Gesundheit

Maas macht Ansage an deutsche Touristen und die Urlaubsländer – Corona-Zahlen in den USA steigen wieder rasant

Die Covid-19-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem. Bereits mehr als 6,9 Millionen Menschen haben sich weltweit mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 infiziert – 184.294 davon in Deutschland. 400.000 Menschen sind an Covid-19 bereits gestorben. Alle Meldungen zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Covid-19-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: 6000 Deutsche dürfen schon ab 15. Juni auf die Balearen  (06.41 Uhr) +++ 100 Tage nach erster Infektion: New York beginnt mit Lockerungen (04.33 Uhr) +++ 160 Anzeigen nach Corona-Party in Essen (19.07 Uhr) +++ Schon drei Bundesländer schicken Schweden-Rückkehrer in Quarantäne (17.08)

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Sachsen: Prekäre Lage bei Blutspenden

06.54 Uhr: In Sachsen herrscht erhöhter Bedarf an Blutspenden. Ab Mitte Mai habe sich die Nachfrage aus den Krankenhäusern nach Blutprodukten innerhalb weniger Tage um bis zu 30 Prozent erhöht, sagt Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost auf Anfrage. Vermutlich liege die erhöhte Nachfrage daran, dass der Regelbetrieb nach der Akutphase der Coronavirus-Situation wieder gestartet ist und aufgeschobene Operationen nachgeholt werden, so Schweiger. Derzeit seien die Notfallvorräte noch ausreichend, aber ansonsten sei nur noch ein Vorlauf für ein bis zwei Tage vorhanden.

Mit Sorge blickt der Blutspendendienst auf den Sommer – eine Jahreszeit, in der die Spendenbereitschaft noch abnimmt. Das werde die prekäre Lage weiter verschärfen, erklärt Schweiger.

TOP-NEWS: 6000 Deutsche dürfen schon ab 15. Juni auf die Balearen

06.41 Uhr: 6000 Touristen aus Deutschland dürfen nach Medienberichten schon ab dem 15. Juni nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln fliegen – also zwei Wochen vor der offiziellen Öffnung der Grenzen des einstigen Corona-Hotspots Spanien für ausländische Besucher. Die Zentralregierung in Madrid habe einem Antrag der Inseln auf Durchführung eines sogenannten Pilotprojekts nach langen Verhandlungen zugestimmt, berichteten die Zeitung El País und balearische Medien unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma de Mallorca am Montag. Eine offizielle Bestätigung dieser Berichte lag zunächst nicht vor.

Das Pilotprojekt soll den Angaben zufolge dazu dienen, den Ernstfall – den erwarteten Touristenansturm nach Öffnung der Grenzen am 1. Juli – zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsprotokolle unter anderem an den Flughäfen und in den Hotels funktionieren, hieß es. Das Projekt werde mit Touristen aus Deutschland durchgeführt, weil in dem Land die epidemiologische Lage sehr gut und ähnlich wie auf den Balearen sei.

Mallorca, des Deutschen liebste Insel, soll in der zweiten Juni-Hälfte 4000 der Touristen empfangen. Je eintausend Besucher sollen nach Menorca sowie auf die Pityusen (Ibiza und Formentera) kommen.

Die Regionalpräsidentin Francina Armengol und der balearische Tourismusminister Iago Negueruela würden die weiteren Einzelheiten der Vereinbarung zwischen Palma und Madrid am Dienstag bekanntgeben, hieß es.

Den Berichten zufolge verhandeln auch die Kanaren mit Madrid über ein ähnliches Pilotprojekt. Bei diesen Gesprächen sei am Montag aber noch keine Entscheidung gefallen, weil die Kanaren höhere Sicherheitsanforderungen gestellt hätten, darunter Coronavirus-Tests für alle Besucher, berichtete El País.

TOP-NEWS: 100 Tage nach erster Infektion: New York beginnt mit Lockerungen

04.33 Uhr: Genau 100 Tage nach der ersten bestätigten Coronavirus-Infektion hat die Millionenmetropole New York mit ersten Lockerungsmaßnahmen begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein dröhnten am Montag wieder Presslufthammer, zahlreiche Geschäfte öffneten für eingeschränkten Betrieb, und deutlich mehr Menschen waren auf den Straßen unterwegs.

