Gesundheit

Die Corona-News des Tages

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. Die heutigen Themen: Der EU-Impfpass, die Anpassung der Impfstoffe an neue Varianten, das Sterberisiko durch Corona-Typ B.1.1.7, Antibiotika-Einsatz bei COVID-19, der Impfstoff von AstraZeneca, die weltweit langsamer sinkenden Infektionszahlen, der aktuelle Stand der Covax-Initiative, das Impftempo in Deutschland, der Impffortschritt in Israel, der chinesische Impfstoff in Ungarn, die Besorgnis über die Impfstoffproduktion in Europa, die Flexibilität bei der Impf-Reihenfolge, der Anteil der Bevölkerung mit erhöhtem COVID-19-Risiko und die Frage, wann die drei zugelassenen Laientests in die Apotheken kommen.

Mi, 24.02.2021

16:42 Uhr

US-Wissenschaftler besorgt über Corona-Variante in Kalifornien

US-Wissenschaftler haben sich besorgt über eine Coronavirus-Variante in Kalifornien gezeigt. Die im Dezember erstmals entdeckte Variante, die Forscher „B.1.427/B.1.429“ genannt haben, sei ersten Erkenntnissen zufolge wahrscheinlich ansteckender als das Ausgangsvirus, berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf Wissenschaftler. Die Variante sei auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern weltweit entdeckt worden, habe sich aber nach bisherigen Erkenntnissen bislang vor allem in Kalifornien ausgebreitet.

„Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten – dass diese Variante komplett unbedeutend ist“, zitierte die „New York Times“ den Virologen Charles Chiu von der University of California in San Francisco. „Aber leider müssen wir einfach den Ergebnissen der Wissenschaft folgen.“ Mindestens zwei wissenschaftliche Studien zur kalifornischen Variante sind bereits abgeschlossen und sollen demnächst veröffentlicht werden.

16:04 Uhr

Corona-Selbsttests: Apotheken rechnen nicht mit rascher Verfügbarkeit

Die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien sind nun erteilt. Bis die Tests in den Verkaufsregalen liegen, dürfte es aber noch einige Tage dauern. Der Apothekerverband Rheinland-Pfalz hat mit Zurückhaltung auf die nun zugelassenen Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien reagiert. Einem Sprecher zufolge kann noch nicht sicher gesagt werden, wann die drei nun zugelassenen Tests tatsächlich in den Apotheken angeboten werden können. „Der pharmazeutische Großhandel hat die Produkte derzeit noch nicht vollständig gelistet, so dass eine Versorgung der Apotheken auch in den kommenden Tagen noch mit einem großen Fragenzeichen zu versehen ist“, teilte der Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit. 

Im Übrigen habe der Gesetzgeber keine Apothekenpflicht für diese Schnelltests erlassen, so dass diese auch abseits der Apotheke in den Handel gebracht werden könnten. Gleichwohl sei das Interesse der Kunden an den Schnelltests in den vergangenen Wochen auch in den Apotheken spürbar gewesen. Wie sich aber die Nachfrage letztendlich entwickle, sei auch davon abhängig, welche Regelungen der Gesetzgeber nun treffe. So sei aktuell etwa noch offen, was sich mit dem Ergebnis eines Antigen-Selbsttests anfangen lasse. Dazu lägen aktuell noch keine Regelungen vor. Wie eine Sprecherin des Arzneimittelhändlers Krieger in Koblenz mitteilte, könnten solche Tests in wenigen Tagen an die Apotheken ausgeliefert werden. „Wir gehen davon aus, in der kommenden Woche erste zugelassene Laientests an Apotheken ausliefern zu können“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Je mehr Hersteller die Zulassung von Seiten der Behörden erhalten, desto schneller könne der Großhändler für Arzneimittel auch die Ware in ausreichenden Mengen an Apotheken liefern, fügte sie hinzu. Die Preise für solche Tests seien allerdings noch nicht bekannt. Man gehe aber davon aus, zeitnah entsprechende Angebote der Hersteller zu erhalten.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Bei allen drei Tests würden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Dieser könne nach den von den Herstellern vorgelegten Studien jeweils durch Laien sicher durchgeführt werden, erklärte das Bundesinstitut weiter. 

