Gesundheit

Im Winter wurden vor allem weniger Erkältungspräparate abgegeben

Vergangenen Freitag wollte DAZ.online von seinen Leser:innen erfahren: „Gab es bei Ihnen den großen OTC-Einbruch im Winter?“ Leider lautete die Antwort der überwältigenden Mehrheit „ja“. Es gibt aber Unterschiede zwischen den Präparate-Klassen.

Schon am Donnerstag der vergangenen Woche hatte DAZ.online berichtet, dass das Weihnachtsgeschäft im Jahr 2020 die Versender gemacht haben. Denn eigentlich fielen laut einer Sempora-Studie im Corona-Jahr 2020 die OTC-Umsätze nur etwas niedriger aus als im Vorjahr. Allerdings legten die Versender laut der Studie im Weihnachtsgeschäft um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, während es bei den öffentlichen Apotheken zu einem Rückgang  um 11 Prozent kam.

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Gab es bei Ihnen den großen OTC-Einbruch im Winter?

Auch welche Präparate konkret von dem OTC-Rückgang betroffen waren, gab die Studie wieder: Nach den zu Beginn der Pandemie bekannten Hamsterkäufen gingen die Umsätze mit Erkältungsmitteln in den Folgemonaten deutlich zurück. „So wurden im November und Dezember über 50 Prozent weniger mit Grippepräparaten und Expektorantien umgesetzt als im Vorjahreszeitraum“, berichtete DAZ.online. Neben dem „Hamstern“ wurde die Situation wahrscheinlich auch dadurch verstärkt, dass banale Infekte infolge der Corona-Schutzmaßnahmen deutlich seltener auftraten. 

Ob es nun an den geringeren Kundenzahlen durch Kontaktbeschränkungen an sich lag oder an der daraus womöglich folgenden verminderten Häufigkeit von Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen – DAZ.online wollte von seinen Leser:innen aus den Apotheken persönlich erfahren, ob sie tatsächlich, aufgrund von Corona, im November und Dezember 2020 weniger OTC-Präparate verkauft haben. Die ernüchternde Botschaft lautet leider eindeutig „ja“.

Umsatzeinbruch bei Diarrhö-Präparaten weniger deutlich

So gaben von 439 Umfrage-Teilnehmer:innen knappe 95 Prozent an, dass sie weniger Erkältungspräparate als im Vorjahr verkauft haben. Der Unterschied sei deutlich. Nur rund 3 Prozent gaben an, dass der Unterschied so gering sei, dass dieser nicht mit „Corona“ zusammenhängen müsse. Noch weniger verzeichneten keinen Umsatzeinbruch (2,05 Prozent) oder verkauften sogar mehr (0,68 Prozent) als im Vorjahr.

Dass das tatsächlich an den Infektionsschutzmaßnahmen gegen das Coronavirus liegen könnte – das sich ja primär über die Luft und weniger über Oberflächen übertragen soll –, zeigen die Antworten auf die zweite Frage. Denn bei den Präparaten gegen Diarrhö gab es der DAZ.online-Umfrage zufolge zwar auch einen Umsatzeinbruch im November und Dezember 2020, dieser war jedoch weniger deutlich. Von 388 Teilnehmer:innen gaben rund 68 Prozent an, dass der Unterschied deutlich gewesen sei, während gute 18 Prozent einen geringen Unterschied beobachteten, den sie nicht unbedingt mit Corona in Verbindung bringen. 12 Prozent verzeichneten keinen Unterschied zum Vorjahr und 0,77 Prozent verkauften sogar mehr.

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