Mit dem Start von Phase eins eines vierstufigen Öffnungsplans des Bundesstaates New York dürfen unter anderem die Arbeiten auf mehr als 32.000 Baustellen und in den Fabriken der Stadt wieder starten. Außerdem können Einzelhändler telefonisch und online Bestellungen annehmen und ihren Käufern im Laden übergeben. Publikumsverkehr ist in den Geschäften noch nicht erlaubt. Bis zu 400.000 Menschen könnten Schätzungen zufolge in der ersten Phase des Öffnungsplans ihre Arbeit wieder aufnehmen. Um überfüllte U-Bahnen zu vermeiden, setzt die Stadt auf Busverkehr. Mehr als 30 Kilometer zusätzliche Busspuren würden kurzfristig ausgewiesen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. 

Nach dem ersten Fall am 1. März wurden in der Metropole New York bisher rund 204.000 Corona-Erkrankungen bestätigt. Fast 17.200 Tote wurden positiv auf Covid-19 getestet, die Stadt geht von zusätzlich rund 4700 Toten aus, die ebenfalls infiziert gewesen sein könnten.

Corona-Helden: Kubanische Ärzte nach Rückkehr aus Italien gefeiert

Dienstag, 09. Juni, 04.28 Uhr: Nach abgeschlossener Anti-Corona-Mission in Italien hat ein kubanisches Medizinerteam bei der Rückkehr in die Heimat einen triumphalen Empfang erhalten. Die 36 Ärzte und 15 Krankenpfleger hatten nach Angaben des kubanischen Gesundheitsministeriums während ihres gut zweimonatigen Einsatzes in der Lombardei 516 Covid-19-Patienten behandelt.

Die Region war ein Brennpunkt der globalen Pandemie, als die Kubaner Ende März dorthin geschickt wurden. Ein weiteres Team arbeitet noch immer in Turin. Insgesamt schickte der sozialistische Inselstaat nach offiziellen Angaben 34 Medizinerteams in 27 Länder, um diese im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Schon vor der Krise war die Entsendung von Ärzten und Pflegern ins Ausland die wichtigste Einnahmequelle Kubas.

Der Präsident des Karibikstaates, Miguel Díaz-Canel, hieß die Rückkehrer am Montag (Ortszeit) per Videoschalte willkommen. Die Mediziner verfolgten seine Ansprache auf einer Leinwand in einer Halle des Flughafens der Hauptstadt Havanna. "Ihr repräsentiert den Sieg des sozialistischen Ideals über den Mythos des Marktes", sagte er. Die Mediziner müssen nun 14 Tage in Quarantäne in einer Klinik verbringen. Entlang des Weges dorthin in Bussen vom Flughafen wurden sie von Balkons und Bürgersteigen aus bejubelt.

WHO: Covid-19-Pandemie spitzt sich weltweit zu

21.27 Uhr: Die Corona-Pandemie spitzt sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu. Während sich die Lage in Europa verbessere, verschlechtere sie sich im weltweiten Maßstab, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer virtuellen Pressekonferenz in Genf. Tedros warnte vor Nachlässigkeit im Kampf gegen die Pandemie.

In neun der vergangenen zehn Tage habe die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen bei mehr als 100.000 weltweit gelegen, betonte der WHO-Chef. Am Sonntag sei mit mehr als 136.000 neuen Fällen der bisher größte Zuwachs innerhalb eines Tages verzeichnet worden.

In den Ländern, wo sich die Situation entspanne, sei ein Nachlassen der Vorsicht jetzt die größte Gefahr, warnte Tedros. Der größte Teil der Weltbevölkerung laufe weiterhin Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. "Es sind jetzt sechs Monate seit dem Beginn der Pandemie, die Zeit ist noch nicht gekommen, die Zügel zu lockern."

Zu der weltweiten Protestwelle gegen Rassismus nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA sagte Tedros, die WHO unterstütze Forderungen nach Gleichheit und die Anti-Rassismus-Bewegung. Demonstranten weltweit rief er jedoch dazu auf, die Corona-Vorsichtsmaßnahmen wie einen Mindestabstand und das Tragen einer Schutzmaske einzuhalten.

Weltweit wurden bislang rund sieben Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und mehr als 400.000 Todesfälle registriert. Vor allem in Südamerika nahm die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den vergangenen Wochen rapide zu.