Der Apothekerverband rechnet damit, dass künftig auch andere Methoden bei solchen Tests zur Anwendung kommen könnten. „In der Tat gibt es auch Gurgel- und Spucktests, denen aber derzeit eine Zulassung für die Abgabe und den Verkauf an Laien noch fehlt“, sagte der Sprecher des Verbandes am Mittwoch. Verschiedene Hersteller hätten entsprechende Zulassungen beantragt. Man rechne daher damit, dass in den kommenden Tagen und Wochen einige dieser Tests durch die Behörden für die Abgabe an Laien zugelassen werden.

16:11 Uhr

Bundesregierung setzt Impfstoff-Taskforce ein

Die Bundesregierung hat eine Taskforce eingesetzt, die sich um einen stärkeren Ausbau der Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus in Deutschland kümmern soll. Es gehe darum, mit den betroffenen Unternehmen rechtzeitig gegenzusteuern, wenn Engpässe in der Impfstoff-Produktion drohten, teilten die Ministerien für Finanzen, Wirtschaft und Gesundheit am Mittwoch gemeinsam mit. Die Taskforce soll sich um die Beschaffung von Rohstoffen, die Produktion und Abfüllung der Impfstoffe und die erforderlichen Nebenprodukte wie Kochsalzlösung zum Verdünnen und Spritzen kümmern.

Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht soll die Leitung eines Staatssekretärsausschusses übernehmen. Die Taskforce selbst wird vom Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Christoph Krupp, geleitet.

Beide Gremien sollen zum einen kurzfristig sicherstellen, dass nach dem aktuellen Zeitplan genügend Impfstoff für alle Bürger zur Verfügung steht. Sie sollen aber auch mittelfristig die Impfstoffproduktion in Deutschland aufbauen und den deutschen Forschungsstandort unterstützen.

15:40 Uhr

Spahn stellt Menschen mehr Freiheit durch Corona-Tests in Aussicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat der Bevölkerung im Corona-Lockdown wieder mehr Freiheit durch eine Ausweitung der Tests in Aussicht gestellt. Schnell- und Selbsttests würden Schritt für Schritt helfen, „ein Stück mehr Freiheit wieder zu haben“, sagte Spahn am Mittwoch im Bundestag in Berlin. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests erteilt, die man auch ohne Schulung zu Hause machen kann. Schnelltests, die geschultes Personal durchführen muss, sollen voraussichtlich in rund zwei Wochen etwa in Apotheken kostenlos gemacht werden können.

Laien-Selbsttests seien geeignet, wenn jemand für sich Sicherheit haben wolle. Sie könnten perspektivisch aber auch dazu dienen, wieder Besuche von Theatern oder anderen Veranstaltungen zu ermöglichen. „Das ist die Perspektive.“ Nach der erfolgten Zulassung der ersten drei Selbsttests seien diese nicht sofort überall verfügbar. Er sei aber sehr zuversichtlich, dass Woche für Woche deutlich mehr Tests auf den Markt kommen. Die Schnelltests wiederum seien überall dort die erste Wahl, wo ein durch Dritte dokumentiertes Ergebnis nötig sei – etwa bei Reisen.

Insgesamt sei es gelungen, die Dynamik der Pandemie ein ganzes Stück zu brechen. „Wir wähnten uns auf einem guten Weg, aber dieses Virus gibt nicht einfach auf.“ Doch nun sei es zur Ausbreitung der ansteckenderen Virusvarianten gekommen. Die Mutation sei vor allem deswegen ansteckender, weil ein Infizierter dann länger ansteckender sei. Die Infiziertenzahlen sänken derzeit nicht mehr. „Das strengt an.“ Manche Debatten hätten sich mit der Zeit verhärtet. Doch alle Beteiligten bemühten sich, die Lage in den Griff zu bekommen – „mit Umsicht, mit Impfen, mit Testen“.

15:16 Uhr

RKI: Über die Hälfte der Bevölkerung mit erhöhtem Risiko bei COVID-19

Vor allem wegen Alter und Vorerkrankungen ist laut einer Studie mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 15 Jahre der Risikogruppe für schwere COVID-19-Verläufe zuzurechnen. Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) gehen in dieser Bevölkerungsgruppe von 36,5 Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko aus, davon sehen sie 21,6 Millionen Menschen als Hochrisikogruppe. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten RKI-Studie hervor.

Als stark erhöht werten die Autoren das Corona-Risiko bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind oder bestimmte Vorerkrankungen aufweisen (Diabetes mellitus, chronische Nierenbeschwerden, schwerste Form von Adipositas). Erhöhtes Risiko wird in der Studie bei Betroffenen mit einer Reihe weiterer Vorerkrankungen gesehen (darunter Bluthochdruck, Asthma sowie Herzinfarkt und Schlaganfall oder chronischen Folgebeschwerden). Zudem war der Hilfebedarf im Alltag ein Kriterium. Als Hauptrisikofaktor gelte mittlerweile ein höheres Lebensalter, schreiben die Autoren.

