Gesundheit

Ärzte fordern OP-Stopp wegen Corona – Rotes Kreuz: Krankenwagen in Bayern werden knapp

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiterhin fest im Griff. In Deutschland gilt ein neuer Lockdown. Eine schnelle Lockerung der Maßnahmen schließt die Bundesregierung aus. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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  • Die aktuellen Zahlen nach Bundesländern

Topmeldungen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland und der Welt

  • Ärzte fordern OP-Stopp wegen Corona (08.53 Uhr)
  • Krankenwagen in Bayern werden knapp (07.05 Uhr)
  • Neuer Höchstwert: 23.112 Neuinfektionen in Deutschland – fast 6000 neue Fälle allein in Nordrhein-Westfalen (20.26 Uhr)
  • Berliner Pflegeheim nach Massenausbruch evakuiert (19.48 Uhr)

Pfarrer plant Weihnachten mit bis zu 2000 Besuchern im Stadion

11.32 Uhr: Angesichts der Corona-Beschränkungen will ein katholischer Pfarrer Weihnachten mit bis zu 2000 Besuchern im Stadion von Hannover 96 feiern. „Wir können das natürlich nur machen, wenn das Gesundheitsamt grünes Licht gibt und die Infektionslage es erlaubt“, sagte Heinrich Plochg von der St.-Joseph-Gemeinde der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ/Samstag). Es nicht zumindest zu versuchen, würde Stillstand bedeuten, sagte Plochg dem Blatt.

Dem Bericht nach ist der Mietvertrag bereits unterschrieben und das Hygienekonzept der Gemeinde sieht vor, dass professionelle Ordner bis zu 2000 Besucher auf der Westtribüne platzieren. Nur jede dritte Reihe soll besetzt werden.

Nach Einschätzung aus dem Gesundheitsministerium in Hannover wäre eine solche Veranstaltung nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes möglich. Darin heißt es, dass Religionsausübung unabhängig von der Zahl der teilnehmenden Personen zulässig ist, wenn sichergestellt ist, dass Maßnahmen aufgrund eines Hygienekonzepts getroffen werden. Die derzeit geltenden Beschränkungen durch den Teil-Lockdown sind allerdings zunächst bis zum 30. November befristet. Welche Regelungen an Weihnachten gelten werden, ist also noch unklar.

Virologe Kekulé: „Verstehe jeden, der sagt: Ich will nicht der Erste in der Reihe sein“

11.14 Uhr: Anfang der Wochen haben die Firmen Biontech und Pfizer einen Durchbruch in der Impfstoff-Entwicklung verkündet. Virologe Alexander Kekulé hat vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen jedoch Verständnis für alle geäußert, die sich nicht sofort impfen lassen würden. Im Gespräch mit der "Welt" sagt er: "Da verstehe ich wirklich jeden, der sagt: Ich will jetzt nicht der Erste in der Reihe sein. Der Großteil der Bevölkerung wird erst mal warten, wie das mit den Nebenwirkungen laufen wird." Schließlich handele es sich um ein RNA-Vakzin – etwas, das es in dieser Form noch nicht gegeben habe. imago images/APress Virologe Alexander Kekulé

Der Virologe selbst würde sich jedoch trotzdem impfen lassen. Die "Welt" zitiert ihn mit den Worten: "Ich sage ganz ehrlich: Da bin ich pragmatisch. Ich lege keinen besonderen Wert darauf, unter den ersten 100.000 zu sein." Gleichzeitig betont er, dass wohl niemand in Deutschland unter den ersten 100.000 Impfkandidaten sein werde. Seine Vermutung begründet Kekulé mit dem Zulassungsdatum: "Es sind ja jetzt schon 20.000 Probanden, und bis der Impfstoff hier zugelassen ist, werden ihn weit über 100.000 im Rahmen von Studien bekommen haben."

Ärzte fordern OP-Stopp wegen Corona: "Belastungsgrenze schon bald überschritten"

08.53 Uhr: Deutschlands Klinikärzte fordern die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen zu einem Stopp verschiebbarer Eingriffe in den Krankenhäusern auf. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erklärung kritisieren die Ärzteorganisation Marburger Bund und die intensivmedizinischen Fachgesellschaften, dass Krankenhäuser aus Umsatzgründen ihre Kapazitäten nicht auf Covid-19-Patienten konzentrierten. Fabian Strauch/dpa

"Die Krankenhäuser in stark belasteten Regionen müssen unverzüglich von der Politik aufgefordert werden, plan- und verschiebbare stationäre Eingriffe je nach Belastungssituation zu reduzieren beziehungsweise einzustellen", fordern die Ärzte. "Nur dann ist es möglich, kurzfristig weiteres Personal für die Versorgung akut und kritisch erkrankter Patienten einzusetzen", so die Ärzte. "Ohne diese zusätzliche Unterstützung ist die Belastungsgrenze insbesondere auf vielen Intensivstationen schon bald überschritten."