TOP-NEWS: Bundesländer melden 246 neue Covid-19-Fälle – Zahl der akut Infizierten fällt auf knapp 6000

20.05 Uhr: Bislang sind 184.294 Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie aus Daten der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Damit wurden am Montag bundesweit 246 neue Fälle gemeldet. Zwei Bundesländer blieben am Montag ohne Neuinfektionen – Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Der R-Wert, auch Reproduktionszahl genannt, liegt laut Robert-Koch-Institut derzeit bei 1,11. Das bedeutet: 100 Infizierte stecken durchschnittlich 111 weitere Personen an. Laut RKI sind 169.600 Menschen in Deutschland wieder genesen. 8663 Menschen sind bislang an den Folgen des Virus gestorben. Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei knapp 6000. Am Sonntag waren es noch knapp 6300.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 34.949 (1795 Todesfälle)
  • Bayern: 47.402 (2501 Todesfälle)
  • Berlin: 7041 (205 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3299 (170 Todesfälle)
  • Bremen: 1535 (43 Todesfälle)
  • Hamburg: 5116 (226 Todesfälle)
  • Hessen: 10.207 (484 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 774 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 12.549 (609 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 38.658 (1623 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6777 (230 Todesfälle)
  • Saarland: 2737 (169 Todesfälle)
  • Sachsen: 5329 (214 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1721 (56 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3113 (148 Todesfälle)
  • Thüringen: 3087 (170 Todesfälle)

Gesamt (Stand 08.06., 19.55 Uhr): 184.294 (8663 Todesfälle)

Vortag (Stand 07.06., 19.34 Uhr): 184.048 (8653 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 169.600.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,11 (Stand 08.06.)

TOP-NEWS: 160 Anzeigen nach Corona-Party in Essen

19.03 Uhr: Sie feierten ohne Mindestabstand und Mundschutz: In einer Lounge-Bar in Essen hat die Polizei am Wochenende eine Party mit mehr als 160 Beteiligten aufgelöst. Bereits vor dem Lokal war der Polizei am Freitagabend eine größere Gruppe aufgefallen. Im Inneren war dann der gesamte Raum mit Menschen gefüllt. Sowohl Gäste als auch Servicepersonal und Betreiber hätten dabei keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, berichtete die Polizei am Montag. dpa/Paul Zinken/dpabild Vermummte Einsatzkräfte der Polizei.

Einige Gäste hätten noch versucht, über den Notausgang zu fliehen, jedoch ohne Erfolg. Die Polizei nahm von allen die Personalien auf und schrieb mehr als 160 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Die Lounge wurde für diesen Abend geschlossen und der 38 Jahre alte Betreiber nochmals auf die Corona-Schutzverordnung hingewiesen. Bei einer Kontrolle am Samstag konnten die Beamten dann keine weiteren Verstöße feststellen.

"Hau ab hier": Supermarkt-Kunde schlägt Mann mit Rindefilet wegen Streit um Abstand

17:48 Uhr:  In der Schlange an einer Supermarkt-Fleischtheke in Bochum soll ein 48-Jähriger einem anderen Mann mit zwei Kilo Rinderfilet ins Gesicht geschlagen haben. Anlass für die Attacke am Samstag soll ein angeblich zu geringer Mindestabstand gewesen sein.

Mit den Worten "Hau ab hier oder ich hau dir gleich in die Fresse", hatte der 48-Jährige den Mann hinter ihm zuvor angesprochen. Der 53-Jährige trat daraufhin einen Schritt nach hinten. Dies soll den aufgebrachten Fleischkäufer aber nicht von dem Schlag abgehalten haben. Er sei in seiner "persönlichen Sphäre" verletzt gewesen, sagte er wenig später der Polizei zur Begründung. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung ermittelt. Der 53-Jährige wurde leicht verletzt, wie die Polizei Bochum am Montag mitteilte.

TOP-NEWS: Schon drei Bundesländer schicken Schweden-Rückkehrer in Quarantäne

17.08 Uhr: Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gilt ab sofort wieder eine Quarantänepflicht für alle Schweden-Rückkehrer. In dem skandinavischen Land habe es in der vergangenen Woche mehr als 50 Neuansteckungen mit Corona auf 100.000 Einwohner gegeben, erklärten die Landesgesundheitsministerien in Kiel und Schwerin am Montag. Entsprechend seien die dafür vorgesehenen Regelungen in den Corona-Landesverordnungen zu Ein- und Ausreisen aktiviert worden. dpa/Ali Lorestani/TT News Agency/AP/dpa Das öffentliche Leben in Schweden – hier eine Aufnahme aus Stockholm vom 20. April – war und ist vergleichsweise wenig eingeschränkt.