Die Risiken sind der Studie zufolge ungleich verteilt. „Im Saarland und in den ostdeutschen Bundesländern leben anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhten Risiko“, hieß es. Auch sind laut der Studie unter Menschen mit geringer Bildung größere Anteile der Risiko- und Hochrisikogruppe zuzurechnen als bei mittel und höher Gebildeten. Die Auswertung beruht auf einer Studie, für die rund 23.000 deutschsprachige Menschen ab 15 zwischen April 2019 und Oktober 2020 telefonisch befragt wurden.

14:50 Uhr

Bundesregierung für Flexibilität bei Reihenfolge für COVID-19-Impfung

Die Bundesregierung hält es für wahrscheinlich, dass die Reihenfolge der Impfungen gegen COVID-19 in den kommenden Monaten noch einmal angepasst wird. „Wir können nicht von heute bis August in Stein meißeln, wer wann geimpft wird“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Dass Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte an Grundschulen nun in der Priorität nach oben gerückt seien, „zeigt ja, dass es da wo notwendig, eine Flexibilität gibt“, fügte er hinzu.

Gleichzeitig warb er für Vertrauen in den AstraZeneca-Impfstoff, den Impfberechtigte oft nicht haben wollen. „Er ist wirksam, er ist sicher“, sagte Seibert. Es sei in der Tat so, dass bis Dienstag nur 15 Prozent der bisher vom Hersteller AstraZeneca gelieferten Impfdosen verabreicht worden seien, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hanno Kautz. Gleichzeitig betonte er: „Es muss nichts liegenbleiben.“ Schließlich gebe es die Möglichkeit, in einem solchen Fall zwischen den verschiedenen Prioritätsgruppen zu wechseln. Einige Bundesländer machten davon bereits Gebrauch. Der AstraZeneca-Impfstoff hat eine etwas geringere Wirksamkeit als die Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna, aber mit 70 bis 80 Prozent Wirksamkeit nach Expertenmeinung immer noch eine gute.

Der Ethikrat und die Ständige Impfkommission hätten angesichts der anfänglichen Impfstoff-Knappheit einen grundlegenden Maßstab für die Priorisierung der einzelnen Risiko- und Berufsgruppen geliefert, sagte Seibert. Dies sei sehr wichtig gewesen. Gleichzeitig werde es aber immer ein gewisses Maß an Flexibilität geben müssen.

14:01 Uhr

Ukraine beginnt mit Impfungen gegen Coronavirus – Impfstoffe aus Russland sind in der Ukraine verboten

Die Ukraine hat mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen – allerdings mit einem anderen Mittel als ursprünglich geplant. Ein Arzt im zentralukrainischen Tscherkassy erhielt Medienberichten vom Mittwoch zufolge die erste Spritze. Fünf der 24 Regionen und die Hauptstadt Kiew haben Gesundheitsminister Maxim Stepanow zufolge erste Impfstofflieferungen erhalten. In den Separatistengebieten im Osten des Landes laufen die Impfungen bereits seit knapp vier Wochen mit dem russischen Wirkstoff Sputnik V.

Am Vortag waren 500.000 Impfdosen einer Lizenzproduktion des Impfstoffs von AstraZeneca aus Indien eingetroffen, der in vielen anderen Ländern auf Vorbehalte stößt. Impfmittel aus Russland sind in der Ukraine verboten, weil das Verhältnis zu Moskau nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim zerrüttet ist. Ursprünglich sollte in der Ukraine der Impfstoff von Biontech und Pfizer eingesetzt werden, der wurde aber nicht pünktlich geliefert.

In der ersten Etappe werden Mediziner, Personal in Altersheimen und Frontsoldaten geimpft. Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich als Oberkommandierender zusammen mit Soldaten impfen lassen. Die Behörden planen, bis Ende des Jahres rund die Hälfte der ukrainischen Bevölkerung von mehr als 41 Millionen Einwohnern zu impfen. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. Offiziell haben sich bisher über 1,3 Millionen Ukrainer mit dem Virus infiziert.

