Persönliche Gesundheit

Der Mann, der die Bakterien bunt machte

Wer an diesem Freitag die Google-Startseite anklickt, bekommt statt des gewohnten Logos die gezeichnete Variante eines Herren mit Schnauzbart zu sehen. In einer Szene tröpfelt er eine farbige Lösung auf einen Objektträger. Was er dann beim Blick durch sein Mikroskop zu sehen bekommt, scheint ihn erheblich zu erstaunen.

Bei dem Bartträger handelt es sich um Hans Christian Gram. Heute vor 166 Jahren wurde der Bakteriologe im dänischen Kopenhagen geboren. Google würdigt ihn zu diesem Anlass mit einem Doodle.

Doch was genau soll die Zeichnung darstellen? Und warum besitzen Grams Erkenntnisse heute noch Relevanz? Google verweist in seiner Erklärung auf eine Reihe von Experimenten, die Gram zwischen 1883 und 1885 in Berlin durchführte. Sie halfen, bestimmte Krankheitserreger sichtbar zu machen – und auf diesem Weg die Heilung – und Präventionsmöglichkeiten drastisch zu erhöhen.

Vereinfacht gesagt ist es Gram gelungen, Bakterien durch eine neuartige Färbemethode in zwei Gruppen einzuteilen: grampositive und gramnegative Bakterien. Der Unterschied liegt in erster Linie in der Art, wie die Zellwände aufgebaut sind. Bei den grampositiven Bakterien ist die Hülle mehrschichtig und vergleichsweise dick. Bei den gramnegativen ist sie entsprechend dünn.

Der Test wird noch heute verwendet – unter Grams Namen

Der Forscher Gram wies diese Eigenschaft nach, indem er Bakterien im Labor erst ein- und dann wieder entfärbte. Dabei beobachtete er, wie viel Farbstoff die Bakterien wieder abgaben. Die grampositiven Bakterien hielten vergleichsweise viel Farbe. Später wurde die Methode von anderen Wissenschaftlern weiterentwickelt, sie wird jedoch noch heute als Gram-Färbung angewandt.

Entscheidend für das alltägliche Leben vieler Zeitgenossen Grams war, dass seine Entdeckung unter anderem den Kampf gegen den Erreger von Lungenentzündung einfacher machte. Pneumokokken können schwere Infektionen auslösen und sind noch heute ein gefürchteter Krankheitserreger.

Grams Forschung indes half entscheidend bei der Entwicklung von Antibiotika und damit auch dabei, unzählige Leben auf der ganzen Welt zu retten.

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