen für 200 Millionen Menschen – Bewertung im März?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson nutzt ein sogenanntes Adenovirus als Vektor. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich nicht vermehren kann. Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Coronavirus zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des echten Coronavirus vorbereitet. 

Das Wichtigste zum Impfstoff von Johnson & Johnson im Überblick

  • entfaltet volle Wirkung schon nach einer Dosis
  • sogenanntes Adenovirus als Vektor (Vektorimpfstoff)
  • Johnson & Johnson: Impfstoff bietet vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Krankheitsverläufen
  • Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen mit 85 Prozent angegeben
  • FDA: Daten zur Dauer des Impfschutzes liegen noch nicht vor
  • FDA: keine belastbaren Erkenntnisse dazu, ob Geimpfte das Virus übertragen
  • Impfdosen für 200 Millionen Menschen in der EU bestellt
  • Bewertung der EU-Arzneimittelbehörde EMA  möglicherweise schon Mitte März

Von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Zudem hat sie eine Option auf ausreichende Mengen für noch einmal 200 Millionen Personen. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nannte das Vakzin laut dem dänischen Fernsehsender TV2 einen "potenziellen Gamechanger" – da bei diesem Mittel nur ein Piks nötig ist. 

Mitte Februar stellte der Pharmakonzern den Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA für eine Zulassung. Die EMA erklärte, man werde das Vakzin der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V. in einem beschleunigten Verfahren prüfen. Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung schon Mitte März abgeben. 

66-prozentiger Schutz vor mittleren oder schweren Krankheitsverläufen

Ende Januar hatte Johnson & Johnson ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden bekannt gegeben, wonach der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Krankheitsverläufen biete. Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben. Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit demnach bei 81,7 beziehungsweise 87,6 Prozent. Damit scheint der Impfstoff auch gut gegen die südafrikanische und die brasilianische Virus-Variante zu wirken, die als deutlich ansteckender gelten. 

Die Prozentzahlen bedeuten, dass es in der geimpften Probandengruppe entsprechend weniger Fälle gab als in der Placebo-Probandengruppe. Bei einigen Konkurrenzprodukten ist die Wirksamkeit nach Studienergebnissen höher, die Werte des Präparats von Johnson & Johnson gelten aber immer noch als gut. 

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Bislang waren in den USA nur zwei Corona-Impfstoffe zugelassen: Das Vakzin des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie das Konkurrenzprodukt des US-Pharma-Unternehmens Moderna. In der EU ist neben den beiden Impfstoffen auch einer von Astrazeneca auf dem Markt.

Für eine Notfallzulassung der FDA in den USA gelten vergleichsweise niedrige Hürden. Vereinfacht gesagt muss dafür sichergestellt sein, dass ein Medikament oder Impfstoff nachweisbar mehr hilft als schadet. Eine reguläre Zulassung ist ein wesentlich langwierigerer Prozess.

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