Gesundheit

1000 Corona-Tote pro Tag: Corona bei uns tödlicher als in Schweden – und bald als in den USA

Alle wichtigen Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Pandemie: FOCUS Online gibt Ihnen den Durchblick im Informationsdschungel rund um das Coronavirus. Wir zeigen Ihnen jeden Tag die wichtigsten, aktuellen Trends zu Covid-19.

  • Der Corona-Check für Deutschland – Lesen Sie hier nach, welche Zahlen Sie heute kennen müssen

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Our World in Data Deutschland meldet am 23. Dezember 962 neue Todesfälle und 24.740 neue Infektionen mit Sars-CoV-2. Im Schnitt starben die vergangenen sieben Tage täglich knapp 650 Corona-Patienten in Deutschland. Auf eine Million Einwohner gerechnet sind das etwa 7,8 Personen pro Tag (Stand: 23. Dezember 2020). Insgesamt sind in Deutschland laut dem Robert Koch-Institut bislang 27.968 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Zur besseren Vergleichbarkeit, weil aktuell noch nicht aus allen Ländern aktualisierte Zahlen vorliegen, wird im Folgenden der 21. Dezember verwendet. An diesem Tag lag der 7-Tage-Schnitt der verstorbenen Corona-Patienten in Deutschland bei 7,63 pro einer Million Einwohner.

Deutsche Todeszahlen höher als in Schweden – und fast so hoch wie in den USA

Damit reiht Deutschland sich ein in die Länder mit den meisten Sterbefällen weltweit. Lediglich Italien, das momentan die meisten Sterbefälle Europas meldet, liegt mit 9,93 Toten pro einer Million Einwohner deutlich darüber. Sogar an die Vereinigten Staaten pirschen wir uns langsam heran: Mit 8,02 Covid-Toten pro einer Million Einwohner verzeichnen sie nur wenige Fälle mehr als die Bundesrepublik. Our World in Data Während in anderen Ländern die Infektionskurven bereits sinken, steigt sie in Deutschland weiter an.

Überholt hat Deutschland somit inzwischen Frankreich (5,75) und Großbritannien (6,77), sogar das für seine umstrittene Corona-Politik und viele Toten berüchtigte Schweden hat die Bundesrepublik inzwischen hinter sich gelassen (6,78). Und noch einen Unterschied gibt es: Während in den zu Beginn der zweiten Welle stark erschütternden Ländern Italien und Frankreich die Infektionskurve wieder steil nach unten zegt, geht sie für Deutschland weiterhin nach oben. Auch in Schweden und den USA ist die zweite Welle offenbar noch im vollen Gange. In Großbritannien stagnieren die Sterbefälle auf einem hohen Niveau.

Our World in Data In Deutschland sterben inzwischen mehr Menschen als in Schweden – und fast so viele wie in den USA. Es wird nun also immer klarer, dass es Deutschland trotz des Lockdown light nicht gelungen ist, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Welche Folgen der inzwischen geltende harte Lockdown für die Ausbreitung des Virus haben wird, ist noch nicht abzusehen, denn dafür ist er noch nicht lange genug in Kraft. Sicher ist jedoch: Unser Infektionsgeschehen nähert sich stark dem schwedischen (ohne Lockdown) und dem der USA (nur teilweise Lockdowns).

Infektionsweltmeister USA: Nirgendwo sonst infizieren sich so viele Menschen mit Sars-CoV-2

Our World in Data In den USA infizierten sich in den 24 Stunden vor dem 22. Dezember mehr als 180.000 Menschen neu mit Sars-CoV-2. Kein Land der Welt meldet so viele tägliche Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 22. Dezember gab es dort laut dem Dashboard der US-Gesundheitsbehörde CDC 183.927 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – und das war nicht einmal ein Rekordwert. Den brachen die USA bereits am Freitag, als 249.709 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 gezählt wurden. Nichtsdestotrotz spricht sich der US-Präsident Donald Trump weiterhin vehement gegen einen harten Lockdown aus, verweigert sogar Staaten Hilfe, die ihn implementieren möchten. Insgesamt haben sich in den USA bislang 17.974.303 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Our World in Data Kein Land der Welt meldet täglich so hohe Neuinfektionszahlen wie die USA.