Derzeit seien die Verantwortlichen für die Finanzen in den Kliniken nicht bereit, verschiebbare Eingriffe zurückzustellen, kritisierten die Mediziner. Deshalb müsse die Politik für eine Gegenfinanzierung der Erlösausfälle sorgen, die entstünden, wenn verschiebbarer Behandlungen zurückgefahren werden. Zu den Unterzeichnern gehören die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) und die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).

Bereits am Freitag hatte die Gewerkschaft Verdi Alarm geschlagen. So seien es nicht nur Einzelfälle, dass mit Corona infiziertes Pflegekräfte Dienst tun müssten, um einen Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern, sagte ein Sprecher. Denn viele Krankenhäuser unterließen es aus Umsatzgründen, trotz dramatisch steigender Infektionszahlen nicht nötige Eingriffe zurückzufahren, so dass einfach zu viel zu tun sei in den Kliniken. Kapazitäten müssten für die Versorgung von Covid-19-Patienten geschaffen werden, mahnte der Verdi-Sprecher. In der Erklärung der Ärzte heißt es: "Wenn wir jetzt nichts ändern können, wird bald in einigen Regionen Deutschlands die Versorgung aller Patienten nicht mehr sicherzustellen sein. Die Zeit drängt."

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Hessen: Über 1000 Altenheimbewohner mit Coronavirus infiziert

08.40 Uhr: In den hessischen Altenheimen sind derzeit rund 1030 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Das sind fast 1,8 Prozent der in den Einrichtungen lebenden Menschen, wie aus Zahlen des zuständigen Regierungspräsidiums (RP) Gießen hervorgeht (Stand 11. November). Seit Beginn der Pandemie starben 368 Heimbewohner mit oder durch das Virus. Von den Mitarbeitern sind aktuell knapp 600 mit dem Erreger infiziert, fast 700 sind in Quarantäne. Corona-Ausbrüche gibt es dem RP zufolge in 181 von 835 Einrichtungen. Ältere und kranke Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe. dpa/Oliver Berg/dpa/Symbolbild Eine Pflegerin hält im Altenheim die Hand einer Bewohnerin.

"Die Versorgung in den von größeren Ausbrüchen betroffenen Einrichtungen ist gewährleistet, insbesondere auch durch überdurchschnittliches Engagement der nicht erkrankten Mitarbeitenden", teilte das RP mit. Zudem gebe es die Möglichkeit der sogenannten Arbeitsquarantäne. Das bedeute, infizierte, aber arbeitsfähige Beschäftigte könnten nach wie vor in einer vom Coronavirus betroffenen Einrichtung die Versorgung infizierter Bewohner übernehmen. Auch Zeitarbeitende stünden zur Überbrückung von Engpässen zur Verfügung.

Ein größerer Corona-Ausbruch in Hessen wurde beispielsweise in einer Frankfurter Einrichtung Anfang November bekannt: Dort hatten sich mehr als 60 Bewohner und rund 30 Mitarbeiter angesteckt.

Samstag, 14. November, 07.05 Uhr: In der Corona-Krise werden die Krankentransportwagen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) knapp. Das liege zum einen daran, dass mehr Patienten transportiert werden müssten, sagte ein Sprecher des BRK in München. Zum anderen würden Corona-Einsätze länger dauern. So müssten Sanitäter mehr Zeit einplanen, um etwa ihre Schutzbekleidung zu wechseln und die Wagen zu desinfizieren.

Patienten, die keine Notfälle seien, müssten womöglich mit etwas mehr Wartezeit rechnen. Wegen der vielen stark ausgelasteten Krankenhäuser müssten zudem häufig weiter entfernte Kliniken mit freien Betten angefahren werden. Unversorgt bleibt laut dem Sprecher deswegen aber niemand.

Wenn es Engpässe gibt, springen wie schon vor Corona Ehrenamtliche ein – zum Beispiel von der Wasser- oder Bergwacht. "Es geht nicht darum, dass jemand mit beispielsweise einem Herzinfarkt Angst haben muss, dass kein Rettungsdienst kommt", sagte der Sprecher. In diesen Fällen kämen Rettungswagen zum Einsatz.

20.26 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer vom Freitag 23.112 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das ist der höchste gemessene Wert seit Beginn der Pandemie. Bisher stand der Höchstwert bei 23.069 Neuinfektionen an einem Tag (6.11.).

