Gesundheit

Corona beschert Shop-Apotheke ein dickes Umsatzplus

Wie immer gibt es in Krisenzeiten Gewinner und Verlierer. Zu den Gewinnern zählte im vergangenen Jahr zumeist der Online-Handel. So auch die Shop Apotheke, die 2020 bei Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr mit 38 Prozent plus deutliche Verbesserungen erzielen konnte, wie der Online-Arzneimittelhändler am heutigen Mittwoch bei der Präsentation seines Geschäftsberichts informierte. Dennoch rechnet CEO Stefan Feltens für das Jahr 2021 mit einem gedrosselten Wachstum.  

Die in den Niederlanden ansässige Shop Apotheke kann 2020 – wie viele andere Online-Händler auch – als besonders umsatzstarkes Jahr verbuchen. Weil in der Pandemie viele Menschen auf digitale Kanäle zugriffen und auch Medikamente und andere Apothekenprodukte häufig online kauften, konnte das MDax-Unternehmen von einem Boom bei den Online-Bestellungen durch die Corona-Pandemie profitieren. Das brachte deutliche Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis, wie Shop Apotheke bei der Vorstellung der Jahresbilanz am heutigen Mittwoch bekanntgab.

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Nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2020 wolle man auch dieses Jahr weiter wachsen und seine Profitabilität nochmals verbessern, allerdings mit etwas weniger Tempo. Das neue Jahr habe so begonnen, wie das vergangene geendet hat – mit zweistelligen Wachstumsraten, hieß es in dem vorgelegten Geschäftsbericht des Unternehmens für 2020.

Unterm Strich bleiben Verluste

Nach Angaben des Versandhändlers war der Konzernumsatz im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 38,1 Prozent auf 968 Millionen Euro gewachsen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich auf 21,6 Millionen Euro, nachdem im Jahr 2019 noch ein Minus von 13,6 Millionen Euro verbucht wurde. Damit stieg die bereinigte Ebitda-Marge von minus 1,9 Prozent auf plus 2,2 Prozent und das Unternehmen habe seine mehrfach im Jahresverlauf angehobenen Prognosen übertroffen. Dennoch: Unterm Strich schreibt Shop Apotheke nach wie vor Verluste. Der Fehlbetrag nach Steuern wurde mit rund -16,8 (Vorjahr: -36,3) Millionen Euro zwar mehr als halbiert, Analysten hatten jedoch noch deutlichere Verbesserungen erwartet, hieß es.

Rx-Segment wächst

Den größten Umsatzanteil steuern immer noch die deutschsprachigen Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz bei. Doch ihr Anteil nahm im Vergleich zu 2019 leicht ab, erklärte Feltens. Dabei unterstrich er den Anstieg bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten in dem Segment um fast ein Fünftel. „Darauf sind wir besonders stolz.“ Das stärkste Wachstum verzeichnete das Unternehmen in seinem internationalen Geschäft in Belgien, Frankreich, Italien und den Niederlanden, hieß es weiter. Der Umsatz solle zudem dieses Jahr um 20 Prozent oder mehr klettern und eine bereinigte Ebitda-Marge von 2,3 bis 2,8 Prozent herauskommen.

Shop Apotheke setzt auf das E-Rezept

Im neuen Jahr setzt Feltens auch auf die Einführung des elektronischen Rezepts, dessen Einführungsphase im Sommer beginnt. „Wir werden mit dem Start des E-Rezepts in der Lage sein, E-Rezepte zu empfangen“, sagte Feltens. Es gäbe da noch ein paar Anforderungen, die extern erfüllt werden müssten, aber das Unternehmen befände sich im engen Austausch mit den dafür Zuständigen, sagte er unter anderem.

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Bei seinen Wachstumsplänen setzt der niederländische Arzneimittelversender auch auf digitale Gesundheitsdienste. Mit dem digitalen Medikationsmanagement im Fokus, hatte das börsennotierte Unternehmen im Januar die Smartpatient GmbH mit Sitz in München gekauft – von ihr stammt die Patienten-App MyTherapy. 

Weiter hieß es, dass sich Shop Apotheke nach einigen Kapitalerhöhungen derzeit auch finanziell gut für weitere Wachstumspläne aufgestellt sieht. Der Versender habe sich zum Ziel gesetzt, in Europa führend zu werden. „Im Jahr 2020 haben wir unser organisches Wachstum mit Erfolg beschleunigt, indem wir die Chancen ergriffen und in die Gewinnung neuer Kunden investiert haben“, sagte Finanzchef Jasper Eenhorst.

So hatte Shop Apotheke unter anderem die Zusammenarbeit mit dem europäischen Telemedizin-Anbieter Zava ausgeweitet. Zudem startete das Unternehmen eine eigene Marke unter dem Namen „Red Care“ und im niederländischen Sevenum entsteht ein neues Logistikzentrum, aus dem nach Unternehmensangaben jährlich 35 Millionen Pakete versendet werden können. Der Betrieb soll voraussichtlich im Sommer vollständig fertiggestellt sein. Das entspreche einer Verdopplung der Kapazitäten. 

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