Innerhalb von 24 Stunden verstorben sind am 22. Dezember laut CDC 1725 Menschen im Zusammnhang mit Covid-19. Erst vergangene Woche überschritten die USA in der Zählung der Johns-Hopkins-Universität außerdem als erstes Land weltweit die Marke von 300.000 bestätigten Toten seit Beginn der Pandemie. Für die vorangegangenen sieben Tage wiesen die Statistiker täglich im Mittel rund 2.400 Tote aus – alle 40 Sekunden stirbt damit ein Mensch mit Covid-19. Our World in Data Im Durchschnitt starben in den USA in den sieben Tagen vor dem 21. Dezember mehr als 2500 Corona-Patienten täglich.

Die Vereinigten Staaten erleben aktuell erneut eine verheerende Welle der Corona-Pandemie mit Rekordzahlen bei Infizierten, Erkrankten in Krankenhäusern und Todesopfern. Viele Krankenhäuser berichten von überlasteten Notaufnahmen und fehlenden Pflegekräften für die ständig mehr werdenden Infizierten. Diese Zahlen sind erschreckend. Umso erstaunlicher ist also, dass Deutschland nur minimal von ihnen entfernt ist: Auf die Bevölkerung heruntergebrochen sterben in den USA im Schnitt täglich etwa acht Covid-Patienten pro einer Million Einwohner. In Deutschland sind es am 23. Dezember 7,8. Our World in Data Bald sterben in Deutschland genau so viele Menschen wie in den USA im Zusammenhang mit Covid-19-

Schwedens Sonderweg steht in der Kritik– und forderte bislang viele Todesopfer

Besonders viele Tote zählte sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Welle außerdem Schweden. Unter anderem deshalb stand das Land, das noch bis vor kurzem auf „Empfehlungen“ anstatt auf Regeln setzte, immer wieder in der internationalen Kritik. Our World in Data Schweden meldet seit Beginn der Pandemie 389.439 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 und 8167 Tote im Zusammenhang mit Covid-19.

Derzeit kommen in Schweden auf 10 Millionen Einwohner laut dem Dashboard der schwedischen Gesundheitsbehörde insgesamt 389.439 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 und 8167 Tote im Zusammenhang mit der dadurch ausgelösten Krankheit Covid-19. Our World in Data Schweden zählte sowohl in der ersten als auch in der zweiten Welle viele Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19.

Laut den Berechnungen von „Our World in Data“ starben in den vergangenen sieben Tagen vor dem 21. Dezember durchschnittlich 68,4 Covid-Patienten. Das entspricht 6,78 Menschen von einer Million Einwohnern. Deutschland hat den 7-Tage-Schnitt in Schweden demnach am 18. Dezember überholt. Our World in Data Deutschland meldet seit dem 18. Dezember mehr Sterbefälle pro einer Million Einwohner als Schweden.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wich Schweden nun erstmals leicht von seinem Sonderweg ab: So wird dort nun in öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, einen Mundschutz zu tragen. Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven kündigte am Freitag zudem eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie an. Dazu zählt unter anderem, dass pro Tisch in Restaurants maximal vier Gäste erlaubt sind.

Weitere Einschränkungen, die ab dem 24. Dezember in Kraft treten, sind ein Verbot des Verkaufs von Alkohol nach 20 Uhr sowie eine Verlängerung des Fernunterrichts für weiterführende Schulen bis zum 24. Januar. Das Verhängen eines Lockdowns wie in zahlreichen anderen europäischen Ländern lehnte Löfven als "zu große Belastung" für die Bevölkerung ab.

Mittwoch, 23. Dezember: Die Corona-Trends für Deutschland

  • Neuinfektionen: 24.740; Gesamt: 1.554.920
  • Neue Todesfälle: 962; Gesamt: 27.968

Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Dashboard am Mittwochmorgen bundesweit bei 195,1. Am höchsten ist sie weiterhin in Sachsen mit 414,1. Im Vergleich zum Vortag (426,8) ist sie leicht gesunken. Am zweitstärksten betroffen ist Thüringen mit einer Inzidenz von 319,6 (Vortag: 299,4). Auf Platz 3 folgt Hessen mit einer Inzidenz von 207,7, kurz vor Bayern mit einer Inzidenz von 215,9. RKI/FOL/Datawrapper

