Gesundheit

Coronavirus: Positivrate innerhalb einer Woche um 20 Prozent angestiegen – Heilpraxis

Coronavirus: Positivrate steigt deutlich an

Die aktuelle Analyse der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. zeigt, dass die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anstecken, deutlich ansteigt. Die Corona-Positivrate hat sich demnach innerhalb einer Woche um 20 Prozent erhöht. Die Fachleute raten, die Situation ernst zu nehmen.

Testen ist essentieller Bestandteil der umfassenden Corona-Pandemie-Bekämpfungs-Strategie: Gezieltes Testen ermöglicht eine schnelle und präzise Erfassung der Zahl und Verteilung von Infizierten in Deutschland und trägt so zu einem aktuelleren und besseren Lagebild bei. Dies ist Grundlage für eine Unterbrechung von Infektionsketten und für einen Schutz vor Überlastung unseres Gesundheitssystems, erklärt das Robert Koch-Institut (RKI). Aktuelle Test-Ergebnisse zeigen nun, dass die Corona-Positivrate binnen einer Woche um 20 Prozent gestiegen ist.

„Situation ernst nehmen“

Die Schulen öffnen langsam wieder, in einigen Regionen auch der Einzelhandel und weitere Einrichtungen, schreibt der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore – ALM e.V. in einer aktuellen Mitteilung. Die Fachleute bremsen die Freude über die mit den Öffnungen verbundenen Freiheiten nun ein wenig.

Ihre Analyse aus der vergangenen Kalenderwoche (KW 10) zeigt deutlich steigende Zahlen an SARS-CoV-2-Infizierten und bestätigt die erneut zunehmende Infektionsdynamik von COVID-19. So zeigt die Auswertung der Daten von jetzt 173 (171) Laboren bei steigenden an SARS-CoV-2-PCR-Testzahlen (1.084.771; Vorwoche: 1.021.024) eine im Vergleich zur Vorwoche von 6,4 auf nun 7,2 Prozent gestiegene Positivrate.

Insgesamt fielen demnach 20 Prozent mehr SARS-CoV-2-PCR-Tests (77.660) positiv aus als in der Vorwoche (64.981). „Wir in den Laboren sind besorgt angesichts dieser Entwicklung, denn auch der Anteil der Varianten, insbesondere von B.1.1.7, nimmt weiter zu. Deswegen gilt unverändert und gerade jetzt: Wir sollten die Ergebnisse und die Situation ernst nehmen“, so Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V..

Nina Beikert, Vorständin im fachärztlichen Verband sagt: „Bis zu einer echten Entspannung wird es noch einige Zeit dauern. Wir sind deshalb auf ein gutes Konzept und wirksame Maßnahmen zur Pandemieeindämmung angewiesen.“

Vulnerable Gruppen schützen

Die Begleitung der geplanten Öffnungsschritte mit der erneuten Erweiterung der Teststrategie, die einen noch breiteren Einsatz von SARS-CoV-2-Antigen-Vor-Ort-Tests („Schnelltests“) vorsieht, sei zwar wichtig.

„Wir sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass wir diese ergänzenden diagnostischen Möglichkeiten so einsetzen, dass wir die wichtigsten Ziele in der COVID-19-Pandemie umsetzen können: Möglichst viele Infektionen früh zu erkennen, über eine effiziente Kontaktpersonentestung die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern und zusammen mit guten Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten vulnerable Gruppen in der Pflege, der Bildung und Betrieben zu schützen“, erläutert Dr. Müller.

Die Fachleute weisen darauf hin, dass die SARS-CoV-2-Antigentests zur breiten Eigenanwendung durch die Bürgerinnen und Bürger klug und mit Bedacht eingesetzt werden sollten. „Wir müssen die Menschen im Umgang mit den neuen Antigen-Selbsttests noch besser aufklären. Alle sollten wissen, dass sie sich im Falle eines positiven Antigen-Schnelltests sofort isolieren müssen, um das Risiko weiterer Ansteckungen zu minimieren.“

Darüber hinaus sei jeder positive Antigentest umgehend durch eine PCR zu bestätigen. „Wichtig ist auch zu verstehen, dass negative Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme mit maximal einem Tag Gültigkeit sind. Durch die Tests haben wir zwar die Chance, viel mehr Infektionen frühzeitig zu entdecken – aber nicht alle“, erklärt Nina Beikert.

„Regeln“ weiterhin einhalten

Es gelte daher, weiterhin die „Regeln“ (Kontakte reduzieren, AHA-Regel befolgen, Lüften in Innenräumen, Corona-Warn-App benutzen) einzuhalten. Etwaige Teststrategien von Unternehmen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und auch Sportvereinen sollten stets eine diesbezügliche Aufklärung beinhalten und die Einhaltung der bestehenden Regelungen sicherstellen. (ad)

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