13:49 Uhr

Fünf EU-Länder sind besorgt über Corona-Impfstoffproduktion in Europa

Fünf Staaten der Europäischen Union zeigen sich besorgt über den Umfang der Produktion von Corona-Impfstoff in Europa. Litauen, Belgien, Dänemark, Spanien und Polen appellierten am Mittwoch in einem gemeinsamen Schreiben an EU-Ratspräsident Charles Michel, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Produktionskapazitäten auszuweiten. Das teilte die litauische Präsidialkanzlei in Vilnius mit. Europa stehe aufgrund der unzureichenden Versorgung mit Impfstoffen und deren stockender Produktion demnach weiter vor Herausforderungen. „Das Auftreten neuer Coronavirus-Stämme gefährdet die Bemühungen der Mitgliedstaaten, die Pandemie zu kontrollieren und zum normalen Leben zurückzukehren“, hieß es den Angaben zufolge in dem einem Tag vor dem EU-Gipfel in Brüssel versandten Brief.

Die EU und die Mitgliedstaaten müssten daher alles daransetzen, dass die Impfstoffproduktion gesteigert wird. Die Regierungen sollten etwa den in Europa ansässigen Herstellern Unterstützung leisten, wenn diese Produktionsprobleme hätten und festgelegte Pläne nicht einhalten könnten. Die fünf EU-Staaten riefen zudem dazu auf, sämtliche vorhandenen Produktionskapazitäten zu nutzen und falls nötig auch neue zu schaffen. Auch müsse eng mit möglichen Herstellern zusammengearbeitet und Forschungsanstrengungen unterstützt werden. Dazu sei eine angemessene Finanzierung auf EU-Ebene nötig, hieß es nach litauischen Angaben in dem Schreiben weiter.

13:42 Uhr

Spahn: Inzidenz von null ist unerreichbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) glaubt nicht daran, dass das Coronavirus jemals komplett verschwinden wird. Eine Inzidenz von null werde es auf Dauer nicht geben können, außer man ziehe eine Mauer um das Land, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. „Wenn wir uns alle einschließen, dann sind wir vielleicht irgendwann bei einer Inzidenz null“. Das sei allerdings auch kein Leben. Vielmehr gehe es darum, die richtige Balance zwischen bestmöglichem Infektionsschutz und Leben und Freiheit zu finden. „Gesundheitsschutz stärker gewichtet als andere Aspekte, aber nicht absolut“, sagte Spahn.

13:20 Uhr

Ungarn beginnt Impfungen mit chinesischem Impfstoff

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Ungarn am Mittwoch als bisher einziges EU-Land mit der Verabreichung des chinesischen Impfstoffs von Sinopharm begonnen. In den nächsten sieben Tagen sollen 275.000 Menschen mit dem in der EU nicht zugelassenen Mittel geimpft werden, erklärte die Oberste Amtsärztin Cecilia Müller in einer Online-Pressekonferenz. „Damit unternehmen wir einen wichtigen Schritt zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus“, fügte sie hinzu.

In Ungarn gelangten bislang vor allem die Impfstoffe von Biontech-Pfizer, Moderna und AstraZeneca sowie in kleineren Mengen das russische Vakzin Sputnik V zum Einsatz. Angesichts des Mangels an westlichen Impfstoffen setzt der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban verstärkt auf die russischen und chinesischen Produkte. In Ungarn erhielten sie eine Notzulassung, zum Teil ohne eigene substanzielle Überprüfung.

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Corona-Impfstoffe

Was die Chinesen zu bieten haben

Die Verabreichung des Sinopharm-Impfstoffes, die am Mittwoch begann, erfolgt durch die Hausärzte und auf freiwilliger Basis. In Fachkreisen schlägt dem chinesischen Impfstoff wegen fehlender Studien Skepsis entgegen. „Über die Wirksamkeit der Impfung liegen wenig Informationen vor“, schrieb ein Budapester Hausarzt in einer E-Mail an seine Patienten. „Ich kann nicht sagen, wem sie empfohlen werden kann, doch wer sie haben will, dem verabreiche ich sie.“

13:17 Uhr

Israels Gesundheitsministerium darf Daten Nichtgeimpfter weitergeben

Israels Gesundheitsministerium darf in der Corona-Krise Daten über Nichtgeimpfte weitergeben. Das israelische Parlament in Jerusalem billigte am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzesentwurf in letzter Lesung.Demnach dürfen die Daten von Bürgern, die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, an örtliche Behörden, an das Erziehungs- sowie das Sozialministerium übermittelt werden. „Ziel ist es, diesen Einrichtungen zu ermöglichen, die Menschen persönlich dazu zu ermutigen, sich impfen zu lassen“, hieß es in einer Mitteilung des Parlaments.Mit Genehmigung des Gesundheitsministeriums dürfen Name, Identitätsnummer, Anschrift und Telefonnummer von Bürgern übermittelt werden, „die dazu berechtigt sind, sich impfen zu lassen, aber dies noch nicht getan haben“. Das Gesetz schreibt vor, dass diese Informationen nur zur Ermutigung zum Impfen dienen dürfen. Sie können demnach auch nur von bestimmten Zuständigen eingesehen werden und sollen danach gelöscht werden.

