Gesundheit

Astrazeneca: Verzerrung der Wahrnehmung des Vakzins in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will im April mit Corona-Impfungen bei niedergelassenen Ärzten beginnen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich für den Einsatz des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. Alle aktuellen Meldungen rund um den Corona-Impfstoff und das Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 5. März 2021

  • Wer zuerst, wer zuletzt? Mit dieser Impfstrategie will Deutschland Corona besiegen
  • Die große Bundesländer-Übersicht: Hier stehen die neuen Corona-Impfzentren

Fechter Hartung zu Impfen vor Olympia: Nachteil ist schon immens

06.50 Uhr: Der deutsche Athletensprecher und Fechter Maximilian Hartung sieht die deutschen Topsportler mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio beim Impfen beeinträchtigt. "Der Nachteil ist jetzt schon immens und wird von jeden Tag größer", sagte der Vorsitzende der Interessenvertretung Athleten Deutschland.

In den Sportarten, in denen man auf starke Gegner angewiesen sei, sei jede Woche, in der man nicht so trainieren könne, wie man das aus der Zeit vor der Pandemie gewöhnt war, ein massiver Nachteil. "Viele meiner Konkurrenten sind bereits geimpft oder haben durch eine überstandene Infektion einen Immunschutz und können sich freier bewegen", sagte Hartung. Während in Deutschland die Athleten sich nicht Vordrängeln wollen, werden die Olympia-Starter in anderen Ländern bevorzugt geimpft.

Astrazeneca: "Verzerrung der Wahrnehmung" des Vakzins in Deutschland

Freitag, 5. März, 06.30 Uhr: Der Vize-Chef von Astrazeneca in Deutschland stellt eine "Verzerrung der Wahrnehmung" des eigenen Impfstoffs fest. "In Deutschland wird der Impfstoff vor allem bei Jüngeren, also Berufstätigen eingesetzt. Diese haben generell stärkere Immunreaktionen und können sich – anders als Rentner – auf der Arbeit krank melden", sagte Klaus Hinterding, deutscher Vize-Chef des Pharmaunternehmens. "Das hat in Deutschland zu einer Verzerrung der Wahrnehmung geführt."

In vielen deutschen Regionen lag das Mittel von Astrazeneca, das gemeinsam mit der renommierten Universität Oxford entwickelt wurde, in den vergangenen Tagen und Wochen auf Halde – auch, weil etliche Bürger ihre Impfangebote nicht wahrnehmen. Nach ersten Studiendaten und Berichten hatten viele das Mittel wohl für deutlich weniger wirksam oder sicher gehalten als die Impfstoffe von Biontech oder Moderna. "Ich weiß gar nicht, ob wirklich etwas schief gelaufen ist", sagte Hinterding mit Blick auf das Imageproblem. "Es gingen unglaublich viele Zahlen durch die wissenschaftliche Literatur und auch durch die Tagespresse", so der Vize-Chef. "Das Wesentliche war immer, dass der Impfstoff mit ganz großer Wirksamkeit vor schweren Verläufen der Krankheit schützt."

Charité-Vorstand: Beim Impfen in Turbogang schalten – mit Hausärzten

14.12 Uhr: Aus Sorge vor der nächsten Corona-Welle dringt Berlins Universitätsklinik Charité auf beschleunigtes Impfen gegen Covid-19. "Wir müssen dringend in den Turbogang schalten, wenn wir eine dritte Welle verhindern wollen", erklärte der für die Krankenversorgung zuständige Vorstand Martin Kreis. Er forderte, Hausärztinnen und Hausärzte jetzt in die Impfplanung und -logistik einzubinden. "Sie sind vor Ort, es gibt eine etablierte Kommunikation, sie kennen ihre Patientinnen und Patienten, zu ihnen besteht ein enges, oft jahrelanges Vertrauensverhältnis."

Kreis sprach sich außerdem dafür aus, jetzt zumindest die zugelassenen Impfabstände zwischen der ersten und zweiten Dosis maximal auszuschöpfen. Eine Erstimpfung schütze bereits sehr gut vor einem schweren Verlauf von Covid-19. Intensivmediziner befürchten, dass es nach Lockerungen wieder zu einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen und dann auch zu einer hohen Belastung der Klinken kommt.

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern soll es ab der zweiten Märzwoche Regelungen geben, damit auch einzelne niedergelassene Ärzte Menschen gegen Corona impfen können. Ab Ende März/Anfang April sollen die Haus- und Fachärzte mitimpfen und dabei auch über die Priorisierung vor Ort entscheiden.

