Gesundheit

Neurodermitis: Empfehlung für Impfung gegen Coronavirus – Heilpraxis

Corona-Impfempfehlung für Menschen mit Neurodermitis

Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch verursachte Erkrankung COVID-19 beeinflussen momentan das Leben aller. Menschen mit chronischen Erkrankungen fühlen sich oft zusätzlich verunsichert. Sie wissen nicht, ob sie durch ihre Grunderkrankung oder die notwendigen Medikamente besonders gefährdet sind. Dies trifft auch auf viele Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis zu – ihnen wird empfohlen, sich gegen Corona impfen zu lassen.

Gegen das Coronavirus impfen lassen – ja oder nein? Diese Frage stellen sich im Moment viele Betroffene von chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Fachleute haben nun für erwachsene Neurodermitis-Patientinnen und -Patienten eine Corona-Impfempfehlung ausgesprochen.

Rund jedes zehnte Kind betroffen

Rote Flecken, trockene Haut, teils unerträglicher Juckreiz: Rund jedes zehnte Kind in Deutschland unter 15 Jahren ist von Neurodermitis (atopische Dermatitis, atopisches Ekzem) betroffen. Das geht aus dem Neurodermitisreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Bremen vor kurzem veröffentlicht hat.

Demnach sind 9,4 Prozent der Kinder bis 15 Jahren von der chronischen Hauterkrankung betroffen, bei den 15- bis 20-Jährigen 5,5 Prozent. Damit leiden rund 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche an Neurodermitis. Im Alter ab 20 Jahren liegt die Verbreitung laut der TK-Auswertung bei 3,3 Prozent.

„Neurodermitis ist bei Kindern eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und kann die Lebensqualität stark einschränken. Das ist nicht nur für die Kinder sehr belastend, sondern auch für die Eltern“, erläutert Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK in einer Mitteilung.

„Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Krankheit früh erkannt und entsprechend behandelt wird“, so Baas.

„Viele Betroffene verzweifeln zunächst bei der Diagnose Neurodermitis. Ärztinnen und Ärzte sind da gefragt, die Krankheit genau zu erklären und Ängste zu nehmen. Denn es gibt mittlerweile gute Therapiemöglichkeiten, die die Beschwerden lindern“, sagt Prof. Dr. Matthias Augustin, Facharzt für Hauterkrankungen am UKE und Mitherausgeber des Reports.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Die Auswertungen zeigen: Während im Alter bis 15 Jahren Jungen und Mädchen in etwa gleich stark betroffen sind, leiden im Jugend- und Erwachsenenalter Frauen häufiger unter Neurodermitis.

So erhielten bei den 15- bis 19-Jährigen 6,3 Prozent der jungen Frauen und 4,8 Prozent der jungen Männer eine Neurodermitis-Diagnose.

Bei den über 20-Jährigen sind vier Prozent der Frauen und 2,5 Prozent der Männer betroffen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sind genetische Faktoren die Ursache dafür.

Impfung empfohlen

Weil Menschen mit Neurodermitis oft unter verschiedenen Unverträglichkeiten leiden, fragen sich viele Betroffene, ob sie sich gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen lassen können.

Prof. Dr. Augustin gibt hier eine klare Empfehlung: „Ich kann nahezu allen Betroffenen ab 16 Jahren mit Neurodermitis uneingeschränkt und dringend die Impfung mit den in Europa zugelassenen Impfstoffen empfehlen, auch eine Arzneimitteltherapie steht dem nicht im Wege.“

Patientinnen und Patienten mit bekannten Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen der Impfstoffe oder bekannten schweren allergischen Reaktionen in der Vorgeschichte sollten sich jedoch ausführlich von einem Arzt oder einer Ärztin beraten lassen.

Häufig Arzneimittel mit Kortison

Beim Blick auf die medikamentöse Behandlung erhielten Versicherte mit Neurodermitis am häufigsten Arzneimittel mit Kortison. Laut der Auswertung bekam mehr als jeder Dritte eine kortisonhaltige Salbe verschrieben, etwa jeder Zehnte Kortisontabletten.

Augustin zufolge ist bei Kortison der richtige Umgang entscheidend. „Tabletten sind eine Notfallmaßnahme, eine Creme kann etwas länger angewendet werden. Als Basistherapie ist es jedoch sehr wichtig, die Schutzfunktion der Haut mit wirkstofffreien Cremes zu stärken“, so der Facharzt. (ad)

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