Der Abgeordnete Chaim Katz von der rechtskonservativen Regierungspartei Likud verteidigte das Gesetz gegen den Vorwurf, es verletze die Privatsphäre. Katz sagte, mehr und mehr junge Menschen erkrankten schwer an dem Coronavirus. „Ist die Privatsphäre wichtiger als das Leben?“ Die linksliberale Abgeordnete Tamar Sandberg sagte, sie sei auch für Impfungen. Die Übermittlung privater Daten sei jedoch gefährlich; sie könnten in die falschen Hände geraten, warnte sie.

Rund 70 Prozent der Menschen in Israel ab 16 Jahren sind mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Rund 4,5 Millionen Israelis haben die Erstimpfung und rund 3,15 Millionen bereits die Zweitimpfung erhalten. Israel ist ein sehr junges Land und hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Davon sind mit 6,4 Millionen rund 70 Prozent über 16 Jahre alt und rund 30 Prozent unter 16. Die Jüngeren können bisher noch nicht geimpft werden. Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neun mal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang etwa 3,5 Millionen Menschen eine erste und knapp 1,9 Millionen auch eine zweite Impfung.

12:15 Uhr

Spahn dringt auf mehr Impftempo – Weiter Stau bei AstraZeneca

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf höheres Tempo bei Impfungen in den Impfzentren. Die Länder hätten Kapazitäten von bis zu 300.000 Impfungen am Tag gemeldet, im Moment fänden bis zu 150.000 am Tag statt, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF. Deswegen gehe er davon aus, „dass das jetzt auch deutlich hochgefahren wird“. Die Länder hätten nachvollziehbarerweise beim Bund genügend Dosen angemahnt. „Jetzt ist Impfstoff da.“

Einen Stau gibt es vor allem beim Mittel des Herstellers AstraZeneca. Laut Bundesministerium sind inzwischen mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert worden – gespritzt wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Dienstag jedoch nur rund 239.000 Dosen. Dabei ist das Bild in den Bundesländern unterschiedlich: In Sachsen liegen demnach noch knapp 95 Prozent auf Halde, in Baden-Württemberg und Hessen knapp 94 Prozent, in Hamburg dagegen nur 66 Prozent.

Spahn erläuterte, dass allen Bewohner:innen in Pflegeheimen mittlerweile ein Impfangebot habe gemacht werden können. Es sei auch eine positive Wirkung zu sehen. „Das Infektionsgeschehen bei den über 80-Jährigen geht spürbar zurück.“

11:47 Uhr

Ghana erhält als erstes Land Corona-Impfstoff von Covax-Initiative

Als erstes Land der Welt hat das westafrikanische Ghana Corona-Impfdosen von der internationalen Covax-Initiative erhalten. Bei der ersten Ladung handelt es sich um 600.000 Dosen des AstraZeneca-Wirkstoffs, wie es in einer Mitteilung des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) vom Mittwoch hieß. Diese Lieferung repräsentiere den Beginn der wohl größten Beschaffungs- und Versorgungs-Initiative von Impfstoffen in der Geschichte. „Dies ist ein monumentales Ereignis“, hieß es.

Die Covax-Initiative wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi gegründet, um Länder mit kleinen und mittlerem Einkommen mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Die Initiative will nach eigenen Angaben in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dosen liefern.

Das westafrikanische Ghana werde voraussichtlich am Dienstag mit den Impfungen beginnen, sagte Informationsminister Kojo Oppong Nkrumah. Als erstes werden demnach Mitarbeiter:innen des Gesundheitswesens geimpft sowie Menschen über 60 Jahre, einige Justizmitarbeiter:innen, Lehrer:innen und Beschäftigte in wesentlichen Diensten. Ghana mit seinen rund 30,4 Millionen Einwohner:innen hat bislang rund 80.700 Corona-Infektionen verzeichnet, wie die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC berichtet. Als nächstes soll die Elfenbeinküste eine Ladung Impfdosen von Covax erhalten, sagte ein Unicef-Sprecher.