Kanzleramtschef rechnet mit „rappelvollen“ Impfzentren im Mai

12.53 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rechnet damit, dass die Corona-Impfungen bald Geschwindigkeit aufnehmen werden. „Im Laufe des Aprils gehen die Impfstofflieferungen zahlenmäßig stark hoch“, erklärte er am Donnerstag im Gespräch mit dem Sender Hit Radio FFH in Bad Vilbel. Deshalb gehe er davon aus, dass die Impfzentren im Mai „rappelvoll“ sein werden.

Auch über die künftige Rolle der Hausärzte in der Impfkampagne sprach der Politiker. Am Anfang werde sich das Impfen in den Praxen auf Patienten beispielsweise mit Vorerkrankungen beziehen, so Braun. „Dass quasi jeder seinen Termin beim Hausarzt machen kann, das wird dann im zweiten Schritt der Fall sein.“

Zu den am Vortag beschlossenen Öffnungen sagte der Kanzleramtschef: „Man kann ja eine Gesellschaft nicht ewig im Winterschlaf halten.“ Angesichts steigender Infektionszahlen und der sich ausbreitenden britischen Virus-Variante sei ein vorsichtiges Vorgehen jedoch nötig. „Wir müssen sehr aufpassen, dass uns die Zahlen nicht nach oben entwischen.“ In dem Fallstünde Deutschland wieder am Anfang.

Stiko empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nun doch

11.45 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat nun doch die Impfung von Menschen ab 65 Jahren mit dem Astrazeneca-Vakzin empfohlen. Das berichtet die "F.A.Z.". Demnach laufe die Abstimmungsfrist innerhalb der Stiko bis Donnerstagmittag. Im Anschluss sollen Fachgesellschaften und die Bundesländer informiert werden.

Es wird angenommen, dass nach Abgabe der so genannten vertraulichen Stellungnahme die Empfehlung allgemein angenommen wird. Im Anschluss steht eine Änderung der Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums an. Diese ist aktuell ohnehin in Überabeitung.

Die Verimpfung von Astrazeneca an Ältere könnte dann in der kommenden Woche beginnen. Bisher wurden nur Menschen unter 65 Jahren mit dem Vakzin geimpft.

Bis Donnerstag sollen ingesamt fast 3,2 Millionen Dosen des Impfstoffs in Deutschland ausgeliefert sein. Laut RKI-Zahlen vom Dienstag wurden bis dato aber erst 574 000 Dosen verimpft.

Auch neue Studien zeigen, dass das Mittel insbesondere bei älteren Menschen gegen Covid-19 sehr gut wirkt. Zudem erweist sich der Impfstoff aktuellen Daten nach bereits nach der ersten Dosis als besonders wirksam. Die Daten aus Großbritannien rücken den Impfstoff nun in ein anderes Licht rücken – und räumen mit dem schlechten Ruf auf, den der Impfstoff aus Sicht vieler Experten unbegründeterweise bei vielen hat.

  • Mehr zum Astrazeneca-Impfstoff: Astrazeneca bei Älteren besonders wirksam: Studien werfen neues Licht auf Impfstoff

EU-Arzneimittelbehörde startet Prüfung zur Zulassung von Sputnik V

10.27 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eröffnet ein schnelles Prüfverfahren für den russisches Corona-Impfstoff Sputnik V. Die Entscheidung basiere auf Ergebnissen von Laborversuchen und klinischen Studien bei Erwachsenen, wie die EMA am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Nach den Studien rege Sputnik V die Bildung von Antikörpern gegen das Virus an und könne beim Schutz vor Covid-19 helfen.

Die Experten der EMA werden die Wirksamkeit des Impfstoffes nach dem schnellen «Rolling-Review-Verfahren» bewerten. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Ergebnisse vorliegen und auch kein Zulassungsantrag gestellt wurde. Wann eine Zulassung erfolgen könnte, ist nicht abzusehen.

Der russische Impfstoff wird bereits in mehreren Ländern außerhalb Russlands gespritzt. Auch einige EU-Länder wollen das Präparat auch ohne EU-Zulassung anwenden. Der Hersteller von Sputnik V hatte zwar mehrfach angegeben, dass ein Antrag bei der EU-Behörde gestellt worden sei. Das war aber nach Angaben der EMA nicht der Fall. Der russische Hersteller hatte bei der EMA als EU-Partner die Firma R-Pharm Germany GmbH angegeben.

In der EU sind bisher drei Corona-Impfstoffe zugelassen worden. Sie stammen von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca. Am 11. März wird die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen. Die endgültige Entscheidung über eine Zulassung trifft die EU-Kommission; das aber gilt als Formsache.

Am Mittwoch haben Kanzlerin Angela Merkel und die Länder-Chefs deutliche Lockerungen beschlossen, den bestehenden Lockdown aber bis 28. März verlängert. Wie denken Sie über die Corona-Beschlüsse? Was würden Sie der Bundesregierung gerne sagen?

