Gesundheit

Neue "besorgniserregende" Variante in Indien entdeckt: Was hat es mit "Delta Plus" auf sich?

Indien ist gerade dabei sich von der heftigen zweiten Coronawelle zu erholen, als das Gesundheitsministerium neue schlechte Nachrichten verkündet: "Delta Plus" ist auf dem Vormarsch. So lautet die inoffizielle Bezeichnung der als "besorgniserregend" eingestuften neuartigen Virusvariante. Wie der Name verrät, ist sie mit der bereits weitverbreiteten Delta-Mutation verwandt, die vergangenes Jahr ebenfalls zuerst in Indien identifiziert wurde.

Erste Studien zeigen, dass die neue "Delta Plus"-Variante leichter übertragbar sei, sich stärker an Lungenzellen binde und möglicherweise gegen Antikörpertherapien resistent sein könnte. Grund zur Sorge für das  Gesundheitsministerium in Neu Delhi, das die Mutation stärker untersuchen lassen will.

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Top-Virologen bislang nicht besorgt

Führende Virologen stellen die höhere Einstufung von "Delta Plus" jedoch in Frage. Noch gebe es zu wenig Fakten, die belegen, dass die Variante ansteckender als andere sei oder zu schwereren Erkrankungen führe. "Es gibt noch keine Daten, die die Behauptung einer besorgniserregenden Variante unterstützen", sagte Dr. Gagandeep Kang, ein führende Londoner Virologin dem britischen Sender "BBC". Man benötige weitere biologische und klinische Daten, um das zu prüfen.

Auf der globalen Viren-Datenbank GISAID wurden bisher 166 "Delta Plus"-Fälle gemeldet. Bei der auch als B.1.617.2.1 oder AY.1 benannten Variante handelt es sich um die Delta-Variante mit der zusätzlichen Spike-Mutation K417N, die auch in der zunächst in Südafrika entdeckten Beta-Variante vorkommt.

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Laut dem Direktor des in Delhi ansässigen CSIR-Institut für Genomik und Integrative Biologie (IGIB), Dr. Anurag Agarwal, seien "alle Linien der Delta-Variante besorgniserregende Varianten". Es sei also nichts Ungewöhnliches, "Delta Plus" als solche zu bezeichnen. "Wir haben derzeit keine Beweise, die zeigen, dass "Delta Plus" öffentliche Besorgnis oder Panik auslösen sollte", sagte Dr. Anurag Agarwal der "BBC". "Wir verfolgen diese [Variante] sorgfältig und verstärken alle Maßnahmen im Gesundheitsbereich."

„Delta Plus“-Fälle bereits in zehn Ländern entdeckt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt "Delta Plus" derzeit noch als Teil der Delta-Variante. Inzwischen seien jedoch rund 40 "Delta Plus"-Fälle in drei indischen Bundesstaaten sowie weitere Fälle in neun anderen Ländern erfasst worden, teilte Indiens Gesundheitsminister am Mittwoch mit. Genannt wurden unter anderem die USA, China und Russland sowie die Schweiz, Polen, Portugal und Großbritannien, nicht jedoch Deutschland.




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Laut Dr. Jeremy Kamil, Virologe an der Louisiana State University, würde die indische Regierung "eher überreagieren, als später kalt erwischt zu werden, wie es bei der Delta-Variante der Fall war". Indien wurde international heftig dafür kritisiert, die Gefahr der ursprünglichen Delta-Variante zu spät erkannt zu haben.

Mittlerweile sind die offiziellen Corona-Fallzahlen wieder deutlich gefallen. In den letzten 24 Stunden meldete das Land 42.640 Neuinfektionen, den niedrigsten Stand seit März. "Ich mache mir keine allzu großen Sorgen", sagte Dr. Kamil der "BBC". "Aber es ist nicht verkehrt die Variante im Auge zu behalten."

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