Gesundheit

Herzgesundheit: Unregelmäßige Essenszeiten erhöhen das Herz-Kreislauf-Risiko – Heilpraxis

Unregelmäßige Essenszeiten können dem Herzen schaden

Wer gesund bleiben will, muss nicht nur darauf achten, was gegessen wird, sondern auch wann. Denn eine neue Studie hat gezeigt, dass Änderungen des Essenszeitpunkts von Tag zu Tag und von Wochentag zum Wochenende einen negativen Einfluss auf Risikofaktoren für die Herzgesundheit haben können.

Im vergangenen Jahr berichteten Forschende um Nour Makarem von der Columbia University in New York, dass eine höhere abendliche Kalorienaufnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. In der neuen Studie haben sie nun gezeigt, „dass es nicht nur um das Timing des Essens geht, sondern auch um die tägliche Regelmäßigkeit und die Regelmäßigkeit der Nahrungsaufnahme am Wochenende und an Wochentagen“, sagte Makarem laut einer Mitteilung der American Heart Association (AHA).

Veränderte Essenszeiten an Wochenenden

Im Rahmen der Studie, die kürzlich auf der virtuellen Konferenz der AHA Scientific Sessions vorgestellt wurde, untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Gruppe von 116 Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren.

Die Studienteilnehmerinnen benutzten eine Woche lang ein elektronisches Ernährungstagebuch, um zu verfolgen, was und wann sie aßen. Ein Jahr später kehrten 99 der Frauen zurück und wiederholten den Vorgang.

Der Umstand, dass Menschen am Wochenende ihre Schlafmuster ändern, wurde als „sozialer Jetlag“ bezeichnet. Makarems Team untersuchte die täglichen Veränderungen des Essenszeitpunkts, der Dauer der Essenszeit, des Abendessens und des „Jetlag-Essens“, also den Unterschieden zwischen dem Essen an Wochentagen und an Wochenenden.

Die Studie untersuchte den Zeitpunkt des ersten und letzten Essens des Tages der Teilnehmerinnen, wie lange sie über Nacht ohne Essen waren und wie viel Prozent der täglichen Kalorien sie nach 17 Uhr und nach 20 Uhr konsumierten.

Anstieg des Blutdrucks und des Bauchumfangs

Während der einjährigen Nachbeobachtungszeit der Studie zeigte sich, dass es bei den Frauen bei jeder zehnprozentigen Steigerung der unregelmäßigen Kalorien nach 17 Uhr zu einem Anstieg des systolischen Blutdrucks um fast drei Punkte und zu einem Anstieg des diastolischen Blutdrucks um mehr als zwei Punkte kam. Auch eine signifikante Veränderung des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c wurde festgestellt.

Des Weiteren zeigten die Ergebnisse, dass eine Zunahme der täglichen Variabilität der nach 20 Uhr verzehrten Kalorien mit einer Vergrößerung des Bauchumfangs um mehr als einen Zentimeter und einem Anstieg des Body-Mass-Index (BMI) um einen halben Punkt einherging.

Auch die zeitlichen Unterschiede sowie das Ausmaß des abendlichen Essens und die Dauer der Essperiode zwischen Wochentagen und Wochenenden wurde mit einem Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks und des BMI gebracht. Es ist bekannt, dass ein höherer Blutdruck, eine Zunahme des BMI und des Bauchumfangs das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können.

Abendliche Kalorien besonders problematisch

Dr. Deepak L. Bhatt, Professor für Medizin an der Harvard Medical School, der nicht an der Forschung beteiligt war, sagte, dass es schwierig sein könne, die genauen Zusammenhänge zwischen Essenszeitpunkt, Schlaf und Herzgesundheit herauszufinden.

„All diese Beziehungen sind schwierig, weil nichts isoliert verläuft“, so der Experte vom Herz- und Gefäßzentrum des Brigham and Women’s Hospital in Boston. Er verwies darauf, dass beispielsweise Menschen, die spät nachts aufbleiben und spät nachts essen, möglicherweise auch nicht so gut schlafen. „Das kann sie auch für eine Gewichtszunahme prädisponieren.“

Wenn Menschen tagsüber essen, können sie durch normale Aktivitäten einen Teil der Kalorien verbrennen, sagte er. Aber jemand, der lange aufbleibt, hat immer noch Hunger. Und dieser zusätzliche Snack oder diese Mahlzeit „geht wirklich direkt in den Bauch“.

Störung des Ess- und Schlafzyklus in der Pandemie

Frau Makarem meinte, dass die COVID-19-Pandemie weiter zur Störung des Ess- und Schlafzyklus beitragen könnte. Angesichts der relativ geringen Größe ihrer Studie und ihres Fokus auf Frauen sei mehr Forschung erforderlich, bevor umfassende Empfehlungen abgegeben werden könnten, sagte sie.

Bhatt betonte, dass der gesunde Menschenverstand sich durchsetzen sollte. „Soweit es das moderne Leben erlaubt, ist der Versuch, ein regelmäßige Ess- und Schlafmuster zu haben, wie uns die meisten unserer Mütter wahrscheinlich gesagt haben, ein guter Rat.“ (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Quelle: Den ganzen Artikel lesen