Gesundheit

Coronavirus: Ein intaktes Immunsystem kann entscheidend sein – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Abwehrkräfte stärken: Mit intaktem Immunsystem gegen Coronavirus wappnen

Regelmäßiges Händewaschen, Abstand von anderen Menschen halten und beim Einkaufen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz tragen: Mehr kann man gegen das Coronavirus kaum tun, oder? Doch: Man kann die Abwehrkräfte stärken. Denn Fachleute gehen davon aus, dass ein geschwächtes Immunsystem das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöht.

Die Lungenkrankheit COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird, kann besonders für ältere Menschen lebensgefährlich werden. Doch nicht nur sie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Auch Personen mit schwachen Abwehrkräften sind gefährdet. Daher gilt es, das Immunsystem zu stärken.

Viele Ratschläge sind nicht belegt

Gerade jetzt ist es wichtig, die Immunabwehr zu stärken – nicht nur um sich vor einer Erkältung oder Grippe zu schützen, sondern auch, um für eine mögliche Corona-Infektion bestmöglich gewappnet zu sein.

Derzeit kursieren auf diversen Blogs und Online-Werbeseiten die verschiedensten Empfehlungen. Allerdings ist der Großteil der Ratschläge nicht belegt und kostet vor allem meist Geld.

Der VerbraucherService Bayern hat daher in einer aktuellen Mitteilung wichtige Fakten zusammengefasst.

Für das Immunsystem wichtige Vitamine

Wie die Fachleute erklären, nehmen wir die für das Immunsystem wichtigen Vitamine A, D, C, Folat, Vitamin B6 und B12 sowie die Spurenelemente Zink, Eisen, Kupfer und Selen in der Regel mit einer abwechslungsreichen Ernährung ausreichend auf.

Dies gilt auch für das Vitamin C, dem in Bezug gegen COVID-19 oft Wunderkräfte zugesprochen werden. Hierzu gibt es aber noch keine aktuellen Studien.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten bisher keinen Effekt auf Erkältungskrankheiten durch zusätzliche Vitamin-C-Einnahme feststellen.

Braucht man wirklich Nahrungsergänzungsmittel?

Zwar ist es erlaubt, für Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit einer bestimmten Menge der Vitamine A, D, C, Folat, Vitamin B6 und B12 mit Aussagen zu einer immunstärkenden Wirkung zu werben, dennoch gilt Vorsicht mit einer Supplementation.

Zum Beispiel reicht für die Vitamin-D-Zufuhr normalerweise die Eigensynthese der Haut beim Aufenthalt im Freien sowie die Aufnahme über die Nahrung. Lediglich bei einem nachgewiesenen Mangel ist eine Zufuhr nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt sinnvoll.

Auch bei den Mineralstoffen gilt, dass eine zusätzliche Einnahme nur bei einem Mangel ratsam ist. Ein Zuviel kann laut dem VerbraucherService die fein abgestimmten Stoffwechselprozesse stören. Und so ist es möglich, dass eine erhöhte Zufuhr von Eisenpräparaten die Immunabwehr sogar eher schwächt.

Superfoods: Kein einzelnes Lebensmittel kann eine ausgewogene Ernährung ersetzen

Derzeit werden in manchen Medien und den sozialen Netzwerken Aussagen über verschiedene Lebensmittel verbreitet, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gegen oder bei einer Corona-Infektion helfen sollen. Diese Wirkungen sind jedoch nicht belegt.

Zwar können sogenannte Superfoods als Teil einer ausgewogenen Ernährung einen Beitrag zu unserer Gesundheit leisten.

Doch allgemein gilt, dass kein einzelnes Lebensmittel alleine eine ausgewogene Ernährung ersetzt.

Zu den heimischen Lebensmitteln mit wertvollen immunstärkenden Inhaltsstoffen zählen unter anderem Johannisbeeren, Rote Beete, Grünkohl, Walnüsse, Zwiebelgewächse, Hafer oder Wildkräuter.