Seit Beginn der Pandemie haben sich insgesamt 762.709 Menschen in Deutschland mit dem Virus angesteckt. 12.238 Menschen sind gestorben. Das sind 201 neue Fälle.

Laut Robert-Koch-Institut gelten 481.700 Menschen, die sich infiziert hatten, inzwischen wieder als genesen. Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 268.771 – das sind 9011 mehr als am Vortag. Der R-Wert stieg am Donnerstag von 0,79 auf 0,92. Ein Infizierter steckt damit im Schnitt weniger als eine Person an.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 113.535 (+2905), 2241 Todesfälle (+17)
  • Bayern: 149.712 (+4638), 3082 Todesfälle (+32)
  • Berlin: 46.434 (+1328), 348 Todesfälle (+14)
  • Brandenburg: 12.903 (+421), 239 Todesfälle (+4)
  • Bremen: 8018 (+170), 94 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 19.450 (+535), 262 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 61.055 (+1684), 836 Todesfälle (+15)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4288 (+127), 37 Todesfälle (+1)
  • Niedersachsen: 52.873 (+1602), 889 Todesfälle (+8)
  • Nordrhein-Westfalen: 191.007 (+5872), 2581 Todesfälle (+64)
  • Rheinland-Pfalz: 31.375 (+1146), 356 Todesfälle (+4)
  • Saarland: 10.113 (+229), 230 Todesfälle (+11)
  • Sachsen: 32.705 (+1493), 480 Todesfälle (+18)
  • Sachsen-Anhalt: 7945 (+300), 105 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 11.199 (+296), 218 Todesfälle (+5)
  • Thüringen: 10.097 (+351), 240 Todesfälle (+6)

Gesamt (Stand 13.11., 20.23 Uhr): 762.709 (+23.112), 12.238 Todesfälle (+201)

Vortag (Stand 12.11., 20.23 Uhr): 739.597, 12.037 Todesfälle

 

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 481.700 (Vortag: Rund 467.800)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 268.771 (Vortag: 259.760)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 13.11.): 0,92 (Vortag: 0,79)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3305 (+95)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1857 (+28)

Pflegeheim nach Massenausbruch evakuiert

19.48 Uhr: Nach zahlreichen Coronafällen soll eine Pflegeeinrichtung in Berlin-Lichtenberg evakuiert werden. In der privaten Einrichtung sind nach Angaben des Bezirksamtes von Freitag 50 der 90 Bewohner positiv getestet worden. Es gebe auch Todesfälle, die Zahl sei bisher nicht bekannt. Zudem seien 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv. Der Amtsarzt habe eine Teilevakuierung beschlossen. Für die Betroffenen seien bisher 46 Plätze in anderen Einrichtungen gefunden worden, hieß es. Die Berliner Feuerwehr leistete nach eigenen Angaben Amtshilfe bei der Räumung.

Niederlande verbieten wegen Corona Silvesterfeuerwerk

17.36 Uhr: In den Niederlanden wird diesmal alles Silvesterfeuerwerk verboten. Damit soll verhindert werden, dass die wegen der Corona-Krise stark beanspruchten medizinischen Notdienste sich auch noch um Verletzungen durch Feuerwerkskörper kümmern müssen. Die Branche werde mit insgesamt rund 40 Millionen Euro entschädigt, teilte die zuständige Staatssekretärin Stientje van Veldhoven am Freitag mit. Die Mittel sollen Händlern zugute kommen, die sich schon mit Raketen und anderen Feuerwerkskörpern eingedeckt haben, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Bestände müssten nicht vernichtet, sondern dürften im kommenden Jahr verkauft werden. Kleinere Knaller, Wunderkerzen oder Knallbonbons sind nicht von dem Verbot betroffen.

Die Begeisterung für Silvester-Raketen und -Feuerwerke ist in den Niederlanden groß. Allerdings gab es auch immer wieder viele Verletzte, im vergangenen Jahr wurden rund 1300 Menschen in Krankenhäusern oder Hausarztambulanzen behandelt. Zudem kam es zu Angriffen auf Rettungswagenbesatzungen und die Polizei. dpa/Caroline Seidel Ein Mann trägt eine große Packung mit Silvester-Raketen.