Zuvor hatte bereits Niedersachsen Schweden-Rückkehrer erneut zu einer 14-tägigen häuslichen Isolation verpflichtet. Der Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner pro Woche gilt als eine zentrale Kenngröße zur Identifizierung von Risikogebieten. Er wird auch innerhalb Deutschlands von den Gesundheitsbehörden beachtet.

Anfänglich hatte es bundesweit pauschale Quarantäneverpflichtungen bei Wiedereinreisen gegeben. Diese Regelung wurde inzwischen für alle EU-Mitgliedstaaten sowie eng mit der EU verbundene Länder wie die Schweiz und Norwegen aber wieder aufgehoben. Speziell im Fall von Schweden hatte es auch Verwaltungsgerichtsurteile gegeben, die Bundesländern die pauschale Anordnung einer Quarantäne untersagten.

Covid-19: Erste Lockerung der Regeln in New York

16.17 Uhr: Exakt 100 Tage, nachdem in New York der erste Corona-Fall bestätigt wurde, sind am Montag in der Millionenmetropole erste Lockerungen monatelanger Maßnahmen in Kraft getreten. Mit dem Start von Phase eins eines vierstufigen Öffnungsplans des Bundesstaates New York dürfen unter anderem die Arbeiten auf mehr als 32.000 Baustellen in der Stadt wieder starten. Außerdem können Einzelhändler telefonisch und online Bestellungen annehmen und ihren Käufern im Laden übergeben. Publikumsverkehr ist in den Geschäften noch nicht erlaubt.

Gaststätten und Bars bleiben für Gäste zum Hinsetzen geschlossen, Essen und Getränke außer Haus sind aber wie bisher auch erlaubt. Auch der reguläre Betrieb in Büros ist noch untersagt. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 400.000 Menschen wieder ihre Arbeit aufnehmen könnten. Die nächste Öffnungsphase soll frühestens in zwei Wochen in Kraft treten. 

Die Stadt war wochenlang das weltweite Epizentrum der Pandemie. Nach dem ersten offiziellen Fall am 1. März sind in New York bisher rund 204.000 Corona-Erkrankungen bestätigt worden. Fast 17 200 Tote waren positiv auf Covid-19 getestet worden und die Stadt geht von zusätzlich rund 4700 Toten aus, die ebenfalls infiziert gewesen sein könnten. Rund einer von 400 Einwohnern der 8,4-Millionen-Stadt wäre damit Covid-positiv gestorben.

Studien: Maßnahmen gegen Covid-19-Ausbreitung verhinderten viele Tote

12.51 Uhr: Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben Analysen zufolge allein in elf europäischen Ländern bis Anfang Mai etwa 3,1 Millionen Todesfälle verhindert. Der großangelegte Lockdown samt Grenzschließungen, Kontaktsperren und Schulschließungen habe eine Kontrolle des Pandemie-Verlaufs ermöglicht, berichtet ein britisches Forscherteam um Seth Flaxman vom Imperial College London (Großbritannien) nach der Analyse der Todesfallzahlen im Fachmagazin "Nature". Wenn der gegenwärtige Trend anhalte, bestehe Anlass zu Hoffnung. Uwe Anspach/dpa

Bis zum 6. April hätten die Maßnahmen rund 530 Millionen Infektionen allein in sechs Ländern verhindert, berichtet ein zweites Forscherteam ebenfalls in "Nature". Sie hatten den Infektionsverlauf bis zu diesem Stichtag in China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA analysiert. Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet, sagte Studienleiter Solomon Hsiang von der UC Berkeley (USA).

Spahn sauer nach Demo-Bildern aus Berlin: "Signalwirkung ist verheerend"

12.44 Uhr: In Deutschland nahmen am Samstag zehntausende Menschen an Demonstrationen teil. Afrodeutsche Initiativen hatten in rund 20 Städten zu den Protesten unter dem Motto "Silent Demo" aufgerufen. In Hamburg und Berlin kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich bereits bei Twitter besorgt über "dicht gedrängte Menschenmengen mitten in der Pandemie". Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ Am Alexanderplatz in Berlin standen Tausende Demonstranten dicht gedrängt Schulter an Schulter. Viele Teilnehmer trugen zudem keinen Mundschutz.

