Gesundheit

Die Krux mit dem Reflux: Was bei Sodbrennen hilft – und was nicht

Angeblich soll sauer ja lustig machen. Wissenschaftlich belegen, lässt sich das allerdings nicht. Vermutlich auch, weil bei der Überlieferung alter Texte aus dem 17. Jahrhundert nicht alles glatt lief. Die Redensart bezieht sich nämlich vielmehr darauf, dass saure Lebensmittel wie Zitrone, Apfelessig oder Sauerkraut den Appetit fördern. Egal. Denn wenn Saures in die Speiseröhre gelangt, ist das überhaupt nicht lustig, sondern vor allem eins, nämlich lästig. Sodbrennen ist ätzend und es nervt. Doch mit ein paar einfachen Tricks kann man das fiese Brennen unterm Brustbein in den Griff kriegen. 

Sodbrennen: Die Krux mit dem Reflux

Dazu sollte man sich zunächst einmal klar machen, wie Sodbrennen überhaupt entsteht. In den allermeisten Fällen sind opulente, ballaststoffreiche und fette Mahlzeiten der Auslöser. Warum? Der Körper reagiert zunächst sehr sinnvoll, wenn Fette aus dem Magen in den Darm gelangen. Weil der etwas länger braucht, um Fette zu verdauen, bekommt der Magen über das Nervensystem ein Signal, etwas langsamer zu arbeiten. Ergo: Die fette Nahrung verbleibt länger im Magen, es entsteht mehr Gas – und das muss entweichen. Beim folgerichtigen Aufstoßen kann mit dem Gas auch Magensäure in die Speiseröhre gelangen. Schon ist das säuerliche Brennen unter dem Brustbein – genannt Sodbrennen – da.

Ähnlich verhält es sich bei anderen beliebten, aber auch schwer verdaulichen Nahrungsmitteln wie Pilzen, Hülsenfrüchten oder Getreideprodukten. Sie sorgen dafür, dass Substanzen freigesetzt werden, die nicht nur die Magenentleerung verzögern, sondern auch die wichtige Speiseröhrenmuskulatur erschlaffen lassen. Der Schließmuskel (Ösophagussphinkter) arbeitet nicht mehr wie er soll und der Weg für die Magensäure ist frei.

Als weitere Risikofaktoren für Sodbrennen gelten große Mengen Kaffee (drei Tassen pro Tag und mehr), Alkohol, scharfe Gewürze, gebratene Speisen und Knoblauch.

Ist Sodbrennen gefährlich?

Magensäureblocker

Mittel gegen Sodbrennen bergen wohl mehr Risiken als gedacht

Grundsätzlich nein. In der Regel ist das durch die sogenannte Refluxerkrankung ausgelöste Brennen einfach nur lästig. Erst wenn es sehr lang anhält oder häufig auftritt, sollte man mal beim Hausarzt vorbeischauen. Eine Magenspiegelung offenbart dann sehr schnell, wodurch das Sodbrennen ausgelöst wird. In den allermeisten Fällen ist es besagte Refluxerkrankung. Selten entzündet sich die Schleimhaut in der Speiseröhre aufgrund der aggressiven Magensäure. Das führt zu Schluckbeschwerden – und auch hier sollte man den Hausarzt aufsuchen. 

Fünf einfache Tipps, die Sodbrennen lindern

Finger weg von Joghurt und Zitrusfrüchten!

Umstritten ist, ob auch Milch den Magensaft verdünnen und neutralisieren kann. Koreanische Forscher wollen in einer Studie herausgefunden haben, dass das frühere Hausmittel Nr. 1 gegen Sodbrennen nicht die erste Wahl sein sollte. Einig sind sich Wissenschaftler aber darüber, dass Joghurt und Zitrusfrüchte bei Sodbrennen nicht helfen. Im Gegenteil. 

Auch von sogenannten Säureblockern raten Mediziner ab. Die meist als Tabletten verabreichten Medikamente können zwar die Magensäure binden und kurzfristig helfen – bergen aber ein Risiko. Weil man viele dieser Blocker rezeptfrei in der Apotheke bekommt, neigen Menschen dazu, sie unkontrolliert einzunehmen. Dann bewirken sie häufig sogar das Gegenteil. Vor allem bei älteren Menschen kann die dauerhafte Einnahme zu Problemen führen.

Quellen: netdoktor.de; sodbrennen.de; „Spiegel“

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