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Atteste zur Impfung: Hausärzte befürchten "bürokratischen Overkill"

Donnerstag, 04. März 2021, 08:28 Uhr: Nach der Bund-Länder-Vereinbarung zu einer stärkeren Einbeziehung von niedergelassenen Ärzten bei den Corona-Impfungen fordern die Hausärzte bürokratische Entlastungen. Um neben der Versorgung der Patienten auch die Impfungen sowie die zusätzlichen Testungen stemmen zu können, müsse jeglicher vermeidbarer Aufwand wegfallen, sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Er warnt, dass die Atteste, die die Hausärzte im Rahmen der Impfpriorisierung für Patienten ausstellen sollen, den Prozess enorm verlangsamten und "schnell zum bürokratischen Overkill" werden. Stattdessen könnten die Krankenkassen bei der Vorrangprüfung "durch ein flächendeckendes Einladungsverfahren" unterstützen.

Tschechien bittet China um Impfstoff-Lieferungen

22.13 Uhr: Tschechien hofft im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf Impfstoff-Lieferungen aus China. Präsident Milos Zeman habe sich schriftlich an den chinesischen Staatschef Xi Jinping mit der Bitte um Hilfe gewandt, teilte sein Sprecher am Mittwochabend mit. Nach Informationen der tschechischen Botschaft in Peking habe sich die Gegenseite entschlossen, dem "sofort nachzukommen".

Bisher hat Ungarn als einziger EU-Mitgliedstaat damit begonnen, den chinesischen Wirkstoff von Sinopharm zu verabreichen. Er verfügt noch nicht über eine Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA. Ein ähnliches Gesuch hatte Zeman zuvor auch an Russland gestellt. Dort wurde der Impfstoff Sputnik V entwickelt. Tschechien kämpft trotz des Lockdowns mit einer massiven Corona-Welle. Viele Krankenhäuser sind überlastet, Ärzte und Pflegekräfte werden knapp.

Impfungen für Polizisten in Niedersachsen beginnen

19.21 Uhr: Die ersten Polizisten in Niedersachsen sollen als priorisiert eingestufte Gruppe am Donnerstag eine Corona-Impfung erhalten. Das teilte das Innenministerium in Hannover mit. Dies sei nach der Anpassung der "Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2" des Bundesgesundheitsministeriums möglich. Als erstes bekommen laut Mitteilung Bereitschaftspolizisten in Hannover die Spritze.

Ein landesweites Impfkonzept sieht nach vorangegangenen Innenministeriumsangaben vor, dass zunächst die Polizisten berücksichtigt werden sollen, die durch "häufigen und unüberschaubaren Kontakt" einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Für diese Gruppe seien Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca durch das Gesundheitsministerium grundsätzlich freigegeben worden.

Bund-Länder-Plan: Ab Ende März sollen Corona-Impfungen in Arztpraxen möglich sein

18.06 Uhr: Bund und Länder wollen die stockende Impfkampagne beschleunigen. Ab Ende März oder spätestens Anfang April sollen Haus- und Fachärzte in vielen Praxen umfassender als bisher ebenfalls gegen Corona impfen können, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen stand aber noch aus. Bisher wird vor allem in extra aufgebauten Testzentren geimpft, weil die Impfstoffe besonders gelagert werden müssen. Das wird demnächst aber nicht mehr immer nötig sein.

Zudem soll der Corona-Impfstoff von Astrazeneca voraussichtlich demnächst für alle Altersgruppen freigegeben werden. Bislang ist das Mittel nur für 18- bis 64-Jährige zugelassen, da für Ältere Studiendaten fehlten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) wolle das aufgrund neuer Daten jedoch bald ändern, hieß es.

dpa/Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Eine Million Dosen Grippeimpfstoff lagern noch in Apotheken. Diese werden auf den Kosten sitzen bleiben.  

Massenimpfung gegen südafrikanische Variante in Tirol

16.58 Uhr: Mit einer Massenimpfung im österreichischen Bundesland Tirol soll die südafrikanische Variante des Corona-Virus bekämpft werden. In einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt werde der Bezirk Schwaz mit 100.000 Dosen Impfstoff versorgt, die mit Hilfe der EU geliefert werden, gab die Regierung am Mittwoch in Wien bekannt.

Für Tirol wurden im Februar Ausreisetests eingeführt, um die starke Verbreitung der ansteckenderen Virus-Variante einzudämmen. "Das ist sehr gut gelungen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Von einem Spitzenwert von rund 200 aktiven Fällen sei man bei unter 100 Fällen angelangt. Trotzdem müsse man weiterhin daran arbeiten, die Zahl Richtung null zu senken. Für den Großteil Tirols wird die Ausreise auch weiterhin nur mit negativem Testergebnis möglich sein.

