Gesundheit

Gratis-Tests für Kinder verlängert – so teuer wird es jetzt für erwachsene Ungeimpfte

Corona-Tests muss ab Oktober jeder selbst zahlen. Ausnahmen gelten nur noch für vier Gruppen – sowie für Zwölf- bis 17-Jährige. Die Übergangsregel für sie hat Gesundheitsminister Spahn jetzt sogar verlängert. Ungeimpften Erwachsenen drohen aber deutliche Kosten.

Kinder von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn doch noch "bis Ende des Jahres" kostenlose Corona-Schnelltests bekommen. "Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Beide Gruppen hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

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Zunächst hatte es geheißen, dass die Übergangsregel für Kinder zwischen zwölf und 17 Jahren am 30. November ausläuft. Schwangere sollten den bisherigen Plänen nach bisher gänzlich aus der ab 1. Oktober geltenden Selbstzahler-Regel für Corona-Tests rausfallen. Der Grund: Es gab keine Impfempfehlung seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Seit vergangener Woche rät das Expertengremium allerdings auch Schwangeren und Stillenden ausdrücklich zur Corona-Impfung. Damit werden künftig wohl auch sie ihren Corona-Test selbst bezahlen müssen, wenn sie sich gegen die Immunisierung entscheiden.

Da die Empfehlung jedoch relativ spät kam, will die Politik offenbar auch ihnen ausreichend Zeit geben, um sich mit der Impfentscheidung auseinanderzusetzen – und eine Immunabwehr in den Wochen nach der Impfung aufzubauen.

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  • Für wen die Corona-Tests kostenlos bleiben

    Für den Rest der Erwachsenen in Deutschland läuft der Countdown in Sachen Kostenlos-Tests. In etwas mehr als drei Wochen soll die neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums in Kraft treten. Danach kommt die öffentliche Hand nicht mehr für Tests auf dem Corona-Erreger auf. Zuerst hatte über einen entsprechenden Referentenentwurf aus Berlin der "Business Insider" berichtet.

    Gratis sollen Tests dann nur noch für vier Gruppen sein. Nämlich für

    • Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können
    • Menschen, für die es keine Impfempfehlung gibt wie Kinder unter zwölf Jahren
    • Menschen, die Covid-19-typische Symptome haben
    • Menschen, die Einrichtungen besuchen, in denen enger Kontakt zu Risikopatienten besteht, wie etwa im Gesundheits- und Pflegebetrieb.

    Für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren sowie Schwangere soll, wie gesagt, eine Übergangsregel bis Ende des Jahres gelten.

    Ungeimpfte könnte die neue Regel teuer kommen. Was genau ab Oktober für einen Corona-Schnell- oder PCR-Test fällig wird, könne bisher zwar "keiner wirklich sagen", erklärte eine Ministeriumssprecherin. Dies werden "auf dem freien Markt" entschieden. Aber Orientierungswerte gibt es durchaus.

    Wie viel sollen die Corona-Tests kosten?

    So würden die gesetzlichen Krankenkassen derzeit für einen PCR-Test im Labor gut 43 Euro bezahlen; für einen Schnelltest etwa elf Euro. Dies könnten Anhaltspunkte für künftige Preise sein, sagte die Sprecherin. Je nachdem, wo man sich testen lässt, sind aber höhere Preise denkbar:

    • So kostet ein PCR-Abstrich im Testzentrum am Münchner Flughafen 128 Euro (inklusive Testergebnis innerhalb von zwei bis vier Stunden). Einen Schnelltests gibt es dort für 45 Euro. Das Ergebnis liegt dann laut Betreiber in der Regel innerhalb von ein bis zwei Stunden vor.
    • Am Frankfurter Flughafen werden für den PCR-Test innerhalb von zwölf Stunden 89 Euro fällig. Der Schnelltest kostet 29 Euro.

    Bei einer maximalen Gültigkeit von 48 Stunden und einem aktiven Sozialleben kann das für Ungeimpfte schnell Ausgaben von mehreren hundert Euro pro Monat bedeuten. Gerade dann, wenn die Inzidenz steigt und Schnelltests in Innenräumen nicht mehr ausreichen. PCR-Tests sind aufgrund dessen, dass sie einzeln im Labor untersucht werden, in der Regel deutlich teurer als der Abstrich mit Ergebnis vor Ort.

    Vor der Einführung der kostenlosen Bürgertests im März hatten Apotheken, Ärzte und Teststationen zwischen 20 und 50 Euro für einen Schnelltests verlangt. Wo ab Oktober noch Tests angeboten werden, ist genauso wie die Kosten-Frage bisher unklar.

    Warum der Bund die Gratis-Tests einstellt

    Als Begründung für die Einstellung der Gratis-Tests führt das Bundesgesundheitsministerium das breite Angebot der Impfungen an: "Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich."

    Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Wer sie nicht wahrnehme und sich nicht impfen lasse, der müsse dann eben die Kosten für Tests selbst tragen.

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