Gesundheit

Erythrit – der Zucker „light“

Unter den als Süßungsmittel zugelassenen Zuckeralkoholen nimmt Erythrit eine Sonderstellung ein: Als einziges Mitglied der „Zuckeralkohol-Familie“ ist Erythrit äußerst kalorienarm und zusätzlich besonders gut verträglich. Die Werbung spricht von einer „naturreinen, kalorienfreien und leichten Alternative zum ungesunden Haushaltszucker“. Wie viel Leichtigkeit bietet Erythrit tatsächlich?

Erythrit gehört wie Sorbit, Xylit und Mannit von seiner chemischen Struktur her zu den Zuckeralkoholen. Es handelt sich um die reduzierte Form der Weinsäure und man kann durchaus von einem Naturstoff sprechen. Denn Erythrit kommt in geringen Mengen in einigen Obstsorten vor, zum Beispiel in Birnen, Weintrauben, Melonen und Pflaumen, aber auch in fermentierten Lebensmitteln wie Sojasoße, Bier und Käse.

Alles andere als „naturrein“

Für den Einsatz von Erythrit als Süßungsmittel greift man jedoch nicht auf diese natürlichen Quellen zurück. Für die Lebensmittelindustrie am kostengünstigsten und damit gebräuchlichsten ist es, Erythrit aus stärkehaltigen Pflanzen, in der Regel Mais, zu gewinnen. Stärke wird enzymatisch in Saccharose und Glucose aufgespalten und dann mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen (Pilze, Hefen) in Erythrit umgewandelt. Das Ergebnis dieses industriellen Prozesses lässt sich wohl kaum noch als „naturrein“ bezeichnen. Im Supermarktregal stößt man auf Erythrit-Produkte mit der Aufschrift: „Ursprungsmaterial Mais aus der EU, ohne Gentechnik“ – eine Art von Vertrauenswerbung. Trotz allem ist davon auszugehen, dass die Stärkeverzuckerung heutzutage immer mit gentechnisch veränderten Organismen erfolgt, die in der Regel nicht kennzeichnungspflichtig sind.

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Milde Süße für die Küche

Erythrit besticht durch seine Eigenschaften. Es schmeckt mild süß ohne ausgeprägten Eigengeschmack. Die Substanz liegt, ähnlich wie normaler Zucker, als gut rieselndes weißes Pulver oder auch in Kristallform vor. Im Vergleich zum Haushaltszucker liegt seine Süßkraft bei rund 70 Prozent. Das ist bei seiner Verwendung als Zuckeraustauschstoff zu bedenken und entsprechend auszugleichen. Erythrit löst sich in Wasser, allerdings weniger gut als Zucker. Es ist hitzestabil und eignet sich auch zum Backen. Bei Verwendung in Backrezepturen ist darauf zu achten, dass durch die schlechtere Löslichkeit Kristalle im Teig zurückbleiben können. Besser ist es daher, zum Backen eine Pulver-Variante zu wählen oder einen Erythrit-Xylit-Mix.

Kalorienarm und zahnfreundlich

Im menschlichen Körper verhält Erythrit sich freundlich: Mit nur 20 Kalorien pro 100 Gramm ist es extrem kalorienarm. Damit nimmt es unter allen Zuckeralkoholen eine Sonderstellung ein. Zum Vergleich: Sorbit, Xylit, Maltit & Co. haben ca. 240 Kalorien, Haushaltszucker ca. 400 Kalorien pro 100 Gramm.
Die Mundbakterien können Erythrit nicht zerlegen und es entstehen keine kariesfördernden Säuren. Das schont die Zähne und soll, ähnlich wie Xylit, bei längerer Anwendung sogar zahnpflegend wirken. Allerdings soll das Mundgefühl bei Verzehr von Erythrit etwas gewöhnungsbedürftig sein, ein leicht kühlender Effekt wird beschrieben.

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