Gesundheit

Cannabis gegen Menstruationsschmerzen und gynäkologische Beschwerden – Heilpraxis

Cannabis statt Schmerzmitteln?

Eine beträchtliche Anzahl von Frauen zieht es in Erwägung, Cannabis zur Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen zu verwenden, vor allem gegen gynäkologische Schmerzen. Frauen setzen außerdem durch die Nutzung von Cannabis häufig andere Schmerzmittel ab. Kann Cannabis Probleme von betroffenen Frauen lösen und vielleicht sogar helfen, die Nutzung von opioiden Schmerzmitteln zu reduzieren?

Immer mehr Frauen sind bereit ihre gesundheitlichen Probleme statt mit Schmerzmitteln mit medizinischem Marihuana zu behandeln, so das Ergebnis einer Untersuchung von Forschenden der DePaul University und der Johns Hopkins School of Nursing. Die Studie wurde in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of Women’s Health“ veröffentlicht.

Gegen welche Beschwerden wird Cannabis eingesetzt?

Frauen, welche sich selbst mit Cannabis behandeln, nutzen dieses beispielsweise, um chronische Beckenschmerzen, Menstruationskrämpfe und Schmerzen im Zusammenhang mit gynäkologischen Krebserkrankungen oder medizinischen Verfahren wie Abtreibungen zu reduzieren.

„Ein größerer Anteil der Frauen, die berichteten, zuvor schon Cannabis konsumiert zu haben, war bereit, Cannabis zur Behandlung von Erkrankungen zu verwenden, die in gynäkologischen Praxen häufig auftreten“, berichtet Dr. Leo Han von der Oregon Health & Science University in einer Pressemitteilung.

Bereitschaft zur Nutzung von Cannabis?

Zum Vergleich: 91,6 Prozent der Frauen mit einer Vorgeschichte der Nutzung von Cannabis gaben an, dass sie Cannabis zur Behandlung gynäkologischer Erkrankungen einsetzen würden, von den Frauen, welche niemals zuvor Cannabis genutzt hatten, waren immerhin noch 64,6 Prozent bereit, Cannabis bei gynäkologischen Erkrankungen zu verwenden.

Viele Frauen aufgeschlossen für neue Behandlung

In der aktuellen Untersuchung war ein großer Teil der Frauen bereit Cannabis zur Behandlung gynäkologischer Schmerzen (Menstruationskrämpfe etc.) auszuprobieren, auch wenn sie noch nie zuvor in ihrem Leben Cannabis genutzt hatten. Es gab weniger Frauen, aber immer noch einen erheblichen Prozentsatz, die bei der Studie angaben, dass sie Cannabis auch bei gynäkologischen Erkrankungen verwenden würden, erklärt Dr. Susan G. Kornstein, die Chefredakteurin des Journal of Women’s Health.

Frauen setzten häufiger Medikamente ab

Sogenannte bivariate Analysen deuten laut Aussage der Forschenden außerdem darauf hin, dass Männer eine höhere ärztliche Unterstützung bei dem Einsatz von medizinischen Marihuana erfahren als Frauen. Zudem sei bei den Frauen die Wahrscheinlichkeit höher, nach dem Zugang zu medizinischen Marihuana den Konsum zu erhöhen und dafür verschreibungspflichtige Medikamente abzusetzen.

„Multivariable Analysen deuten darauf hin, dass Frauen, die medizinisches Marihuana zur Behandlung mehrerer Symptome nutzen und dabei ärztliche Unterstützung erhalten, mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit die Nutzung anderer verschreibungspflichtiger Medikamente einstellen“, fügen die Fachleute hinzu.

Weniger opioide Schmerzmittel dank Cannabis?

Parallel zur erhöhten Akzeptanz von Cannabis sind auch die Gefahren von opioiden Schmerzmitteln zunehmend in den Fokus gerückt und ier könnte Cannabis vielleicht dabei helfen, die Verwendung solcher Schmerzmitteln zu reduzieren, resümieren die Forschenden. (as)

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