Gesundheit

Frankreich: Antibiotika nur noch in Einzeldosen?

InFrankreich wird seit geraumer Zeit über die Abgabe von Arzneimitteln alsEinzeldosen diskutiert. Aufhänger ist der Fehlgebrauch von Antibiotika. EinPilotversuch hat recht vielversprechende Ergebnisse gebracht, aber es gibt auchernst zu nehmende Bedenken.

Diefranzösische Gesundheitsministerin Agnes Buzyn ist im Moment ein wenig in derBredouille. Ihr Präsident Emmanuel Macron hatte in seinem Wahlprogrammvollmundig angekündigt, die Abgabe von Arzneimitteln als Einzeldosen auf denWeg bringen zu wollen, anstelle der mengenmäßig nicht immer so optimalenFertigpackungen. Dabei dachte man vor allem an Antibiotika und wollte damit derenFehlgebrauch und die Resistenzentwicklung ebenso wie den Arzneimittelmülleindämmen.

Undnun? „Es ist technisch kompliziert. Das ist das einzige Problem“, antwortet  Buzyn in einem Interview mit „Le Figaro“ auf den Vorwurf, das Wahlversprechen nicht einzuhalten. Dabeiverweist sie vor allem auf die Probleme im Zusammenhang mit derRückverfolgbarkeit der Medikamente und meint wohl die neuen Anforderungen derFälschungsschutzrichtlinie.

Modellversuchmit 14 Antibiotika

Schonvor einigen Jahren haben die Franzosen die personalisierte Abgabe vonEinzeldosen von Antibiotika getestet. Miteinem Dekret hatte das Gesundheitsministerium Mitte September 2014 einenModellversuch genehmigt. Damit wurde bestimmten Apotheken erlaubt, 14 Antibiotikaals Einzeldosen abzugeben, und zwar zunächst in den Departements Ile-de-France,Lothringen, Limousin und Provence-Alpes-Côte d’Azur. Als Vergleich diente dieAbgabe von Fertigpackungen. Das Experiment sollte insgesamt drei Jahre dauern.Nach einem Jahr gab´s dann die erste Bilanz bis November 2015.

Vielweggeworfen

DerVersuch wurde in insgesamt 100 Apotheken durchgeführt. 75 gaben Einzeldosen ab(Studiengruppe), 25 Fertigpackungen (Kontrollgruppe). Von den knapp1200 Patienten, erhielten während der drei Sessionen von vieraufeinanderfolgenden Wochen  907 einepersonalisierte Ration und 278 die handelsübliche Packungsgröße. In 60 Prozentder Fälle passte die Packungsgröße nicht zu der beabsichtigten Therapiedauer. Unterdem Strich wurden zehn Prozent weniger Einzelsoden abgegeben. Rund 13 Prozentder Patienten erklärten, nicht genommene Dosen weggeworfen zu haben.

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