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Bislang unbekanntes Symptom: Löst das Coronavirus auch Hörverlust aus?

Auf der ganzen Welt arbeiten Forscher mit Hochdruck daran, die Eigenschaften des und die Symptome im Falle einer Infektion besser zu verstehen.

Von besonderem Interesse sind dabei auch die Langzeitfolgen, die Covid-19 auf den menschlichen Organismus hat, selbst wenn die Krankheit bereits überstanden ist.

So konnten Forscherinnen und Forscher bereits zu Beginn der Pandemie nachweisen, dass der Verlust der Geruchssinns ein Symptom bei einer Covid-19-Erkrankung sein kann.

Britische Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler sind nun einem weiteren möglichen Phänomen nachgegangen: der Einschränkung des Hörvermögens nach überstandener Infektion.

So wurde untersucht

Nachdem einzelne, wieder genesene Patientinnen und Patienten über anhaltende Beeinträchtigungen ihres Hörvermögens berichtet hatten, wurde ein Forscherteam um Professor Kevin J. Munro, Experte für Audiologie am Manchester Centre for Audiology and Deafness in Großbritannien, auf das Thema aufmerksam.

Die Ärztinnen und Ärzte untersuchten 138 Erwachsene, die wegen der Schwere ihrer Covid-19-Symptome in ein Krankenhaus in Manchester eingeliefert worden waren, nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus weitere acht Wochen im Hinblick auf potentielle Langzeitschäden.

Dabei wurden den frisch Genesenen unter anderem 121 Fragen zum Hören gestellt.

Covid-19: Hörverluste sind nicht ausgeschlossen

13,2 Prozent der ehemaligen Covid-19-Patientinnen und -Patienten berichteten dabei auch acht Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus noch über eine negative Änderung ihres Hörvermögens bis hin zu einem anhaltenden Tinnitus.

Das Durchschnittsalter in diesen 16 Fällen betrug 64 Jahre, wobei Männer und Frauen zwischen 44 und 82 Jahren untersucht worden waren. Von den 16 Fällen, bei denen eine Veränderung des Hörvermögens festgestellt worden war, waren 14 Männern, also 87,5 Prozent.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Juli 2020 im’International Journal of Audiology‘ veröffentlicht.

Ist Corona Schuld an Hörproblemen?

Was die Wissenschaftler trotz ihrer Ergebnisse noch nicht mit Sicherheit beantworten konnten, ist die Frage, ob die Einschränkungen beim Hören wirklich auf die Infektion mit dem Coronavirus zurückzuführen sind.

Nicht auszuschließen ist demnach, dass die Beeinträchtigung der Hörvermögens beispielsweise auch einfach mit der Aufnahme in ein Krankenhaus und einer damit verbundenen Veränderung der Umweltumgebung zusammenhängen könnte.

Unklar ist auch, welche Fälle von Hörverlust und Tinnitus direkt auf SARS-CoV-2 zurückzuführen sind, oder ob diese durch die gründlichen Untersuchung im Rahmen der Erkrankung nur festgestellt wurden, ihre Ursache aber in einer anderen Vorerkrankung liegt.

Zudem schließen die Forschenden nicht aus, das schon allein die mit einer Diagnose von Covid-19 verbundene Angst zu Symptomen wie einem Tinnitus beitragen kann.

Die Medizinerinnen und Mediziner vermuten daher, dass erst die sorgfältige Nachsorge weiterer Covid-19-Patienten tiefergehende Details zu diesem Thema liefern können wird.

Quelle

  • Munro, K. et al. (2020): Persistent self-reported changes in hearing and tinnitus in post-hospitalisation COVID-19 cases, abgerufen am 04.09.2020: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14992027.2020.1798519

Larissa Hellmund

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