Biontech-Investoren: Anti-Corona-Impfungen vermutlich ab Anfang 2021

16.09 Uhr: Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech erwartet, dass die Bevölkerung in Deutschland ab Anfang 2021 besser gegen das Coronavirus geschützt werden kann. Die Investoren Thomas Strüngmann und Michael Motschmann, die das Mainzer Unternehmen von Anfang an maßgeblich finanzieren, sagten im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": „Wir hoffen, dass Anfang 2021 die Zulassung vorliegt und geimpft werden kann.“ Biontech wird nach jetzigem Stand die erste Firma aus der westlichen Welt sein, die einen Impfstoff auf den Markt bringt. Es gehe aber nicht um ein Wettrennen mit anderen Firmen, sagten die Investoren.

Eine Firma allein könne die Versorgung nicht stemmen: "Man kann nur hoffen, dass möglichst bald auch die Impfstoffe von Astra Zeneca, Moderna und Curevac zugelassen werden." Zu Befürchtungen, der neue Impfstoff könne Neben- oder Spätwirkungen haben, sagte Strüngmann: „Ich vertraue dem Impfstoff von Biontech voll und ganz. Er wurde bislang an fast 22.000 Probanden getestet. Keiner hat meines Wissens bis dato schwerwiegende Nebenwirkungen gezeigt.“ Motschmann wies daraufhin, dass Biontech mit einer völlig neuen Technologie arbeite, der Boten-RNA. Der Körper bekomme quasi die Bauanleitung gespritzt, um sich selbst zu wehren. „Das ist die Zukunft des Impfens und nicht nur des Impfens, sondern auch der Krebstherapie“, sagte er. Biontech/dpa

Corona-Maßnahmen: Österreich will Verschärfung des Teil-Lockdowns

15.37 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen nach anderthalb Wochen Teil-Lockdown plant Österreich eine Verschärfung der Maßnahmen. Details will die Regierung an diesem Samstag verkünden, wie das Bundeskanzleramt am Freitag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Laut Medienberichten ist eine Pressekonferenz am Nachmittag geplant. Ronald Zak/AP/dpa

Die Zahl der gemeldeten Ansteckungen erreichte am Freitag einen Höchstwert von 9586 binnen 24 Stunden, darunter aber auch Nachmeldungen aufgrund technischer Probleme. Der Schnitt in den vergangenen sieben Tagen liegt österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100 000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850. Seit Donnerstag wurden 53 neue Todesfälle gezählt. 3922 Covid-19-Erkrankte lagen im Krankenhaus, 567 von ihnen auf Intensivstationen – ein zunehmend kritischer Wert für das österreichische Gesundheitssystem.

Die Corona-Kommission der Regierung empfahl nach einer Beratung am Donnerstagabend das Treffen weiterer Maßnahmen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Ob Teile des Handels oder Schulen tatsächlich geschlossen werden sollen, war zunächst noch offen. Auch Ausgangsbeschränkungen ähnlich der strengen Maßnahmen im Frühjahr gelten als möglich.

Schon seit dem 3. November gilt in Österreich ein sogenannter Teil-Lockdown. Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen sind zum allergrößten Teil geschlossen, der Handel, Dienstleister und Schulen bis zur Mittelstufe blieben geöffnet. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des "eigenen privaten Wohnraums" nur etwa für Grundbedürfnisse sowie zur Erholung im Freien zulassen.

Im Oktober noch keine Übersterblichkeit wegen Corona

15.27 Uhr: Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland liegt laut Statistischem Bundesamt weiterhin im Rahmen der üblichen Schwankung. Zwischen 1. und 18. Oktober 2020 sind nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 44.179 Menschen gestorben. Die Zahlen lägen "knapp über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019", wie das Amt am Freitag berichtete, genau genommen um 0,7 Prozent. Morsa Images / Getty Images / iStock Statistik verrät starke Übersterblichkeit in einigen Ländern Europas

In der 42. Kalenderwoche (12. bis 18. Oktober) wurden laut Sonderauswertung 17.189 Todesfälle gemeldet. Im Durchschnitt der letzten vier Jahre waren es in der betreffenden Kalenderwoche 17.251 Todesfälle. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte für die 42. Kalenderwoche 212 Covid-19-Tote genannt.

Das Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen in Europa meldete für Kalenderwoche 42 eine geringe Übersterblichkeit für England, Frankreich, Italien, Portugal und Slowenien und eine mäßige Übersterblichkeit für die Niederlande und Spanien. In anderen europäischen Ländern wurde keine Übersterblichkeit festgestellt.

Schweden wieder mit deutlich höchsten Corona-Zahlen in Skandinavien

14.41 Uhr: Das in der Corona-Krise mit recht freizügigen Maßnahmen vorgehende Schweden verzeichnet mittlerweile wieder die mit Abstand höchsten Neuinfektionszahlen in Nordeuropa. Wie am Freitag aus den Vergleichswerten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorging, lag die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Schweden in den vergangenen 14 Tagen bei knapp 485 pro 100.000 Einwohner. Das sind auf die Bevölkerung heruntergerechnet neunmal so viele Fälle wie in Finnland (54) und auch deutlich mehr als in Island (124), Norwegen (140) und Dänemark (257).