Lange bestand die Sorge, dass die Staaten Afrikas – und andere Entwicklungsländer – im Rennen um Corona-Impfstoffe zurückgelassen werden. Das hat sich auch zum Teil bewahrheitet: Bislang haben nur einige vereinzelte Länder in Afrika mit dem Impfen begonnen. Und auch mithilfe von Covax sowie der Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (AU) werden die ärmeren Länder den reichen Staaten der Welt hinterherhinken: Covax wird den teilnehmenden Staaten nur genug Dosen bieten können, um nach aktuellem Stand im ersten Halbjahr rund 3 Prozent der Bevölkerungen zu impfen. Deutschland dagegen will bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot machen.

11:23 Uhr

WHO: Gemeldete Corona-Infektionen gehen weltweit langsamer zurück

Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück, aber langsamer als zuvor. Zum sechsten Mal in Folge verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Wochenvergleich einen Rückgang bei den Neuansteckungen, dieses Mal um 11 Prozent, wie am Mittwoch aus ihrem jüngsten Wochenbericht hervorging. Die Zahlen umfassen Meldungen bis zum 21. Februar. In der Vorwoche lag der Rückgang bei 16 Prozent. Nur in den Regionen Südostasien und östliches Mittelmeer wurden etwas mehr Infektionen gemeldet als in der Vorwoche. Zum dritten Mal ging die Zahl der Todesfälle pro Woche zurück, um 20 Prozent auf rund 66.000.

Der Rückgang sei „wahrscheinlich“ das Ergebnis der vielerorts verhängten Schutzmaßnahmen. Damit sind unter anderem Handhygiene, Abstand halten und Einschränkungen gemeint, die auf Kontaktreduzierung abzielen. Auch zur Eindämmung der neuen und ansteckenderen Varianten seien diese Maßnahmen absolut wichtig. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 sei inzwischen in 101 Ländern nachgewiesen worden. Die USA hätten bis 21. Februar erst 1.661 Fälle dieser Variante gemeldet.

11:11 Uhr

Kassenärzte: Impfstoff nicht unverimpft liegen lassen

Deutschlands Kassenärzte haben die Bundesländer gemahnt, Impfstoffe gegen Corona nicht unverimpft liegenzulassen. Es gebe einen „Impfstau“ in den Impfzentren der Länder, kritisierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239.000 Dosen des Herstellers AstraZeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen AstraZeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert. KBV-Vizechef Stephan Hofmeister mahnte: „Unverimpft sollte der Impfstoff nicht herumliegen. Er muss verimpft werden.“

9:30 Uhr

Antibiotika-Einsatz bei COVID-19 – Drohen mehr Resistenzen?

„Antibiotika, die unnötig gegeben werden, sind die große Gefahr“, sagt Tim Eckmanns, der am Robert Koch-Institut in Berlin das Fachgebiet für Krankenhausinfektionen, Überwachung von Antibiotikaresistenzen und -verbrauch leitet. Expert:innen sorgen sich, dass ausgerechnet die von einem Virus ausgelöste Pandemie die Resistenzentwicklung bei Bakterien befeuern könnte. Auch wenn es paradox klingt: Wohl ein großer Teil der COVID-19-Patient:innen bekam oder bekommt Antibiotika – teils reflexhaft, wie Kritiker sagen. „COVID-19 ist eine reine Virusinfektion, da ergeben Antibiotika keinen Sinn“, stellt Stefan Kluge vom UKE Hamburg klar. Der Mitautor der Behandlungsempfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) verweist auch auf Nebenwirkungen und Kosten. Die Gründe, aus denen die Mittel dennoch eingesetzt werden, sind vielschichtig. 

Ein Anwendungsfall sind schwer an COVID-19 erkrankte Menschen, die intensivmedizinisch versorgt werden. „Wenn ein Patient länger auf der Intensivstation liegt, mehrere Wochen zum Beispiel, dann hat er in der Regel auch Antibiotika bekommen“, erläutert Kluge. Hier geht es nicht darum, COVID-19 zu begegnen: Während der Behandlung auf der Intensivstation träten oftmals bakterielle Infektionen über Schläuche und Katheter auf, so Kluge.