In einer internen Sitzung des CDU-Präsidiums wurde Spahn nun offenbar noch einmal deutlich, wie die "Bild"-Zeitung berichtet: „Die Signalwirkung der Demonstrations-Bilder ist verheerend“, soll er dort gesagt haben.

Auch die Bundesregierung mahnt zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen auch bei Demonstrationen. "Es muss möglich sein, auch auf solchen Veranstaltungen Masken zu tragen und den Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf eine Frage nach den Demonstrationen gegen Rassismus am Wochenende, bei denen Menschen teils dicht gedrängt standen.

Studie bestätigt Schutzwirkung von Masken vor Corona

12.04 Uhr: Eine Studie hat die Schutzwirkung von Masken gegen das Coronavirus bestätigt. Die allgemeine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, zum Beispiel beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, trage offenbar deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei, teilte die Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Montag mit. Wissenschaftler von vier Universitäten verglichen dafür die Entwicklung der Infektionszahlen im thüringischen Jena mit denen vergleichbarer Städte, wo die Maskenpflicht erst später eingeführt wurde.

Jena hatte als erste Großstadt bereits am 6. April das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Pflicht gemacht und damit wesentlich früher als in allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Daraufhin stieg die Zahl der registrierten Infektionen in Jena nur noch schwach.

Nach den Berechnungen der Forscher "tut sich eine signifikante Kluft zwischen den Fallzahlen in Jena und der Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht auf". 20 Tage nach der Einführung der Maskenpflicht in Jena sei die Gesamtzahl der dort registrierten Covid-19-Fälle lediglich von 142 auf 158 gestiegen, im Vergleichsmodell hingegen von 143 auf 205. dpa/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Alternativ zur Maske kann es eventuell ausreichen, Mund, Nase und Wangen mit einem Schal oder Tuch zu bedecken – das nennen einige Bundesländer explizit als Alternative.

In einem zweiten Schritt untersuchten die Forscher die Entwicklung der Fallzahlen in den Städten und Kreisen, welche die Maskenpflicht zum 22. April eingeführt hatten, mit den Fallzahlen der Kommunen, die die Maskenpflicht erst zum 27. April oder später einführten. Auch hier zeigen sich signifikante Unterschiede.

"Zusammenfassend kann man sagen, dass die Einführung der Maskenpflicht in den jeweiligen Kreisen zu einer Verlangsamung der Ausbreitung von Covid-19 beigetragen hat", erklärte Klaus Wälde von der Universität Mainz. Dieses Ergebnis stimmt mit der Einschätzung von Epidemiologen und Virologen überein, wonach ein Mund-Nasen-Schutz den Luftstrom beim Sprechen hemmt und dadurch die Übertragung infektiöser Partikel eingedämmt wird.

Weiterhin niedriges Niveau der Covid-19-Neuinfektionen

19.43 Uhr: Die Zahl der in Deutschland bestätigt mit dem Coronavirus getesteten Menschen ist am Sonntag auf 184.110 gestiegen – das sind 334 Personen mehr als am Vortag. Das geht aus den Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervor. Zwei Bundesländer meldeten am Sonntag keine neuen Infektionen: Brandenburg und das Saarland. dpa/picture alliance / Oliver Dietze/dpabild Die Saarschleife, aufgenommen vom Aussichtspunkt „Cloef“ in Orscholz (Saarland).

Die Reproduktionszahl liegt laut Robert-Koch-Institut inzwischen bei 1,05 und stieg damit wieder spürbar auf einen kritischen Wert an (von 0,87 am Vortag). Das heißt, dass im bundesweiten Durchschnitt 100 Infizierte 105 weitere Personen anstecken. Weil die Zahl der momentan Infizierten mittlerweile aber niedrig ist, fluktuiert der R-Wert sehr stark von Tag zu Tag.

Bislang sind 8652 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben – 16 neue Todesfälle kamen am Sonntag hinzu. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei 169.200. Damit liegt die Zahl der akut Infizierten bei knapp 6.300.

Anmerkung: Sachsen-Anhalt meldet seit diesem Wochenende nur noch montags bis freitags neue Infektionszahlen.


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