Gesundheit

Cabergolin und Bromocriptin: Welche Präparate die Apotheke zum Austausch empfehlen kann

Seit Mittwoch vergangener Woche informiert die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), dass derzeit viele Patient:innen, die an Hyperprolaktinämie und Akromegalie leiden, in der Apotheke nicht ihr gewohntes Präparat erhalten. Es bestehen Lieferengpässe bei den Wirkstoffen Cabergolin und Bromocriptin. Patient:innen sollen zeitnah ihre behandelnden Endokrinolog:innen aufzusuchen, heißt es. Die Therapie darf nicht unterbrochen werden. Apotheker:innen können mit einer Übersicht über mögliche Alternativen unterstützen.

Es gibt Erkrankungen, die im Apothekenalltag nicht ständig präsent sind. Patient:innen sind deshalb aber nicht weniger stark betroffen, wenn sie ihr dringend benötigtes Arzneimittel nicht wie gewohnt in der Apotheke erhalten. Aktuell berichtet die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), dass bei den beiden Dopamin-Agonisten Cabergolin und Bromocriptin Lieferengpässe bestehen. „Im endokrinologischen Bereich finden die Präparate insbesondere Anwendung zur Behandlung der Hyperprolaktinämie“, heißt es zur Einordnung. Aber auch Akromegalie-Patient:innen sind von den Engpässen betroffen.

Mehr zum Thema

Defekte

Lieferengpässe

Es würden nun schon seit einigen Wochen zunehmende Lieferschwierigkeiten bei beiden Substanzen berichtet, die von unterschiedlichen Herstellern produziert werden. Neben Bromocriptin sei insbesondere Cabergolin in der Dosierung von 0,5 mg pro Tablette nicht erhältlich – teilweise noch lieferbare höhere Dosierungen seien lediglich für die Behandlung anderer Krankheiten wie Parkinson zugelassen. Kommen höhere Dosierungen zum Einsatz, müssen die Tabletten also geteilt werden. Angesichts des „Off-Label-Gebrauchs“ empfiehlt die DGE außerdem, die Krankenkasse wegen der Kostenerstattung zu kontaktieren.

Medikation nicht pausieren!

„Die Medikation mit Bromocriptin oder Cabergolin darf auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem behandelnden Endokrinologen pausiert werden“, betont der stellvertretende ärztliche Direktor der Neurochirurgie am Universitätsklinikum Tübingen. Eine Unterbrechung der Behandlung würde bei vielen Patient:innen zu einem Wiederauftreten der Symptome der Hyperprolaktinämie oder der Akromegalie führen. 

Die Hyperprolaktinämie tritt bei Vorliegen eines gutartigen hormonbildenden Tumors im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse des Gehirns auf (Prolaktinom). In der Folge eines zu hohen Prolaktin-Spiegels bleibe bei betroffenen Frauen die Monatsblutung aus und sie könnten nicht schwanger werden, heißt es. Beim Mann komme es zu Libido- und Erektionsstörungen und einer Verringerung des männlichen Hormonspiegels bis hin zur Unfruchtbarkeit. Besonders bei Patient:innen mit einem ursprünglich groß ausgedehnten Prolaktinom bestehe bei Unterbrechung der Therapie beispielsweise die Gefahr für das Auftreten von Sehstörungen bis hin zur Erblindung.

Und auch die Akromegalie geht von einem Tumor der Hypophyse aus. Dieser hat einen Überschuss von Wachstumshormonen mit einer Vergrößerung von Händen und Füßen zur Folge. 

„Die DGE setzt sich aktuell mit den Kassenverbänden der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen und den Herstellerfirmen von alternativen Präparaten in Verbindung, um auf die Lieferengpässe hinzuweisen und eine lückenlose Versorgung der Patienten sicherzustellen“, sagte Professor Dr. med. Günter K. Stalla, Präsident der DGE und ärztlicher Leiter der fachärztlichen Praxis Medicover Neuroendokrinologie in München.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen