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180 km/h-Druckwelle: Arzt erklärt, warum du einen Nieser nie unterdrücken solltest – Video

Wenn Fremdkörper in die Atemwege gelangen, versucht der Körper die Eindringlinge übers Niesen wieder loszuwerden. Dafür erzeugt er eine Druckwelle, die bis zu 180 Stundenkilometer erreichen kann. Ein unterdrückter Nieser kann das Ohr und die Atemwege schädigen.

Niesen ist ein natürlicher Schutzreflex, erklärt HNO-Arzt Micheal Deeg. Dafür jagt der Körper mit aller Kraft der Brustraummuskulatur einen kräftigen Luftdruck durch die Nase. Wer diesen Reiz gewaltsam zu unterdrücken versucht, indem er Nase und Mund verschließt, kann schwere Verletzungen davontragen.

Der dabei entstehende Druck ist vergleichbar mit der Druckbelastung des Herzens eines Bluthochdruckpatienten, das sich maximal zusammenzieht, heißt es in einem Übersichtsartikel vom Izmir Atatürk Research and Training Hospital. So ist etwa ein Fall bekannt, bei dem ein Mann aus Großbritannien einen Riss im Rachen hatte, weil er den Niesreiz unterdrückte. Bis die Wunde verheilt war, musste er künstlich ernährt werden.

Laut dem HNO-Arzt kann der unterdrückte Nieser auch bei einem bereits bestehenden Lungenemphysem gefährlich werden. Bei dieser Krankheit verschmelzen mehrere Lungenbläschen zu einer größeren Blase, weil deren Wandstrukturen zerstört sind. Platzt eine solche Emphysemblase beispielsweise an der Außenseite der Lunge, besteht das Risiko eines Lungenkollapses.

Wenn der Luftdruck nicht entweichen kann, beeinflusst das auch das Ohr. Denn die Luft könnte bis ins Mittelohr gedrückt werden und dort Schäden am Trommelfell bewirken. Diese Gefahr bestehe aber eher bei einem sehr dünnen oder vernarbten Trommelfell, so HNO-Arzt Michael Deeg.


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