Gesundheit

Ein Wendepunkt: Erstmals verpflanzen Mediziner ein Schweineherz am Menschen

Ein 57-Jähriger US-Amerikaner mit lebensbedrohlicher Herzerkrankung hat das Herz eines genetisch veränderten Schweins erhalten. Es ist die erste erfolgreiche Transplantation eines Schweineherzens beim Menschen.

David Bennett aus Maryland besitzt endlich wieder ein funktionierendes Herz. Es ist jedoch kein gewöhnliches Herz. David Bennett ist der erste Mensch der Welt, dem erfolgreich ein Schweineherz eingesetzt wurde. Das berichtet die "New York Times".

Bennett litt unter einer lebensbedrohlichen Herzerkrankung. Am University of Maryland Medical Center unterzog sich der 57-Jährige einer achtstündigen Operation. Die könnte einen Grundstein für viele weitere solcher Eingriffe gelegt haben: Allein im vergangenen Jahr erhielten rund 4000 US-Amerikaner ein Spenderherz. Die Zahl derer, die auf ein Spenderherz angewiesen sind, dürfte jedoch weitaus höher sein.

Ärzte verpflanzen Schweineherz am Menschen: "Es funktioniert, und es sieht normal aus"

Ein Schweineherz scheint dem Herz des Menschen jedenfalls in nichts nachzustehen. "Es funktioniert, und es sieht normal aus", sagte Dr. Bartley Griffith, der Leiter des Herztransplantationsprogramms am Medical Center der "New York Times". Dr. Griffith führte die Operation durch. Allerdings warnt der Arzt vor übereilter Euphorie. Wir sind zwar begeistert, aber wir wissen nicht, was der morgige Tag bringen wird. So etwas haben wir noch nie zuvor gemacht."

Dr. David Klassen, leitender Arzt des United Network for Organ Sharing, spricht von einem "Wendepunkt", fügt jedoch hinzu, dass man noch viele Hürden überwinden müsse, bis ein solches Verfahren auf breiter Basis angewandt werden könne.

Doch warum entschied sich David Bennett für ein Schweineherz? Wie Ärzte und Familienmitglieder der "New York Times" berichten, seien alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und Bennett für die Transplanation eines Spenderherzens bereits zu krank gewesen.

Bennett: "Ich weiß, dass es ein Schuss ins Blaue ist, aber es ist meine letzte Wahl"

Noch, so die Zeitung, sei unklar, wie Bennetts Körper das Herz verträgt, oder ob dieser das neue Organ gar abstößt. Die ersten 48 Stunden seien jedoch ohne Zwischenfälle verlaufen. Noch immer ist der 57-Jährige an eine Maschine angeschlossen, die ihn schon vor der Operation am Leben hielt.

Bennetts Entscheidung für ein Schweineherz war jedenfalls eine mutige. "Ich weiß, dass es ein Schuss ins Blaue ist, aber es ist meine letzte Wahl", sagte er vor der Operation. "Entweder ich sterbe oder ich mache diese Transplantation."

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