Nächste Woche soll die Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer unter Erwachsenen in Schwaz beginnen. Der Bezirk hat rund 84.000 Einwohner. Durch die Aktion sollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieses Impfstoffs gegen die Variante gesammelt werden, die ursprünglich in Südafrika entdeckt wurde. Im Rest Österreichs werden vorerst weiterhin nur hochbetagte Menschen, Gesundheitspersonal und Lehrer geimpft.

Scholz will Corona-Beschränkungen für Geimpfte aufheben

16.22 Uhr: Vizekanzler, Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will die Beschränkungen für Geimpfte zügig aufheben. „Nachdem erste Studien nun nahelegen, dass Geimpfte die Virus-Erkrankungen nicht mehr übertragen und damit kein Ansteckungsrisiko darstellen, sollten wir als nächstes diskutieren, welche Beschränkungen für diese Gruppe wegfallen können“, sagte Scholz am Mittwoch der „Süddeutschen Zeitung“.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass der Impf-Nachweis wie ein negativer Schnelltest genutzt werden kann. Geimpfte erhalten Zugang zu all jenen Orten, die ansonsten nur mit einem Schnelltest zugänglich sind.“ Demnach könnten Geimpfte Theater, Kinos, Sportanlagen oder Biergärten besuchen, ohne einen tagesaktuellen Test vorlegen zu müssen.

Scholz sagte zur Begründung, die Corona-Beschränkungen griffen tief in die Rechte der Bürgerinnen und Bürger ein. Derart tiefe Eingriffe gegenüber dem Einzelnen seien solange gerechtfertigt, wie es einen schwerwiegenden Grund dafür gibt. „Das heißt auch, je schneller wir mit dem Impfen vorankommen, desto mehr gewinnen wir unseren gewohnten Alltag Stück für Stück zurück.“

"Astrazeneca wirkt sehr gut": Spahn will bald auch über 65-Jährige mit dem Vakzin impfen lassen

10.50 Uhr: Um die Geschwindigkeit bei den Corona-Impfungen zu beschleunigen, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möglichst bald auch über 65-Jährige mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. "Aus England und Schottland liegen jetzt Daten vor, dass Astrazeneca bei den über 65-Jährigen sehr gut wirkt", sagte Spahn am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er habe deshalb die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, die Empfehlung für das Vakzin auszuweiten, und gehe von einer Entscheidung "in wenigen Tagen" aus. Wochit/Imago Images Spahn: Drei Corona-Selbsttests nächste Woche im Discounter erhältlich

Bisher wird der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland – anders als in anderen Ländern – aufgrund der Stiko-Empfehlung nur für Menschen unter 65 verwendet. Die Stiko hatte dies mit mangelnden Daten für die Wirkung des Impfstoffs bei Älteren begründet. Die Stiko teilte kürzlich bereits mit, dass sie an einer Überarbeitung der Impfempfehlung sitze. Der Vorsitzende des Gremiums, Thomas Mertens, sagte allerdings am Dienstagabend im SWR, ob ein Einsatz des Astrazeneca-Produkts bei Älteren empfohlen werde, stehe noch nicht fest: "Die Frage der Altersempfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff ist jetzt Gegenstand intensivster Prüfung, aber das Ergebnis ist offen."

Mertens bestätigte, dass es zur Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs neue Studiendaten unter anderem aus Schottland und England gebe. Auf Basis dieser Daten werde die Kommission ihre Einschätzung abgeben. Wann damit zu rechnen sei, darauf wollte sich Mertens ebenfalls nicht festlegen: "Unsere Meinungsbildung ist im Prozess des Entstehens."

Spahn will schneller und flexibler impfen: "Es braucht mehr Tempo"

09.47 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte die Geschwindigkeit bei den Impfungen gegen das Corona-Virus weiter erhöhen. "Wir haben jetzt fünf Prozent der Deutschen erstgeimpft. Aber klar: Es braucht mehr Tempo", sagte Spahn am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Dazu solle in den Impfzentren nun mit einem "prinzipiengeleiteten Pragmatismus" flexibler entschieden werden, wer geimpft werden kann. Dabei sollten die Zentren aber weiterhin der festgelegten Einordnung in Impfgruppen folgen. dpa

Spahn verwies zudem darauf, dass der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung beim Impfstoff von Biontech/Pfizer auf sechs Wochen verlängert werden könne, beim Impfstoff von Astrazeneca auf zwölf Wochen. So sollen mehr Menschen schneller eine erste Impfung erhalten. Neuen Studien zufolge wirke der Astrazeneca-Stoff auch bei Menschen über 65 Jahren sehr gut. Deshalb habe er die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, ihre Empfehlungen anzupassen.

 

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