Gesundheit

Dank 270.000 Euro Spenden: Krebskranker Junge nach Impfung auf dem Weg der Besserung

Im Alter von drei Jahren wurde bei Liam Scott ein Neuroblastom festgestellt – eine eine Krebserkrankung des Nervensystems, von der vor allem Kleinkinder betroffen sind. Jahrelang kämpfte der kleine Junge aus England mit seinen Eltern gegen die Krankheit an. Nun scheint eine passende Therapie gefunden zu sein: Nach Angaben der Eltern soll es dem mittlerweile Fünfjährigen durch eine experimentelle Impfung in den USA deutlich besser gehen.

Wie die englische Agentur PA Media berichtet, war die Erkrankung nach vorherigen Behandlungen immer wieder zurückgekehrt. Die neue Impfung, die in Europa noch nicht verfügbar ist, soll das verhindern. Dafür war die Familie extra nach New York gereist. Die Behandlung scheint bei Liam anzuschlagen: "Er hat so viel Energie. Sein Zustand verbessert sich von Tag zu Tag", sagt seine Mutter.

Anja Caspary


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Familie sammelt mehr als 230.000 Pfund Spenden

Um die Behandlung möglich zu machen, hatte die Familie mehr als 230.000 Britische Pfund – umgerechnet etwa 270.000 Euro – an Spenden gesammelt. Viele Menschen, die Liams Schicksal bewegt hatte, beteiligten sich finanziell daran, der spanische Profi-Fußballer Pepe Reina schoss ebenfalls 2000 Pfund zu. Für Liams Mutter war das Fundraising auch eine große mentale Belastung: "Du fühlst dich so hilflos, wenn du über solche Summen sprichst", sagte sie. "Alles, woran du denken kannst, ist dein Kind, und du tust alles, damit es überlebt."

Vorläufig scheinen die Heilungschancen von Liam gut zu stehen. Mit einer Sondergenehmigung konnte die Familie trotz der Covid-19-Reisebeschränkungen zur Behandlung in die USA reisen. Liam sei jetzt ein "normaler Junge", erklärt sein Vater, die Familie hofft darauf, dass die Erkrankung nicht erneut zurückkehrt: "Ich weiß, dass sich alles in einer Sekunde wieder verändern kann." 

Neurblastom: Eltern setzen ihre Hoffnung auf die Impfung

Das Neuroblastom ist bei Kindern die dritthäufigste Art einer Krebserkrankung. Es macht etwa sieben bis acht Prozent der Krebserkrankungen im Kindesalter aus. Die Impfung dagegen ist bisher nur an sehr wenigen Standorten verfügbar. Dort wird der Impfstoff in klinischen Versuchen evaluiert, erklärt das Memorial Sloan Kettering Cancer Center aus New York auf seiner Website. Die Klinik hat demnach bereits mehr als 250 Kinder geimpft. Diese Form der Therapie soll das Immunsystem in die Lage versetzten, eine natürliche Abwehr gegen den Krebs aufzubauen. Auch in Deutschland wird aktuell an einem solchen Impfstoff geforscht.

Für die Familien der erkrankten Kinder ist die Immuntherapie vor allem durch die Reisen mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden. "All die Eltern der Kinder, die die gleiche Behandlung durchmachen müssen wie Liam, versuchen in die USA zu kommen und dort diese Impfung zu bekommen", berichtet der Vater von Liam Scott. Deshalb kämpft die Familie des Jungen dafür, dass die Impfung möglichst bald auch in ihrer Heimat, dem Vereinigten Königreich, verfügbar ist.

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