Der R-Wert liegt in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag aktuell um 1, im längerfristigen Verlauf leicht über 1 – er ist damit im Vergleich zum Vortag (1,05) erneut leicht gesunken. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, etwas mehr als eine weitere Person ansteckt. Da die Zahl der infizierten Personen derzeit in Deutschland sehr hoch ist, bedeutet dies weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Neuerkrankungen. Ab einem Wert von 0,7 oder niedriger geht man davon aus, dass das Infektionsgeschehen kontrollierbarer wird. RKI/FOL/Datawrapper

Das 7-Tage-R, das weniger Schwankungen ausgesetzt ist, lag am Montagabend bei 0,95. Das ist ein etwas niedrigerer Wert als am Vortag (0,98).

Das Divi-Intensivregister meldet 5216 Covid-19-Patienten in Intensivbetten (Stand Dienstag). Von den 5216 Patienten sind 2726 an Beatmungsgeräte angeschlossen, das sind rund 52 Prozent der Covid-Intensivpatienten. Screenshot DIVI

Insgesamt sind laut Intensivregister aktuell 22.038 von 26.806 vorhandenen Intensivbetten belegt – das entspricht einer Auslastung von 82 Prozent.

Hinweis: Zahlen können aufgrund von Meldeverzug von den tatsächlichen Zahlen abweichen.

Dienstag, 22. Dezember 2020: Über 7000 Fälle in einer Woche: Immer mehr Pflegeheime werden Corona-Hotspots

In einem Seniorenheim im Landkreis Trier-Saarburg waren am Montagabend 89 der 178 Heimbewohner mit Sars-CoV 2 infiziert. Das berichtet die Zeitung "Trierischer Volksfreund". Am Wochenende hatte die Einrichtung zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen. Außerdem seien 40 Mitarbeiter des Heims positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Ein Sprecher der Orpea-Gruppe, zu der das betroffene Seniorenheim gehört, zeigte sich bezüglich der Gründe ratlos. "Wir halten uns strikt an die geltenden Hygienevorschriften und sind in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Wie es zu diesem Anstieg kommen konnte, wissen wir nicht."

RKI meldet mehr als 7000 Covid-19-Fälle in Pflegeheimen binnen einer Woche

Das Seniorenheim bei Trier ist mit seinem Ausbruchsgeschehen offenbar kein Einzelfall: Laut dem aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagabend haben sich bislang 55.931 Menschen in Alten- oder Pflegeheimen mit Sars-CoV-2 infiziert – 41.803 davon sind älter als 60 Jahre. Vergangenen Montag meldete das RKI 7447 Fälle weniger, da waren es 48.484 Infizierte insgesamt, wovon 35.512 älter als 60 Jahre waren. Ein Zuwachs von 15 Prozent. RKI/FOL Die Anzahl der infizierten Bewohner von Pflege- und Altenheimen hat stark zugenommen.

Allerdings: Nicht alle Infektionen sind einem konkreten Ausbruchgeschehen zuordenbar, die tatsächliche Zahl der Fälle in Alten- und Pflegeheimen kann also höher liegen.

Auch Anzahl der infizierten Mitarbeiter steigt

Auch die Mitarbeiter von Pflege- und Altenheimen infizieren sich immer häufiger mit Sars-CoV-2. Waren es vergangene Woche noch 25.118, meldet das RKI am gestrigen Montag bereits 28.511. Ein Zuwachs von 13,5 Prozent. Je mehr Mitarbeiter in Alten- oder Pflegeheimen krankheitsbedingt ausfallen, desto prekärer wird die Situation vor Ort. Im Extremfall kann die adäquate Pflege der Heimbewohner dann nicht mehr gewährleistet werden. RKI/FOL Die Anzahl der infizierten Mitarbeiter in Pflege- und Altenheimen ist in den vergangenen Wochen ebenfalls kontinuierlich gestiegen.

Immerhin: Nur zwölf Prozent der infizierten Mitarbeiter sind älter als 60 Jahre. Der Großteil ist somit weniger gefährdet, einen schweren Verlauf der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu erleiden.