Europaweit hat Finnland demnach auf die vergangenen 14 Tage gerechnet die mit Abstand niedrigsten Neuinfektionswerte. Auch in Island, Irland und Norwegen sieht es im europäischen Vergleich gut aus. Schweden liegt zwar über dem Wert Deutschlands (303), aber weit hinter besonders stark betroffenen EU-Ländern wie Tschechien, Österreich und Slowenien.

Schweden hatte zu Herbstbeginn relativ wenige Neuinfektionen registriert, die Zahlen nehmen aber seit Mitte Oktober wieder stark zu. Am Freitag kamen im Vergleich zum Vortag 5990 Neuinfektionen und 42 neue Todesfälle hinzu, womit das EU-Land mit seinen etwa 10,3 Millionen Einwohnern mittlerweile auf mehr als 177.000 bestätigte Infektionen sowie 6164 Todesfälle kommt. Seit dem Beginn der Pandemie im Frühjahr ist Schweden im Vergleich zu den meisten anderen Ländern Europas mit relativ lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgegangen. dpa/Amir Nabizadeh/TT News Agency/dpa Die Bundesregierung erklärt neben Kanada auch Schweden zum Corona-Risikogebiet.

Bundesregierung erwartet keine Lockerungen der Corona-Einschränkungen am Montag

14.34 Uhr: Vor neuen Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Montag sieht die Bundesregierung derzeit noch keinen Anlass, die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder zu lockern. Zwar gebe es seit einigen Tagen "vorsichtig gute Nachrichten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Der Anstieg der Zahlen habe sich abgeflacht – "aber sie steigen eben immer noch an". Von einer Wende könne deshalb "heute nicht die Rede sein", sagte Seibert. Bei diesem Stand seien aus Sicht der Bundesregierung deshalb "für Montag jedenfalls keine Lockerungen von Einschränkungen" zu erwarten. "Die kann es noch nicht geben."

Am Montagnachmittag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder per Videoschalte über die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehen beraten. Seibert betonte, dass es "derzeit noch zu früh" sei, ein abschließendes Urteil über die Wirkung der im November geltenden Einschränkungen zu fällen. Dabei wies er auch darauf hin, dass die aktuellen Infektionszahlen auf ein Ansteckungsgeschehen zurückzuführen seien, das deutlich in der Vergangenheit liege. Bernd von Jutrczenka/dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Biontech offenbar doch nicht von Hackern angegriffen

13.36 Uhr: UPDATE: Der "Business Insider" hatte heute über einen vermeintlichen Hackerangriff auf die Firma Biontech berichtet. Teile der Recherche haben sich im Nachhinein als nicht haltbar erwiesen. Das Magazin könne nicht bestätigen, dass die Mainzer Firma Biontech Opfer eines Hackerangriffs wurde. Auch die Biontech selbst bestreitet dies.

imago images/Jan Huebner  

Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar, heißt es aus Sicherheitskreisen. Demnach könnten Cyberkriminelle darauf aus gewesen sein, Geld zu erpressen. So ähnelt der Fall einer Attacke auf die Uniklinik Düsseldorf vor einigen Wochen. Auch dort wurden Serverdaten mit einem Virus verschlüsselt. Anschließend forderten bislang Unbekannte Lösegeld, um die Daten wieder frei zugänglich zu machen. Am Ende zogen sich die Hacker jedoch freiwillig zurück, gaben den Server ohne Geldzahlung frei.

Eine weitere Möglichkeit, die IT-Ermittler für denkbar halten: regierungsnahe Hacker. Bereits im Juli hatte das britische Zentrum für Cyber-Sicherheit NCSC ("National Cyber Security Centre") Hackern vorgeworfen, im Auftrag Moskaus weltweit Impfstoffhersteller und Forschungseinrichtungen auszuspionieren. Konkret ging es dabei um eine Gruppe, die unter den Namen "APT29", "Cozy Bear" und "The Dukes" bekannt ist. Nach Ansicht der Briten, aber auch der USA und Kanada sind die Hacker Teil des russischen Geheimdienstes. Die deutschen Sicherheitsbehörden teilen die Sorge vor einer Attacke ausländischer Staaten. Schon im Mai hatte dementsprechend das Bundesamt für Verfassungsschutz Impfhersteller vor Cyber-Attacken von ausländischen Geheimdiensten gewarnt.

 

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