Tipps für eine immunstärkende Ernährung

Wie der VerbraucherService schreibt, stärken wir durch eine ausgewogene darmfreundliche Ernährung unser Immunsystem sowie die Darmbarriere direkt. Dadurch wird das Eindringen von Keimen und Schadstoffen in den Körper verhindert und das Vorkommen schützender Darmbakterien gefördert. Die Fachleute haben einige Tipps zusammengefasst:

  • Täglich ein bis zwei Portionen gesäuerte Milchprodukte, wie jeweils 150 ml Naturjoghurt, Buttermilch oder auch rohes Sauerkraut. Die vergorenen Produkte abschließend nicht mehr erhitzen, da sonst die hilfreichen Milchsäurebakterien abgetötet werden.
  • Ballaststoffe dienen unter anderem als Futter für die schützenden Darmbakterien. Zu jeder Mahlzeit sind Obst und Gemüse aller Art empfehlenswert. Das entspricht zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse. Kohlgemüse, gelbe Rüben, Schwarzwurzeln oder Chicorée sind besonders ballaststoffreich. Ein Teller pürierte Gemüsesuppe mit einer Scheibe Vollkornbrot enthält zum Beispiel eine Ballaststoffmenge von rund 15 Gramm. Dies entspricht der Hälfte der Mindestempfehlung von 30 Gramm pro Tag.
  • Täglich ballaststoffreiches Vollkorngetreide in Broten und Nudeln oder Speisen mit Gerstengraupen, Haferflocken, Bulgur oder Couscous.
  • Einmal wöchentlich Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen oder Kichererbsen.
  • Auch Leinsamen, Nüsse und Trockenfrüchte erhöhen den Ballaststoffanteil in der Ernährung.
  • Resistente Stärke, die beim Erhitzen und anschließenden Abkühlen von stärkehaltigen Lebensmitteln entsteht, ist ebenfalls ein wichtiger Nährstoff für Darmbakterien. Sie ist enthalten in Kartoffelsalat, Brotkrusten oder Salat aus Hülsenfrüchten.
  • Eine Flüssigkeitsmenge von mindestens 1,5 Liter ist zum Quellen der Ballaststoffe unerlässlich. Außerdem hält dies die Schleimhäute feucht, was dem Immunsystem beim Abwehren von Krankheitserregern hilft. Geeignete Getränke: (Mineral-)Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees oder stark verdünnte Saftschorlen (1:4). Kohlensäurehaltige Getränke werden unterschiedlich vertragen. Stark zuckerhaltige Getränke wie Softgetränke oder pure Säfte sind ungünstig.
  • Polyphenole bezeichnen sekundäre Pflanzenstoffe, die das Wachstum schützender Darmbakterien fördern. Sie sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Reichlich vorhanden in Nüssen, Wildkräutern, Beerenfrüchten, Olivenöl, Kakao, Kaffee und schwarzem Tee.
  • Weitere sekundäre Pflanzenstoffe wie Glucosinolate (Senföle) in Kohl, Kresse, Meerrettich und Senf oder Sulfide in Knoblauch und Zwiebelgewächsen wirken antibakteriell und immunabwehrstärkend.
  • Eine immunstärkende Wirkung funktioniert nicht wie eine Antibiotika-Gabe. Nur wenn Sie dauerhaft eine Mischung der hier empfohlenen Lebensmittel verzehren, hat das Immunsystem die Chance, den Körper zu schützen.

Wie der VerbraucherService Bayern abschließend erklärt, ist neben einer ausgewogenen Ernährung mit frischen Lebensmitteln auch ein strukturierter Tagesablauf mit genügend Schlaf und mindestens 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft wichtig, um unseren Vitamin D-Speicher aufzufüllen, körperlich fit zu bleiben und auch (psychischen) Stress abzubauen.

Auf Alkoholkonsum sollte laut Fachleuten möglichst verzichtet und das Rauchen komplett unterlassen werden. (ad)

Quelle: Den ganzen Artikel lesen