Gesundheit

Depressionen, Essstörungen, Fettleibigkeit: So sehr leiden Jugendliche unter Corona

Sie haben besonders gelitten in der Pandemie: Kinder und Jugendliche. Das belegt nun auch eine Untersuchung der Krankenkasse DAK für die Jahre 2019 bis 2021. Mädchen leiden demnach deutlich häufiger unter psychischen Problemen, Jungen unter Fettleibigkeit.

So seien bei Depressionen die Behandlungszahlen von 15- bis 17-jährigen Mädchen im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2018 um 18 Prozent gestiegen, wie die Kasse Ende August mitteilte. Bei den 10- bis 14-Jährigen waren es den Angaben zufolge sogar 23 Prozent. Auch bei Essstörungen und Angststörungen nahmen die Behandlungszahlen bei Mädchen deutlich zu.                                                

Erschreckend auch die Zahl der Teenager-Mädchen, denen erstmals Medikamente verschrieben wurde. So stieg der Anteil der 15- bis 17-jährigen Mädchen mit einer Antidepressiva-Behandlung nach DAK-Angaben 2021 um 65 Prozent im Vergleich zu 2019. Auch im Falle der medikamentösen Behandlung von Essstörungen und Angststörungen seien die Zahlen 2021 massiv um 75 beziehungsweise 19 Prozent nach oben gegangen.

Große Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs

Auffällig sind auch die großen Unterschiede bei den psychischen Erkrankungen zwischen den Geschlechtern. Das zeigt sich besonders bei Depressionen. Hier stiegen 2021 die Behandlungszahlen von 15- bis 17-jährigen Mädchen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit um 18 Prozent, bei den Zehn- bis 14-Jährigen sogar um 23 Prozent.

Bei Jungen hingegen sank die Depressions-Neuerkrankungsrate bei den 10- bis 14-Jährigen um 17 Prozent und bei den 15- bis 17-Jährigen um 15 Prozent. Ein ähnliches Bild zeige sich bei Essstörungen und Angststörungen: Während bei Mädchen die Behandlungszahlen deutlich zunahmen, sanken sie bei Jungen.

Bei den Jungs dagegen ist eher Fettleibigkeit das Problem. Hier stieg die Zahl der Neubetroffenen im Jugendlichen- und auch im Grundschulalter um jeweils 15 Prozent.

„Neuen Daten zeigen dramatische Entwicklung“

„Die neuen Daten zeigen bei Depressionen, Ängsten und Essstörungen eine dramatische Entwicklung“, sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. Die betroffenen Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern dürften mit den Problemen nicht alleingelassen werden. Wichtig sei auch, dass die Schulen im nächsten Corona-Winter ebenso offen blieben wie haltgebende Alltagsstrukturen wie Sportvereine und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Für den Kinder- und Jugendreport untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Analyseunternehmens Vandage und der Universität Bielefeld den Angaben zufolge Abrechnungsdaten von rund 782.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit versichert sind. Untersucht worden seien die Jahre 2018 bis 2021. In die Studie flossen laut DAK allein 2021 rund 3,3 Millionen Arztbesuche, 3,3 Millionen Arzneimittelverschreibungen und 88.000 Krankenhausaufenthalte ein.

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