Gesundheit

AMK warnt vor Dextromethorphan-Missbrauch

Erst kürzlich hatte die EMA bekannt gegeben, dass die Packungsbeilagen von dextromethorphanhaltigen Arzneimitteln angepasst werden müssen: Unter anderem geht es um einen Hinweis auf das Serotonin-Syndrom. Nur so bleibe das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis erhalten. Nun warnt auch die AMK noch einmal eindringlich vor potentiellem Missbrauch des Hustenblockers und mahnt Apotheken zur Aufmerksamkeit.

Jugendliche, meist männlich, offensichtlich ohne Reizhusten, gerne im Notdienst, kein Interesse an Alternativpräparaten oder Beratungsangeboten und zusätzlich der Wunsch nach anderen Arzneimitteln (z. B. Diphenhydramin), die ebenfalls missbräuchlich verwendet werden können – wird in dieser Konstellation das Antitussivum Dextromethorphan verlangt, am besten noch in großen Mengen für vermeintliche Freunde, sollten nach Ansicht der AMK bei Apothekern die Alarmglocken losgehen. 

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Denn dann sei die Gefahr groß, dass es sich um Missbrauch handelt, schreibt die AMK in einer aktuellen Mitteilung. Das wisse man von den Angaben der Missbrauchsfälle-meldenden Apotheken. Und davon gibt es nicht wenige. Laut AMK wurde der Wirkstoff Dextromethorphan (DXM) in den letzten sechs Jahren am häufigsten mit dem Verdacht auf Missbrauch an die AMK gemeldet. Bezogen auf den genannten Zeitraum stellen sogar ein Drittel aller Meldungen zu DXM Missbrauchsverdachtsfälle dar. Allerdings betrifft das nicht alle Darreichungsformen, sondern fast nur Monopräparate in Kapselform.

Anleitungen zum Bau einer „DXM-Bombe“ aus dem Intenet

Laut AMK grassieren im Internet „dubiose Anleitungen“, die vornehmlich Kapseln empfehlen, weil sich diese einfach zum Bau einer „DXM-Bombe“ öffnen ließen, die den Inhalt von bis zu 14 Stück enthalten könne. In der Literatur gebe es aber auch Fallberichte mit Einmaldosierungen von mehr als 1000 mg DXM.

Was macht DXM?

DXM hemmt NMDA- und stimuliert Sigma-1- und 5-HT-Rezeptoren, wird rasch resorbiert und unterliegt einem schnellen, umfangreichen, hepatischen Stoffwechsel über CYP2D6. Bereits nach ca. 15 min kann die Wirkung einsetzen. Durch die Hemmung von NMDA-Rezeptoren wird derzeit das Abhängigkeitspotential von DXM begründet. Bei Überdosierungen besteht ein erhöhtes Risiko für Übelkeit und Erbrechen, Unruhe, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Herzrasen, QTc-Verlängerung, Psychosen mit visuellen Halluzinationen und Übererregbarkeit. Im Falle einer massiven Überdosierung sind Krämpfe, Atemdepression, und Koma beschrieben.

Quelle: AMK

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