Alter ist ein Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf

Denn: Je älter ein Mensch ist, der sich mit Sars-CoV-2 infiziert und in dessen Folge die Erkrankung Covid-19 entwickelt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person schwer daran erkrankt. Schwere Lungenentzündungen bis hin zu Organversagen können die Folge sein, ein mehrwöchiger Aufenthalt auf der Intensivstation ist beinahe unumgänglich. Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf erhöht gleichzeitig auch das Risiko für einen Sterbefall. BMG/Twitter In seinen Corona-Informationen stuft das Bundesgesundheitsministerium ältere Menschen als Risikogruppe ein.

Deutschlandweit infizieren sich immer mehr Ältere

Insgesamt nimmt die Anzahl der betagten Betroffenen in Deutschland weiterhin auf einem besorgniserregenden Niveau zu: Die bundesweite, einrichtungsunabhängige 7-Tage-Inzidenz unter den Über-60-Jährigen ist von vergangenen Montag auf diesen Montag ebenfalls sehr stark angestiegen: von 165 auf 194 Fälle pro 100.000 Personen aus der Altersgruppe. Das RKI mahnt daher weiterhin eindringlich, die ältere Bevölkerung besonders zu schützen und sich an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. RKI/FOL Immer mehr Menschen über 60 infizieren sich mit Sars-CoV-2 – die Inzidenz liegt inzwischen bei 194 Fällen pro 100.000.

Seniorenheim verhängt Besuchssperre über Weihnachten

In dem betroffenen Altenheim bei Trier wurden die Maßnahmen zur Corona-Prävention laut einem Sprecher nun rigoros verschärft. So gelte ab sofort eine Besuchssperre, die auch über die Weihnachtsfeiertage fortbestehen soll.

Dienstag, 22. Dezember: Corona-Trends für Deutschland

Das Robert-Koch-Institut meldet am Dienstagmorgen 19.528 neue Corona-Fälle. Damit sind in Deutschland laut RKI seit Beginn der Pandemie bislang 1.530.180 Covid-19-Fälle bekannt. Zum Vergleich: Am vergangenen Dienstag meldete das RKI 14.432 Neuinfektionen und damit mehr als 5000 Fälle weniger. Die Zahl der Neuinfektionen liegt also deutlich über dem Vorwochenniveau. RKI/FOL/Datawrapper

Am Dienstagmorgen meldet das RKI zudem 731 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 innerhalb von 24 Stunden. Insgesamt sind hierzulande bislang 27.006 Menschen im Zusammenhang mit der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit verstorben. Die Zahl der Genesenen stieg auf 1.136.700, insgesamt rund 366.500 aktive Fälle gibt es in Deutschland aktuell. Das sind rund 2.500 weniger als am Vortag.

RKI/FOL/Datawrapper Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Dashboard am Dienstagmorgen bundesweit bei 197,6. Am höchsten ist sie weiterhin in Sachsen mit 426,8. Im Vergleich zum Vortag (444,4) ist sie leicht gesunken. Am zweitstärksten betroffen ist Thüringen mit einer Inzidenz von 299,4. Auf Platz 3 folgt Bayern mit einer Inzidenz von 215,9.

Der R-Wert liegt in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,05 und ist damit im Vergleich zum Vortag (1,09) leicht gesunken. Das bedeutet, dass 100 Infizierte nun im Schnitt 105 weitere Menschen anstecken. Ab einem Wert von 0,7 oder niedriger geht man davon aus, dass das Infektionsgeschehen kontrollierbarer wird. RKI/FOL/Datawrapper

Das 7-Tage-R, das weniger Schwankungen ausgesetzt ist, lag am Montagabend bei 0,98. Das ist ein etwas niedrigerer Wert als am Vortag (1,04).

Das Divi-Intensivregister meldet am Dienstagmorgen 5166 Covid-19-Patienten in Intensivbetten. Von den 5166 Patienten sind 2705 an Beatmungsgeräte angeschlossen, das sind knapp 52 Prozent der Covid-Intensivpatienten. Screenshot DIVI

Insgesamt sind aktuell laut Intensivregister 20.167 von 24.081 betreibbaren Intensivbetten belegt – das entspricht einer Auslastung von 84 Prozent.

Hinweis: Zahlen können aufgrund von Meldeverzug von den tatsächlichen Zahlen abweichen.

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