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Weltwoche gegen Antibiotika-Resistenzen

Was jeder einzelne gegen Antibiotika-Resistenzen tun kann

Das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte im November 2020 und mit Blick auf neun europäische Länder und Regionen fest: Es gebe Hinweise, dass bis zu 15 Prozent der schwer betroffenen COVID-19-Patient:innen eine sogenannte bakterielle Co-Infektion entwickeln und Antibiotika benötigen könnten, „während 75 Prozent diese tatsächlich erhalten“. Solche Diskrepanzen könnten mit Schwierigkeiten bei der Diagnostik zu tun haben. Bei schwersten Lungenentzündungen lasse sich oftmals nicht klären, welche Erreger im Spiel sind, schildert Eckmanns vom RKI. Um Leben zu retten, werden Antibiotika somit auch in der Hoffnung verabreicht, mutmaßlich auch vorhandene Bakterien zu bekämpfen.

Antibiotika kommen aber nicht nur zum Einsatz, wenn es um Leben und Tod geht. Janne Vehreschild koordiniert an der Uniklinik Köln das europäische Fallregister Leoss, in dem bisher rund 7.000 vollständige Datensätze zur Behandlung von COVID-19-Patient:innen dokumentiert sind. Demnach erhielt mehr als jeder Vierte (28 Prozent) der erfassten nicht-sauerstoffpflichtigen Patient:innen Antibiotika. Vehreschild sagt, es gehe teils um relativ fitte, ambulante Patient:innen. Und von den Patient:innen, die mit Sauerstoff versorgt werden müssen, bekämen nach seinen Daten sogar 80 Prozent Antibiotika. „Ich glaube, wir setzen in der Pandemie viel zu viel Antibiotika ein“, meint Vehreschild. Neben der Gefahr der Resistenzentwicklung befürchtet er auch schädliche Folgen für Patient:innen, unter anderem weil Antibiotika die Immunfunktion schwächten. Frühere Studien hätten gezeigt, dass sie den Verlauf von Virusinfektionen sogar verschlimmern können, das sei auch bei COVID-19 nicht auszuschließen.

Für Deutschland laufe die Datenauswertung zum Antibiotikaverbrauch noch, das Gesamtbild sei daher unklar, sagt Eckmanns. Zwar zeichne sich ab, dass einige Antibiotika wesentlich mehr gegeben wurden, etwa Azithromycin. Es könne sich bis Ende 2021 aber auch herausstellen, dass der Gesamtverbrauch sogar gesunken ist – da wegen abgesagter Operationen weniger Patient:innen in Krankenhäusern behandelt wurden. Auch die Hygiene in den Kliniken spiele für die Verbreitung von Resistenzen eine Rolle, für ein Fazit sei es aber auch hier zu früh, so Eckmanns: Es gebe Anzeichen, dass die Hygiene insgesamt besser geworden sei, aber gerade auf COVID-19-Stationen könne sie wegen der aufwendigen Schutzausrüstung des Personals sogar nachgelassen haben.

„Die Resistenzentwicklung ist zwar keine unmittelbare Katastrophe, sondern eine Entwicklung über Jahre“, sagt Kluge. „Man kann trotzdem nicht genug darauf hinweisen, dass das ein ernstzunehmendes Problem ist. Wir haben es jetzt mit einer Virus-Pandemie zu tun, aber wir sind ja in den letzten Jahren in Deutschland auch immer wieder mit Ausbrüchen von multiresistenten Bakterien konfrontiert worden.“

6:00 Uhr

Berechnung: Wie stark verändert Corona-Typ B.1.1.7 das Sterberisiko?

Eine Corona-Infektion geht für jeden Menschen mit einem gewissen Sterberisiko einher. Für die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 hat der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse dies nun aufzuschlüsseln versucht. „Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1.000 Mal so hoch wie für 20-Jährige“, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur zu seiner Rechnung. Ohne Corona liege dieser Faktor bei Männern bei rund 130, bei Frauen bei 200 – bei einem Senior ist der Tod immer wahrscheinlicher als bei einem jungen Menschen.

Der Wissenschaftler der Stuttgarter Universität bezieht sich bei den Daten auf die sogenannte Infektionssterblichkeit. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung muss dafür unter anderem mittels Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen. Auf Basis von britischen Analysen hat Hesse so die Gefährlichkeit des Corona-Typs B.1.1.7 berechnet. Ableiten lässt sich demnach, dass eine Infektion mit der Mutante für 55-jährige Männer und 35-jährige Frauen das normale Sterblichkeitsrisiko in diesem Alter wohl verdoppelt. Für 80-jährige Männer und 60-jährige Frauen werde es verdreifacht.

