Gesundheit

Arzneimittelwarnung: Schmerzmittel-Rückruf wegen mikrobiellen Verunreinigungen – Heilpraxis

Schmerzmittel-Rückruf ausgeweitet

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), die Bezirksregierung Köln sowie der Medikamentenhersteller Grünenthal GmbH warnen vor einem Schmerzmittel, in dem mikrobielle Verunreinigungen nachgewiesen wurden. Laut Hersteller darf das Arzneimittel nicht mehr verwendet werden. Alle Chargen des betroffenen Medikaments werden zurückgerufen.

Der Rückruf umfasst alle Chargen des Medikaments Palexia® (Tapentadol) 4 und 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen. Zunächst wurden nur zwei Chargen des Schmerzmittels zurückgerufen. Wie die ABDA mitteilt, konnte der Ursprung der mikrobiellen Verunreinigung derzeit noch nicht abschließend identifiziert werden, weshalb der Hersteller nun den Rückruf auf alle Chargen ausgeweitet hat.

AMK stoppt die Ausgabe

„Stoppen Sie bitte sofort die weitere Abgabe von Palexia-Lösung und stellen Sie gegebenenfalls vorhandene Packungen unter Quarantäne“, schreibt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) an die Apotheken. Patientinnen und Patienten dürfen vorerst nicht mehr mit Palexia® 4 bzw. 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen behandelt werden. Die AMK bittet alle Apotheken sowie alle Stationen in Krankenhäusern zur sofortigen Überprüfung der Bestände.

Zudem bittet die AMK die Apotheken und Krankenhäuser im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten um Mithilfe bei der Identifizierung der Patientinnen und Patienten, an die möglicherweise kontaminierte Medikamente abgegeben wurden. Die Betroffenen müssen umgehend angemessen informiert werden. Durch die Einnahme können möglicherweise Infektionen ausgelöst werden.

Wer wird mit Palexia® behandelt?

Laut ABDA ist das dual wirkende Schmerzmittel Palexia® für die Behandlung mäßig starker bis starker, akuter Schmerzen zugelassen. Es darf bei Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht über 16 Kilogramm angewendet werden sowie bei Erwachsenen, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden können.

Mögliche Entzugserscheinungen bei Absetzung

Da es sich bei dem Schmerzmittel um ein Opiod handelt, könne das abrupte Absetzen zu Entzugserscheinungen führen. Die AMK empfiehlt den Betroffenen daher, sich von dem behandelnden Arzt, beziehungsweise der behandelnden Ärztin ein anderes geeignetes Medikament verschreiben zu lassen.

Infektionsausbrüche bitte melden

Sollte es im Zusammenhang mit der Anwendung von Tapentadol-haltigen Arzneimitteln zu Infektionsausbrüche kommen, sollten diese bitte bei der AMK gemeldet werden. (vb)

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