5:23 Uhr

Impfstoffe lassen sich schnell an neue Corona-Varianten anpassen

Die aktuellen Corona-Impfstoffe können nach Expertenangaben relativ rasch an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden. Die Impfstoffe könnten dann entweder eine neue oder eine zusätzliche Komponente enthalten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), in einem Pressebriefing des Science Media Center. Es gebe Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen. „Wenn die durchkommen, werden sie so sein, dass man hier keine Neuzulassung braucht.“

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Neue Krisenbehörde HERA

EU will den Kampf gegen Virusvarianten verstärken

Nach einem neuen Plan seien nur wenige Voraussetzungen für die Genehmigung eines angepassten Impfstoffs nötig. Die Herstellung des neuen Impfstoffs müsse genauso verlaufen wie die des Ausgangsproduktes. Die üblichen Labor- und Tierversuche seien nicht nötig und auch keine großen Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei dem Test werde mithilfe von Blutuntersuchungen die Reaktion des Immunsystems geprüft. Dabei müsse gezeigt werden, dass der neue Impfstoff gegen die Variante ungefähr so wirksam sei wie das Original gegen das Ausgangsvirus.

Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Cichutek. In der Zeit könne bereits die limitierte Prüfung beginnen. Wann das starten werde, sei noch nicht absehbar. Die Zulassung neuer Impfstoffe werde nötig, „wenn tatsächlich die Effektivität der vorhandenen Impfstoffe, die genutzt werden, stark zurückgeht und man da einen starken Einbruch vernimmt“, sagte Cichutek.

Nach Ansicht von Ugur Sahin, dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmaunternehmens Biontech, ist nicht immer ein stark geänderter Impfstoff nötig, man könne auch mit Wirkungsverstärkung bessere Ergebnisse erzielen. Denkbar ist laut Cichutek zudem der Einsatz verschiedener Impfstoffe hintereinander bei einem Impfling. „Wir haben ganz gute Tools, um Schritt zu halten mit der Pandemie“, sagte Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und betonte: „Wenn es kein großes Infektionsgeschehen gibt, dann gibt es auch weniger Mutationen.“ Daher sei es wichtig, dass die Impfstoffe auch außerhalb der Industrienationen verteilt werden. „Sonst kommt das Problem auf uns zu, weil es halt wieder eingetragen wird.“ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das geplante Zulassungsverfahren kürzlich mit dem für Grippeimpfstoffe verglichen, die auch jedes Jahr angepasst werden müssen.

4:30 Uhr

Kommissionsvize mahnt beim EU-Impfpass zur Eile

EU-Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas macht Hoffnung auf einen Sommerurlaub trotz Corona. „Unterm Strich wird dieser Sommer mit Sicherheit besser werden als der im vergangenen Jahr“, sagte Schinas der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. „Wir werden mehr Geimpfte haben, wir wissen mehr über das Virus und über Regeln für sicheres Reisen, die wir gemeinsam entwickeln werden.“

Beim geplanten EU-Impfpass mahnte Schinas zur Eile: „Das betrifft alle EU-Staaten, ob im Norden oder Süden, und die Entwicklung schreitet schneller voran als die Zeit in der Politik.“ Wichtig sei ein gemeinsamer Ansatz beim Nachweis, dass jemand geimpft sei. „Und dann brauchen wir eher früher als später eine öffentliche Diskussion über die Frage der Nutzung.“

Drittstaaten wie Israel preschten bereits vor, sagte Schinas. Das Land hatte kürzlich einen Grünen Pass für Geimpfte vorgestellt, der Vorteile beim Reisen oder beim Besuch von Veranstaltungen verspricht. „In der EU sollten wir einen gemeinsamen Rahmen schaffen, sonst werden sich bilaterale Lösungen durchsetzen“, warnte der aus Griechenland stammende Kommissar. Bei der möglichen Nutzung von Impfnachweisen „wird Europa kollektiv handeln, Zersplitterung nützt uns nichts“.

Griechenland und andere südeuropäische Urlaubsländer dringen auf einen EU-Nachweis für Corona-Geimpfte, der einfacheres Reisen ohne Auflagen oder Quarantäne ermöglichen würde. Griechenland und Zypern haben auch bereits bilaterale Vereinbarungen mit Israel über die künftige Einreise von Geimpften getroffen. Deutschland hat Vorbehalte gegen Vorteile für Geimpfte, solange noch nicht alle die Chance auf eine Impfung hatten. 

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